Kriegsende

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Wichtiger Zeitpunkt im kollektiven Gedächtnis.

Lapidar vom Kriegsende spricht man, wenn man den letzten Krieg meint, der vor Ort ebenfalls getobt hat - im Tübinger Fall den 2. Weltkrieg. Vom Ende des 1. Weltkriegs 1918 spricht man anders.



Ein Artikel aus der Tübinger Stadtarchiv-Internetseite, gefunden am 23.5.2008 unter [1]. Danke an die Stadt für das Übernehmenlassen mit Verlinkungs-Möglichkeit. Bitte den Artikel nicht ändern, höchstens ergänzen, Bilder und Überschriften einfügen.

Tübingen bei Kriegsende 1945 - Artikel von Stadtarchivar Udo Rauch

Am 19. April 1945 morgens ab sieben Uhr ging in Tübingen der Krieg zu Ende. Die Besetzung der Universitätsstadt dauerte kaum eineinhalb Stunden und erfolgte kampflos. Ein Zeitzeuge berichtet: "Der Marktplatz war voller Menschen, wie an einem Jahrmarkt, als die ersten Panzer dort einrollten". Schon um 8.30 Uhr empfing der stellvertretende Oberbürgermeister Fritz Haussmann die Franzosen auf dem Rathaus und übergab die Stadt in die Hände der neuen Besatzungsmacht. Bald darauf beobachtete eine Tübingerin die Franzosen beim Feiern: "Sie sitzen vor der Krone im Sonnenschein und trinken Sekt aus Wassergläsern".


Brückensprengung

Die alten Machthaber hatten sich unterdessen samt und sonders abgesetzt, zuvor allerdings noch die Sprengung fast aller Neckarbrücken ins Werk gesetzt. Nur die zentrale Eberhardsbrücke blieb wie durch ein Wunder verschont. Der letzte Zerstörungsakt der Nazis sollte sich bald zum großen Versorgungsproblem für die Bevölkerung entwickeln.

Über die Frage, wem der Hauptverdienst bei der unblutigen Übergabe der Stadt und bei der Rettung der wichtigen Neckarbrücke gebührte, entbrannte nach dem Krieg ein lange währender Streit, bei dem immer wieder neue, kaum mehr nachprüfbare Versionen aufkamen.


In der Erinnerung vieler Tübinger war es der Standortarzt Theodor Dobler, der die Stadt vor der Zerstörung bewahrte. Dobler hatte die Durchhalte- und Zerstörungsparolen der Nazis missachtet und im richtigen Moment den Franzosen einen Kraftwagen mit Parlamentären entgegen gesandt. Sie teilten den Franzosen mit, dass der Tübinger Lazarettbezirk mit seinen sechs- bis siebentausend Verwundeten nicht verteidigt würde. Damit war eine wesentliche Voraussetzung für die kampflose Übergabe geschaffen.


Im Kern unzerstört

Die einmarschierten Soldaten des 5. marokkanischen Schützenregiments fanden eine nach sechs Kriegsjahren im Kern unzerstörte Stadt vor. Eine später erstellte Bilanz sprach "lediglich" von 82 bei verschiedenen Fliegerangriffen total zerstörten Gebäuden, darunter allerdings das Uhlandhaus und seine nähere Umgebung am Neckartor.

In den Tagen nach der Besetzung herrschte zunächst einmal Chaos. Es kam zu zahlreichen Plünderungen, willkürlichen Beschlagnahmungen und Verhaftungen. Besonders für Frauen war es eine schwere Zeit. "Also am Tag des Einzugs ist in der Stadt nichts passiert", erinnert sich eine Zeitzeugin, "das hat erst in der Nacht begonnen". Es kam zu vielen Vergewaltigungen. In der Universitätsklinik mussten über 900 Frauen aus Tübingen und der Region medizinisch versorgt werden. Schwangeren wurde die Abtreibung erlaubt.


