Mühlbachäcker

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Luftaufnahme des Behördenzentrums Mühlbachäcker von Süden (2009)
Luftaufnahme des Gebiets von Osten, im Vordergrund auch Fa. Walter AG (2009)
Sparkassen Carré links und Landratsamt rechts. Dazwischen hinten das Regierungspräsidium. Panoramablick von der Fußgängerbrücke (2013)

Die Mühlbachäcker sind ein überwiegend ehemaliges Acker- und Wiesengelände, auf dem sich heute hauptsächlich das Behördenzentrum Mühlbachäcker befindet. Das Gebiet liegt am Nordwestrand des Stadtteils Derendingen zwischen der Wilhelm-Keil-Straße, Mühlbachäckerstraße und Konrad-Adenauer-Straße. Ein inzwischen nur noch kleiner Teil im Südwesten des Areals wird noch landwirtschaftlich genutzt.

Auf der "Sonderbaufläche" in Landesbesitz[1] wurden seit den 1970er Jahren bis heute nach und nach Neubauten von Ämtern, Behörden und Instituten angesiedelt. Im Süden entstanden die Studentenwohnheime Mühlbachäcker. Östlich der Konrad-Adenauer-Straße bis zur Derendinger Straße schließen sich ein gemischtes Gewerbe-, Dienstleistungs- und Wohngebiet sowie Brachflächen an.

Zwischen den Verwaltungsbauten sind größere Wiesenflächen frei, die eine offene, von Fußwegen durchzogene Grünzone bilden. Durch diese fließt mit seinen natürlichen Windungen, älteren Baumbeständen und anderem Randbewuchs der Mühlbach. Die Landwirtschaftsfläche südlich des Landratsamts ist für eine weitere Bebauung vorgesehen. Ab Anfang 2015 wurde auf einem Teil dieser Fläche eine provisorische Containersiedlung für Flüchtlinge gebaut. Für das Landratsamt wurde anbei ein "erdbebensicheres" Zusatzgebäude errichtet. Auch die Staatsanwaltschaft Tübingen soll von der Charlottenstraße hier in einen Neubau umziehen. [2] Für das ganze Areal der Mühlbachäcker wurde inzwischen eine Gesamtplanung mit gemischter Behörden- und Wohnbebauung erstellt, die auch die bisherigen Wiesen-Freiflächen im Südosten einbezieht. Ein städtebaulicher Wettbewerb wurde im Juni 2022 entschieden und zur Diskussion vorgestellt. [3]

Eine Fußgängerbrücke überquert beim Landratsamt die Bahngleise, jedoch nicht die Europastraße (B 28). Schon mehrmals wurde eine Verlängerung der Brücke über die Straße zum Oberen Wöhrd gefordert.

Das Wiesengelände zwischen Sparkassencarré und Landratsamt wurde am 21. Juni 2015 erstmalig als Veranstaltungsort für ein Open-Air-Konzert von Bob Dylan genutzt. Am 26. 6. folgte Dieter Thomas Kuhn.

Behörden und Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ECO-City[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit den Gebieten Mühlenviertel und Saiben bildete der (bis zur Derendinger Straße erweiterte) Bereich der Mühlbachäcker das "Projektgebiet Derendingen", das 2002-04 Teil des EU-Forschungsprojektes "ECO-City" war. Im Rahmen dessen wurden Konzepte für nachhaltige Modellsiedlungen entwickelt, die in die Planungen der Stadt einfließen sollten.[5]

Neues Quartier Mühlbachäcker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Mühlbachäcker ist im Zuge der Quartiersentwicklung ein neues, gemischt genutztes Wohngebiet geplant: Aus dem bisherigen Behördenstandort soll – in Kooperation der Universitätsstadt Tübingen mit dem Land Baden-Württemberg als größtem Grundstückseigentümer – schrittweise ein verdichtetes Stadtquartier mit zusätzlichem Wohnraum, Arbeitsplätzen und Infrastruktur entstehen.

