Ludwig Uhland

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Der Dichter in jungen Jahren
Portrait-Zeichnung
Das Grab auf dem Stadtfriedhof
Uhlands Geburtshaus (gelb) in der Neckarhalde 24, mit einer Gedenktafel
Uhlands Wohnhaus um 1905
Postkarte der alten Neckarbrücke von 1943 mit dem 1944 zerstörten Uhlandhaus in der Bildmitte
Uhlands Garten 1863 mit Blick zur Altstadt
Das Elternhaus Uhlands in der Hafengasse (Heute Spielwarengeschäft Dauth). Im ersten OG an der Hausfassade ist ein entsprechendes Schild angebracht.
Ludwig Uhland mit Gattin Emilie,
frühe Photographie, 1846
Portraitmedaillon in der Fassade des Bonatzbaus

Johann Ludwig Uhland (* 26. April 1787 in Tübingen; † 13. November 1862 ebenda) war ein deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker.

Kein Name ist in Tübingen so gegenwärtig wie der Uhlands - was nicht verwundert, denn er ist unter den vielen Dichtern, deren Namen mit der Stadt verbunden ist, der einzige gebürtige Tübinger, und darüber hinaus zu seiner Zeit (und noch lange danach) einer der berühmtesten Dichter Deutschlands. Seine 1815 erstmals veröffentlichten "Gedichte" zählen zu den meistgelesenen Büchern des 19. Jahrhunderts.

Lebensdaten[Bearbeiten]

Nach dem Besuch der Lateinschule Schola Anatolica erhielt er ein Stipendium am Ev. Stift, wo er sich vorwiegend philologischen Themen widmete, und studierte ab 1805 Rechtswissenschaften. 1810 wurde er darin promoviert. Bereits zuvor brachte er gemeinsam mit seinem Freund Justinus Kerner ein "Sonntagsblatt für gebildete Stände" heraus. Zwischen 1810 und 1814 war er Sekretär im württembergischen Justizministerium in Stuttgart, danach als Rechtsanwalt tätig.

Als liberaler Abgeordneter saß er zwischen 1819 und 1826 sowie von 1833 bis 1838 im württembergischen Landtag.


„Politisch und dichterisch mahnte er nach dem Napoleonischen Krieg immer wieder die versprochenen deutschen Landesverfassungen an. Er gehörte im Königreich Württemberg zu den sogenannten "Altrechtlern", die gegen die Verfassung protestierten, die 1818 vom König erlassen worden war. Sie bestanden darauf, dass die bisherige Verfassung von Altwürttemberg, das sogenannte "alte gute Recht" (so auch ein Titel eines Uhlandgedichtes), wieder in Kraft gesetzt wurde. Uhland setzte dabei hintan, dass das alte Recht damals in Vielem nicht mehr zeitgemäß war – das "alte Recht" basierte auf dem Tübinger Vertrag von 1514 und war auf die Bedürfnisse eines moderneren gemischt-konfessionellen Staates nicht zugeschnitten.

Uhland wurde 1829 Professor für deutsche Sprache und Literatur in Tübingen, auch von 1848 bis 1849 Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung und war noch beim Stuttgarter Rumpfparlament mit dabei, deren letzte öffentliche Protestation er anführte – mit unerschütterlich liberaler und großdeutscher Gesinnung.

1850 zog er sich als Privatgelehrter nach Tübingen zurück. Er sammelte, erschloss und edierte mittelalterliche Dichtung und gilt mit seinen historischen Balladen und Gedichten in volksliedhafter Form neben Justinus Kerner als bedeutendster Vertreter der schwäbischen Romantik.“ [1]


Würdigung in Tübingen[Bearbeiten]

Nach ihm benannt sind in Tübingen ein Denkmal, eine Straße, ein Gymnasium mit Sporthalle, ein Hallenbad, ein Restaurant, eine Café-Bar, ein Festsaal im "Museum", eine Grundschule, ein Universitätsinstitut ("EKW"), ein Wanderweg, eine Ehrenplakette, der Tübinger Zweig der Anthroposophischen Gesellschaft, die Funkstreifen-Fahrzeuge der Tübinger Polizei und vielleicht noch mehr - früher auch ein Platz, eine Schule am Stadtgraben, ein Kindergarten und eine Apotheke.

Wohnhaus[Bearbeiten]

Sein Wohnhaus stand am nördlichen Ende der Neckarbrücke auf der Ecke Mühlstraße / Gartenstraße.[2] Das 1828 erbaute klassizistische Gebäude in damaliger "1a"-Lage vor den Toren der Stadt, mit steilem Obst- und Weingarten, erwarb und bezog er mit seiner Frau Emilie im Jahr 1837. - Die später benachbarte Burschenschaft Germania, der Uhland angehört hatte, kaufte das Haus 1910 und unterhielt darin u.a. ein kleines Uhland-Museum. Dessen Exponate, darunter Schriften und Uhlands Totenmaske, sind heute in einer Vitrine im Germanenhaus ausgestellt. - Das Wohnhaus wurde bei einem Bombenangriff in der Nacht vom 15. auf 16. Mai 1944[3][4] zerstört. Heute sind an dieser Stelle, dem sogenannten Germanen-Eck, ein Döner-Imbissgeschäft und ein Coffeeshop. Es wird eine Neubebauung des Grundstücks erwogen. Der große Garten darüber, der hoch bis zur Österbergstraße reicht, ist heute eine denkmalgeschützte Grünfläche, aber nicht öffentlich zugänglich.

Elternhaus[Bearbeiten]

Uhlands Elternhaus steht in der Hafengasse 3 (heute Spielwarengeschäft Dauth).

Geburtshaus[Bearbeiten]

Sein Geburtshaus befindet sich in der Neckarhalde 24.

Denkmal[Bearbeiten]

Das Denkmal für den Dichter von 1873 befindet sich in einer kleinen Grünanlage zwischen der Uhlandstraße und der Indianersteg genannten Brücke zur Neckarinsel, auf dem heute so bezeichneten "Platz der Stadt Monthey". Das stattliche Bronzestandbild auf hohem Sockel liegt heute etwas versteckt, ursprünglich führte vom Ausgang des Bahnhofs die Bahnhofallee geradlinig und direkt auf das Denkmal zu. Es ist geplant, eine ähnliche Wegverbindung wieder herzustellen. - Die Fassade des Bonatzbaus in der Wilhelmstraße enthält ein Portraitmedaillon von Uhland (s.u.) und die Rathausfassade ein weiteres.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. gedichte.xbib.de/ Uhland-Biographie
  2. Jürgen Sydow. "Bilder zur Geschichte der Stadt Tübingen", H. Laupp'sche Buchhandlung, 1980, Seite 78
  3. Jürgen Sydow: "Bilder zur Geschichte der Stadt Tübingen", H. Laupp'sche Buchhandlung, 1980, Seite 208
  4. Bilder vom zerstörten Uhlandhaus aufgetaucht, Tagblatt 4.6.2011