Stadtverwaltung & die Franzosen ordnen das öffentliche Leben

Schon nach wenigen Tagen kam wieder Ordnung ins öffentliche Leben. Gestützt durch die französische Autorität war nun die Stadtverwaltung für alles zuständig. Der Oberbürgermeister (ab Juni 1945 Viktor Renner) wurde zum unmittelbaren Empfehlsempfänger des französischen Ortskommandanten und zum maßgeblichen Organ der Exekutive. Die Anordnungen erfolgten durch primitive Maueranschläge. Es existierten weder eine Tageszeitung noch ein Amtsblatt, die Post war lahmgelegt, die Bahnlinien an vielen Stellen unterbrochen und die Stromversorgung vorerst eingestellt. In diesen schwierigen Monaten schlug die Stunde des damals jüngsten und zugleich modernsten Kommunikationsmittels: des Telefons. Schon bald garantierte ein Notbetrieb wieder eine sichere Nachrichtenübermittlung im ganzen Land.


Zonenhauptstadt und Staatssekretariat

Bei Kriegsende hatte es eine zeitlang so ausgesehen, als ob das von den Franzosen eroberte Stuttgart auch Französische Zonenhauptstadt würde. Doch bald darauf setzten die Amerikaner ihre Ansprüche auf Nordwürttemberg durch. Die Franzosen mussten abziehen und wandten sich deshalb im Juli dem unzerstörten Tübingen zu, das mit seiner intakten Universität eine weitere Attraktion zu bieten hatte.


Auf die Etablierung der französischen Militärregierung im Juli folgte die Einrichtung einer ersten deutschen Landesverwaltung: Am 16. Oktober 1945 wurde das "Staatssekretariat für das französisch besetzte Gebiet von Württemberg und Hohenzollern" eingesetzt. Dessen führender Kopf war der Landesdirektor Carlo Schmid. Die merkwürdige Bezeichnung "Staatssekretariat" sollte die Abhängigkeit der Tübinger Behörde von der Stuttgarter Regierung zum Ausdruck bringen. Doch stellte sich bald heraus, dass eine gemeinsame Verwaltung über die bestehende Zonengrenze hinweg nicht möglich war.


Mit dem Umzug der Militärregierung und der Errichtung des Staatssekretariats war das neue Land "Württemberg-Hohenzollern" de facto ins Leben getreten und Tübingen unversehens zur Landeshauptstadt geworden.


Das zu regierende Land war nicht besonders groß. Es handelte sich um das Gebiet zwischen der Autobahn A8 und dem Bodensee. Um genau zu sein: es war - nach Bremen - das kleinste Land auf dem Gebiet des untergegangenen Deutschen Reichs. Es umfasste lediglich 10.000 Quadratkilometer und hatte kaum mehr als eine Million Einwohner. Vieles musste hier bescheiden bleiben. Es gab keine einzige Großstadt und nur wenig Industrie, statt dessen 16 überwiegend agrarisch geprägte Landkreise. Ein 17. Landkreis (Lindau) lag bereits in Bayern. Er sicherte den Franzosen den nahtlosen Übergang in die französische Zone Österreichs.

Das Glück im Winkel

Immerhin gab es einen großen Vorzug: Mangels kriegswichtiger Ziele, waren die Luftangriffe hier nicht so zerstörerisch gewesen wie anderswo. Das Ländchen wurde deshalb auch als das "Glück im Winkel" bezeichnet. Dieser glückliche Winkel im Nachkriegsdeutschland sollte nun sieben Jahre lang bis zur Gründung Baden-Württembergs (1952) von Tübingen aus regiert werden. Der Landtag etablierte sich im benachbarten Kloster Bebenhausen.


Wer auch immer aus den anderen deutschen Hauptstädten anreiste und hier aus dem Zug stieg, war fasziniert: Keine Trümmer, keine Ruinentristesse! Statt dessen ein beschauliches Städtchen, mittelalterlich gebaut, mit 35.000 Einwohnern. Dazu eine Uni mit etwa 3500 Studierenden, die als eine der ersten in Deutschland soeben ihren Betrieb wieder aufgenommen hatte.

