Friedrich Silcher

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Ehepaar Silcher, Hochzeitsbild 1822
Das 1939-1941 gebaute Silcher-Denkmal auf der Neckarinsel
Silchers Grabstelle auf dem Stadtfriedhof
Wohnhaus Silchers, Wilhelmstraße 1 (Mitte, nicht erhalten)
Das alte, nicht mehr existente Silcher-Denkmal von 1874, hinter der Neuen Aula


Philipp Friedrich Silcher (auch: Friederich, * 27. Juni 1789 in Weinstadt-Schnait im Remstal; † 26. August 1860 in Tübingen) war ein deutscher Komponist der Romantik, der heute hauptsächlich durch seine Lieder bekannt ist. Daneben komponierte er aber auch Motetten, Kammermusik und zwei Ouverturen für großes Orchester.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er wirkte ab 1817 als erster Musikdirektor an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen bis zu seinem Tode im Jahr 1860. Er war verheiratet mit Luise Rosine Enßlin (* 6. September 1804 in Tübingen, † 17. Juni 1871 ebenda). Aus der Ehe gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor.

Silcher schuf mehrere hundert Werke der Kirchen-, Jugend- und Hausmusik und wurde auch als Sammler und Herausgeber deutscher und ausländischer Volkslieder berühmt. Viele seiner eigenen Liedkompositionen und -bearbeitungen sind volkstümlich geworden, z.B. Alle Jahre wieder, Am Brunnen vor dem Tore, Ännchen von Tharau, In einem kühlen Grunde, Lorelei (auf das Gedicht von Heine), Muss i denn zum Städtele hinaus, Wenn alle Brünnlein fließen.
Der gute Kamerad gehört noch heute zum Liedgut im Trauerzeremoniell des Militärs in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern. (Es hat leider, bezogen auf bestimmte Zeiten, auch eine Missbrauchsgeschichte.) Silcher komponierte die bekannte Melodie nach einer Schweizer Volksweise 1825 auf ein Gedicht von Ludwig Uhland von 1809.

Er förderte besonders das Chorwesen. Mit der Gründung der "Akademischen Liedertafel" und des "Oratorienvereins" schloss er sich der süddeutschen Sängerbewegung an, die 1848 zur Gründung des Schwäbischen Sängerbundes führte.


Denkmal[Bearbeiten]

1874 wurde ihm in Tübingen erstmals ein Denkmal in Form eines klassizistischen Obelisken mit einem marmornen Portraitrelief errichtet, das in einer Grünanlage, dem sogenannten Silcherwäldchen hinter der Neuen Aula stand. Als die Neue Aula nach Nordwesten erweitert wurde, bekam das Denkmal 1928 einen neuen Platz im kleinen Wald auf der Neckarinsel. Mit dem Bau des neuen Denkmals wurde es entfernt. Es ist nicht erhalten. - Das heutige, monumentale Silcher-Denkmal mit einem runden Platz am Ende der Platanenallee (siehe Abb.) entstand 1939-1941 (Bildhauer Wilhelm Julius Frick) und ist ein typisches Beispiel dieser Zeit. Seit 1995 wird es auf einer kleinen Tafel erläutert. Zudem behandelt eine weitere Tafel (Stele)[1] des 2016 eingerichteten Geschichtspfads zum Nationalsozialismus das Denkmal.

Benennungen[Bearbeiten]

Seinen Namen tragen vor Ort die Silcherstraße bei der Neuen Aula, die Alte und Neue Silcherschule und der Chor Silcherbund (gegründet 1865)[2].
Sein Wohnhaus in der Wilhelmstraße 1 / Am Stadtgraben (zwischen Schimpfeck und Museum) mit einer Gedenktafel[3] wich Anfang der 1950er Jahre dem Verkehr.


Ferner: Ihm wurde die Rebsorte Silcher gewidmet.


Zum 150. Todesjahr 2010[Bearbeiten]

Literatur zum Silcher-Denkmal von 1941[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichtspfad zum Nationalsozialismus: Die Vereinnahmung der Künste...: Silcherdenkmal, tuebingen.de
  2. Tübinger Stadtchronik von 1990
  3. Tübinger Stadtchronik ab 1910