Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft

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Das Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft ist eine Einrichtung der Universität Tübingen „mit sehr hoher inneruniversitärer, regionaler, nationaler und internationaler Sichtbarkeit. Mit dem Institutsnamen verbindet sich seit den Nachkriegsjahren, mit dem Fachnamen seit nahezu vier Jahrzehnten ein hoher Wiedererkennungswert. Das "LUI" und die hier vertretene "EKW" stehen für eine bundesweit einmalige und für andere Institutionen vorbildhafte Modernisierung des Faches Volkskunde, seine disziplinäre Öffnung und internationale Ausrichtung.

Das Ludwig-Uhland-Institut liegt im Zentrum der Universitätsstadt Tübingen: die Räume des Instituts befinden sich in zwei Gebäuden des Tübinger Schlosses. Vorlesungen finden gewöhnlich im Hauptgebäude der Universität statt. Das Institut verfügt über bedeutende Sammlungen von Text-, Bild-, Foto-, Ton-, Video- und Sachdokumenten, die in Lehre und Forschung genutzt werden.“[1]


Fach[Bearbeiten]

„Die Tübinger Empirische Kulturwissenschaft (EKW) gehört zum Kreis der Fächer, die aus der Volkskunde hervorgegangen sind. Sie untersucht Phänomene der Alltagskultur in gegenwartsbezogener und historischer Perspektive. Beide Sichtweisen dienen dazu, die kulturelle Ordnung und Dynamik moderner Gesellschaften zu analysieren und zu interpretieren. Grundlegende theoretische Kategorie der EKW ist Kultur, verstanden als der permanente Prozess des praktischen Aushandelns der Regeln, nach denen Menschen, Gruppen und Gesellschaften zusammen leben, sich verständigen und voneinander abgrenzen. Die EKW erforscht, wie Menschen arbeiten, ihren Alltag organisieren und miteinander verkehren, wie sie mit dem natürlichen und kulturellen Erbe umgehen und welches Bild sie sich von diesen Beziehungen selbst machen. Sie nimmt somit die Volkskultur der vormodernen Zeit ebenso ins Visier ihrer Betrachtungen wie gegenwärtige Jugend- oder Populärkulturen.“[2]

„Als Disziplin reichen ihre Wurzeln bis in das 18. Jahrhundert zurück. Das Fach etablierte sich im 19. Jahrhundert als Reaktion auf die massiven Transformationsprozesse in den industriellen Gesellschaften, in deren Folge sich ein spezifisches Interesse für die im Verschwinden begriffene Kultur des "einfachen Volkes" entwickelte. Die Weiterentwicklung dieser Themen führte an den Universitätsinstituten zu unterschiedlichen Fachbezeichnungen, doch gemein ist allen die Vielfalt von Themen, Methoden und Zugängen. Volkskunde ist daher durch seine historische und gegenwärtige Perspektive besonders ausgezeichnet, die einen intensiven Blick auf das Eigene und auf das Fremde in den Kulturen werfen lässt.“[3]


Der Name des heute zur Sozialwissenschaftlichen Fakultät gehörenden Instituts ist besonders verbunden mit den Professoren Hermann Bausinger (auch langjähriger Direktor bis 1992) und Utz Jeggle.


Quellen[Bearbeiten]


Weblinks[Bearbeiten]