Einquartiert: Besatzung und Flüchtlinge

Außerhalb der Statistik liefen die Besatzer. Die deutschen Behörden schätzten, dass sich etwa 5000 Französische Soldaten und Zivilisten in Tübingen aufhielten – vornehmlich in den Kasernen. Viele waren aber auch in beschlagnahmten Wohnungen und Zimmern einquartiert. Jahrelang waren über 500 Wohnungen und über 1000 Einzelzimmer mit Franzosen belegt. Immer wieder kamen neue Ansprüche an das Wohnungs- und Requisitionsamt, das bei der Stadtverwaltung eingerichtet war. Seine Aufgabe war es, den knappen Wohnraum möglichst gerecht zu verteilen.

Zwei weitere Bevölkerungsgruppen dürfen ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Bei Kriegsende befanden sich Tausende von Evakuierten (meist Ausgebombte aus anderen Städten) in Tübingen. Die Militärregierung bestand zwar auf deren Rückführung, konnte dies jedoch lange Zeit nicht durchsetzen. Auch die Displaced Persons (kurz DP’s genannt) ließen sich nicht so einfach abschieben. Bis Kriegsende hatten sie als Zwangsarbeiter für Nazi-Deutschland malocht und meist in erbärmlichen Lagern gehaust. Es handelte sich um etwa 1600 Menschen, meist Russen und Polen, darunter auch Frauen, Kinder und Säuglinge, die in Tübingen zur Welt gekommen waren. Sie alle sollten nun möglichst bald in ihre alte Heimat zurückkehren. Aber auch hier verzögerten sich die geplanten Rücktransporte immer wieder. So lebten 1947 – zwei Jahre nach Kriegsende - immer noch 900 Ausländer in der Stadt.


Fazit: Tübingen war nach dem Zweiten Weltkrieg bis unter die Dachsparren der Burg mit Menschen überfüllt. Die Verhältnisse waren eng und bedrückend. In dieser Situation gleich zwei Regierungen einzurichten – eine französische und eine deutsche - sie mit Büros und Personal auszustatten, dazu die Universität wieder zu eröffnen glich der Quadratur des Kreises.


Ein strenges Regiment herrscht

Zumindest anfangs führten die Franzosen ein strenges Regiment. Arbeitseinsätze und Verhaftungen waren an der Tagesordnung. Fabriken und Maschinen wurden demontiert, Briefe und Presse zensiert und überall die Telefone abgehört. Wer wollte auch diesen Deutschen noch trauen, die gerade halb Europa zu Grunde gerichtet hatten.

Von einer Souveränität der Landesregierung konnte deshalb zunächst keine Rede sein. Die maßgebliche Autorität lag bei der französischen Militärregierung, die sich in Halbhöhenlage im Justizgebäude an der Doblerstraße eingerichtet hatte. Über allem thronte ein französischer Gouverneur auf dem Österberg. Wie ein kleiner Fürst residierte er im prächtig hergerichteten Verbindungshaus der Rhenanen. Die Möbel hatte er sich aus den Schlössern des Landes kommen lassen. Die Polizeibeamten waren angewiesen "die Straßen freizumachen, wenn der Herr Gouverneur in seinem Wagen, dem gewöhnlich Motorradfahrer vorausfahren, durch die Stadt oder den Kreis fährt. Wenn der Herr Gouverneur zu Fuß geht, haben ihm die Passanten ehrerbietig Platz zu machen". Wenn es ihm danach war, ging er zu Pferde im Schönbuch auf die Jagd. Seinen Hunden ließ er ein großes, weithin sichtbares W ins Fell brennen: W für Widmer - Guillaume Widmer.

