Platanenallee

Aus TUEpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Allee von Osten
Herbstliche Impression
Mit Seitenlicht im Sommer
Blick auf Platanenallee und Neckar von der Neckarbrücke aus
Blick auf Platanenallee und Neckar von der Neckarbrücke aus bei Sonnenuntergang
Von Osten, Ende November
Ein Frühjahrsblick durch die noch unbelaubten Platanen auf die Neckarfront
Die Allee von Westen mit Silcher-Denkmal, November
Blick vom Schloss (2006)
Platanenallee vor 1900

Die Tübinger Platanenallee liegt auf einer angelegten Insel im Neckar; diese Neckarinsel verläuft vor der Schokoladenseite der Altstadt parallel zur Stadtmauer. Sie beginnt an der Neckarbrücke und endet am Silcher-Denkmal, wo der Weg in das sogenannte "Seufzerwäldchen" weiterführt.

Mit ihren uralten, riesigen Platanen lädt die Allee zum Flanieren ein, man kann dort Boules spielen und hat einen tollen Blick über den Neckar. Im Sommer kann man dort im Gras sitzen, den Stocherkahnfahrten zuschauen und Tauben, Schwäne, Enten und Kahnfahrer beobachten.

Zur Neckarbrücke hin, beim "Nadelöhr", gibt es einen Taubenturm, der für den organisierten Eierdiebstahl zwecks Taubenzahlbegrenzung genutzt wird.

Der Hölderlinturm ist von ihr im östlichen Teil (zur Neckarbrücke hin) gut sicht- und fotografierbar.

Mit annähernd 200 Jahren ist die Allee die älteste noch bestehende dieser Baumart in Deutschland - zum genauen Alter der Allee: siehe "Entstehung". (Die Alte Lindenallee zwischen dem Wildermuth-Gymnasium und dem Sportplatz SV 03 ist in Teilen noch deutlich älter, sie wurde schon im Jahr 1508 angelegt.)

Es gab Überlegungen, die Platanen wegen eines angeblichen "Erreichens der Baumaltersgrenze" abzuholzen und durch Neupflanzungen zu ersetzen. Nach Protesten versucht man heute, die Bäume durch besondere Pflege zu erhalten.
U.a. stabilisieren sich einige besonders ausladende Bäume durch relativ unauffällige Stahlseile gegenseitig.


Entstehung

Ab 1819 wurden in Tübingen erst die Kastanienallee und Akazienallee geplant und in Folge auch die Plantanenallee. Diese wurde - entgegen einer lange von Stadtführern erzählten Geschichte - wohl nicht vom 1824 verstorbenen letzten Scharfrichter der Stadt, Johann Georg Friedrich Belthle angelegt, sondern später, im Jahre 1828. Dies ergab eine dendrochronologische Studie (Methode: Holz-Alter-Datierung mithilfe der Jahresringe) zum Alter der Platanen, die die Stadt Tübingen bei der Universität Hohenheim in Auftrag gegeben hatte. Die Studien-Ergebnisse mit der Schlagzeile "Die junge Altehrwürdige" und dem Untertitel "Scharfrichter-Geschichte falsch" wurden am 25. Mai 2013 im Tagblatt veröffentlicht. Demnach seien die Bäume zwischen 1822 und 1824 gekeimt. Auf einem Stich von 1832 ist die junge Platanenallee bereits zu erkennen.[1]. Im Anschluss an diese Erkenntnisse forschte das Stadtarchiv in den städtischen Akten dieser Zeit nach und entdeckte eine Rechnung vom 28. Januar 1828 von der exotischen Landesbaumschule in Hohenheim über die Lieferung von 96 Platanen, 60 Pappeln und 4 Tulpenbäumen. Für die Platanen wurde 32 Gulden bezahlt.[2]


Zugänge

  • von Osten: von der Neckarbrücke gibt es eine direkte Treppe hinunter auf die Insel.
  • von Süden aus, aus der Richtung vom Bahnhof und vom Anlagensee her geht es über eine kleine, "Indianersteg" genannte Brücke auf die Neckarinsel,
  • von Westen gibt es von der Derendinger Allee und der Alleenbrücke einen auch mit dem Fahrrad nutzbaren Zugang zur Insel.


So sieht's der Vogel


Weblinks

  1. Artikel im Schwäbischen Tagblatt "Die junge Altehrwürdige" vom 25. Mai 2013
  2. Pressemitteilung der Stadt, Artikel "Stadt investierte 32 Gulden" im Schwäbischen Tagblatt vom 12. Juni 2013
Im Herbst 2011
Die Allee und Neckarfront im herbstlichen Abendlicht