In der städtischen Wettbewerbsdokumentation wird ausdrücklich genannt, dass neuer Wohnraum u. a. für Studierende und Klinikpersonal geschaffen werden soll; als Orientierungsgröße werden dabei rund 1.500 zusätzliche Einwohner sowie etwa 1.200 zusätzliche Arbeitsplätze genannt, ergänzt um Bausteine wie Nahversorgung, Gewerbe und soziale Infrastruktur.[6]

Politisch wurde das Vorhaben zuletzt weiter konkretisiert: Laut Südwest Presse/Tagblatt wurde das Plangebiet, das nun planerisch „angepackt“ werden soll, auf 14,5 Hektar erweitert (u. a. weil das Land seine Flächenplanungen präzisiert hat), verbunden mit dem Start bzw. der Fortführung des formalen Bebauungsplanverfahrens und der frühzeitigen Beteiligung.[7]

Für die Mühlbachäcker konkretisieren sich die Planungen für ein neues Wohn- und Mischquartier deutlich, auch wenn sie gegenüber dem ursprünglichen Stand stark angepasst wurden. Das gesamte Areal umfasst rund 25 Hektar, von denen zunächst nur 7,4 Hektar in eine Rahmenplanung einbezogen werden sollten. Inzwischen wurde das Plangebiet jedoch auf 14,5 Hektar erweitert. Hinzugekommen sind unter anderem Flächen östlich der Konrad-Adenauer-Straße beim Parkhaus, bei der Polizei sowie beim DHL-Areal. Hintergrund sind präzisierte Planungen des Landes Baden-Württemberg, dem rund 70 Prozent der Flächen gehören, sowie veränderte Nutzungsabsichten privater Eigentümer.

So plant die Eigentümerin des DHL-Geländes, die Sonthofener S & K GmbH & Co. KG, nach dem Auszug des Unternehmens im Jahr 2029 eine kleinteiligere Bebauung, die sich besser in die bestehende Nachbarschaft in Derendingen einfügen soll. Vorgesehen sind dort Wohnungen, eine Kindertagesstätte und weitere ergänzende Nutzungen im Erdgeschoss. Zusätzlich wird durch den geplanten Umzug der Firma Avat in das neue Gewerbegebiet Aischbach II eine größere Fläche frei, die ebenfalls in die weiteren Überlegungen einbezogen werden kann.

Auf Grundlage dieser neuen Rahmenbedingungen soll nun nicht mehr der Sieger-, sondern der zweitplatzierte Entwurf des Berliner Büros Yellow Z aus dem städtebaulichen Wettbewerb von 2022 weiterverfolgt werden. Die Entwürfe anderer Büros, wie A24 Landschaft, wurden teilweise veröffentlicht.[8] Nach Einschätzung der Stadt weist dieser Entwurf deutlich mehr Übereinstimmungen mit den aktuellen Planungszielen auf. Vorgesehen sind unter anderem neue Wohnangebote für Studierende sowie bezahlbarer Wohnraum für Beschäftigte des Landes, des Universitätsklinikums und der BG. Ergänzt werden sollen diese Nutzungen durch neue Gebäude für Staatsanwaltschaft und Katastrophenschutz sowie durch den Ausbau der Erstaufnahmeeinrichtung für geflüchtete Menschen von derzeit 350 auf künftig 500 Plätze.

Da das bestehende Baurecht aus dem Ortsbauplan „Mühlbachäcker I–IV“ den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht, wird ein neuer Bebauungsplan mit dem Titel „Im Brühl-Mühlbachäcker“ aufgestellt. Die Kosten für die Planungen werden auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt und sollen von der Stadt Tübingen, dem Land Baden-Württemberg und privaten Eigentümern gemeinsam getragen werden.

Der Planungsausschuss des Gemeinderats hat den nächsten Schritten bereits zugestimmt (Sitzung: 27.03.2025 GR/011/2025 bzw. Sitzung 30.09.2024 GR/115/2024)[9][10].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]