Der französische Schriftsteller Michel Tournier, der ab 1946 in Tübingen studierte, beschrieb Widmer als "Souverän" und "wahren König von Württemberg", der in einem "Schlösschen auf dem Österberg, hoch über der Stadt" (Rhenanenhaus) logierte. "Er lebte in großem Stil, flankiert von einer Art Kammerherr, einem Haushofmeister, der für Zeremoniell, Bälle, Jagden, Reitturnier und sonstige Lustbarkeiten zu sorgen hatte.“


Die Franzosen beleben die Kultur

Französische Soldaten auf dem Marktplatz

Die Französische Militärregierung legte größten Wert darauf, ihre Zonenhauptstadt zu einem kulturellen Mittelpunkt zu machen. Ihre geschickte Kulturpolitik bescherte Tübingen eine Reihe von bedeutenden hauptstädtischen Errungenschaften. Noch im Oktober 1945 eröffnete ein Schauspielhaus seine Tore (heute Landestheater Tübingen). Berühmte Schauspieler aus Berlin wie Theodor Loos oder Elisabeth Flickenschild verliehen der jungen Bühne einen besonderen Glanz. Zahlreiche Theaterkarrieren nahmen hier ihren Ausgang. Zu den jungen Mimen zählte in den Nachkriegsjahren Hannes Messemer, Horst Tappert, Gustl Bayrhammer oder Johanna von Koczian. Die Bedenken der Stadtverwaltung, ob und womit das Theater in den harten Zeiten zu finanzieren sei, wischten die Franzosen leichthändig beiseite. Günther Gube, ein Schauspieler der ersten Stunde erinnert sich: "Das Publikum verfolgte mit großer Begeisterung die Vorstellungen und ließ sich auch nicht abschrecken, als es zur Beheizung des Saales Holzscheite mitbringen musste und in Mänteln und Decken gehüllt die Aufführungen verfolgte. Über allem lag eine Aufbruchstimmung, die Schrecken waren vorüber." Auch für Hannes Messemer war nicht sein ausbezahlter Lohn das entscheidende: "Wir bekamen zwar nur 150 Reichsmark Gage – aber die Franzosen gaben uns eine zweite Lebensmittelmarke und noch dazu durften wir im Offizierskasino essen, mit drei Gängen, Wein und sogar Zigaretten."


Ohne die Franzosenzeit gäbe es in Tübingen vermutlich bis heute kein Landestheater, keinen Rundfunk (SWR) und kein Deutsch-französisches Kulturinstitut. Auch die Stadtbücherei wurde in jenen Jahren gegründet und die Volkshochschule aus der Taufe gehoben. So viele Anfänge wie damals gab es nie zuvor in der Stadtgeschichte.


Einige kulturelle Einrichtungen sind allerdings auch bald wieder eingegangen. Etwa das Kunstgebäude, das zunächst fulminante Ausstellungen zeigte und einen Besucherrekord nach dem anderen aufstellte. Sein größter Einzelerfolg war die Ausstellung "Meisterwerke aus Kölner Museen und der Württembergischen Staatsgalerie" ab September 1946, zu der 42 000 Besucher herbeiströmten. Sie bot die einmalige Chance, einen Blick auf bedeutende Kunstwerke zu werfen, die den Krieg in den Kasematten des Hohenzollern überstanden hatten und nun kurz vor der Rückgabe an ihre Eigentümer standen. Viele Stücke stammten aus den Beständen des Kölner Wallraf-Richartz-Museums und der Staatsgalerie Stuttgart. Im Vorwort zum Katalog schrieb Kunsthallenleiter Gustav Adolf Rieth, die Ausstellung möge dem Ausland beweisen, "dass wir gesonnen sind, nicht nur mit den Trümmern um uns, sondern auch in uns aufzuräumen". Vom Erlös der Meisterschau kaufte man sich in Tübingen einen Otto Dix. Es sollte der Grundstock für eine südwürttembergische Staatsgalerie werden. Hochfliegende Pläne, die jedoch bald wieder begraben werden mussten!


Nachkriegszeit = Mangelzeit

Die kulturelle Blüte stand im eigenartigen Gegensatz zur alltäglichen Not der Bevölkerung. Es mangelte an Lebensmitteln, Kleidern oder Brennmaterial. Die Versorgungslage hatte sich von Jahr zu Jahr verschlechtert. Im Juni 1947 musste die eh schon karge tägliche Brotration von 250 auf 200 Gramm zurück geschraubt werden. Dies war der absolute Tiefpunkt. Ein erwachsener Verbraucher erhielt jetzt offiziell nicht einmal mehr 1000 Kalorien pro Tag. "Die Einteilung der Lebensmittelkarten" hielt ein Universitätsprofessor unter diesen Umständen für "eine Kunst, die in die höhere Mathematik gehört". Wohl dem, der sich etwa bei Hamsterfahrten illegale Quellen auftun konnte. Das ländliche Württemberg-Hohenzollern bot dazu viele Gelegenheiten. Es wäre eigentlich Selbstversorger gewesen, doch musste es einen großen Teil seiner Ernteerträge an andere Länder abtreten, darunter auch der französische Sektor Westberlins.


Mitten hinein in diese schlechte Zeit fiel ein Strahl der Hoffnung, der von Amerika ausging: die Care-Pakete. Gepackt und geschickt wurden sie in den USA. Doch ihre Ursprünge führen auch nach Deutschland zurück und geradewegs nach Tübingen. Eine heute fast vergessene Geschichte: Robert Otto Hauser, der Präsident und Begründer der amerikanischen Carepaketgesellschaft "American Relief for Germany" war Tübinger. Er wurde 1886 im Stadtteil Kilchberg geboren, besuchte das Uhland-Gymnasium und dann die Tübinger Universität. Als 20jähriger wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, ging in die Politik und machte dort Karriere. 1928 und 1934 war er Kandidat der socialist party für den Gouverneurs-Posten von Wisconsin. Nach dem Zweiten Weltkrieg sammelte er Millionen von Dollars und ließ dafür Care-Pakete ins hungernde Deutschland schicken. Mehrfach besuchte Hauser nach dem Krieg seine alte Heimat und bedachte Tübingen mit besonders großzügigen Geschenken.


Gerichtsstand und Sprungbrett in die Demokratie

Tübingen hatte als Hauptstadt viele Facetten: Es war Sprungbrett für so manche Karriere. Ein Karl Schmid, eben noch Landgerichtsrat, wurde 1945 Regierungschef in Tübingen und ging schließlich als Carlo Schmid in die große Politik nach Bonn. Sein Kollege bei Gericht Viktor Renner wurde erst Tübinger Oberbürgermeister, dann Innenminister von Württemberg-Hohenzollern. Eberhard Wildermuth, auch er Minister in der Landesregierung, brachte es zum Bundeswohnungsbauminister in Bonn.


Der demokratische und kulturelle Neubeginn erforderte auch die Auseinandersetzung mit der braunen Vergangenheit. Nach und nach kamen die Verbrechen und Gräueltaten der Nazis ans Licht der Öffentlichkeit und in vielen Prozessen wurde das begangene Unrecht aufgearbeitet. Tübingen war in jenen Jahren Schauplatz bedeutender Gerichtsverfahren.


Im Sommer 1949 ging es zum Beispiel im Rittersaal auf dem Schloss um die 10.000 Behinderten, die in Grafeneck auf der Schwäbischen Alb ermordet worden waren. Sechs in Tübingen eingerichtete Spruchkammern machten die Stadt zum Hauptort der Entnazifizierung im Land. Doch der gigantische Aufwand gebahr lediglich eine Maus. Als man 1952 eine Bilanz von sieben Jahren politischer Säuberung zog, kam man zu einem erstaunlichen Ergebnis. In 150.000 Verfahren hatte man im ganzen Land nur 8 Hauptschuldige gefunden. Der große Rest wurde als amnestierte Mitläufer (57 000) und als Unbelastete (79.000) eingestuft.

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