Südstadt

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Der Teil des Innenstadtgebiets, der südlich des Neckars liegt, heißt Südstadt (vgl. auch: Kategorie:Südstadt). Früher nannten die Bewohner der Tübinger Altstadt alles was jenseits des Neckars war kurz das Jenseits.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Wesentlichen handelte es sich dabei um Einrichtungen der früheren Garnisonsstadt: die Thiepval-Kaserne, die Loretto-Kaserne, das Lazarett an der Alexanderstraße und die Hindenburgkaserne. Die ältere Wohnbebauung zwischen diesen Kasernenarealen mit ihren Exerzierplätzen stand teilweise in Verbindung mit der zunächst stark militärischen Prägung dieses Stadtteils: Offizierswohnungen und Häuser von Zivilbediensteten. Außerdem gab es ein Gaswerk (Vorläufer der Stadtwerke), eine Stuhlfabrik (heutiges LTT - Landestheater Tübingen), eine Essigfabrik (Schweickhardt), eine Uniformfabrik und einige weitere gewerbliche Einrichtungen.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden alle militärischen Einrichtungen - und noch einige Gebäude mehr - von der Französischen Besatzungsgarnison in Besitz genommen. Während der Besatzungszeit entstanden in der Südstadt weitere Militärgebäude, die Französische Schule und auch einige etwas französisch anmutende Wohngebäude.

Erst nach Glasnost, Perestroika und der Wiedervereinigung Deutschlands hatten die Tübinger diese Areale und Gebäude wieder zur Verfügung. Unter Federführung des Stadtsanierungsamts und dessen damaligem Leiter Andreas Feldtkeller wurde Anfang der 1990er Jahre ein städtebaulicher Rahmenplan zur Südstadtentwicklung erstellt und vom Tübinger Gemeinderat 1993 ein Sanierungsgebiet mit der Bezeichnung "Entwicklungsbereich Stuttgarter Straße/Französisches Viertel" beschlossen.

Zu dem Entwicklungsbereich gehört das Loretto-Areal im Westen, in dem sich auch die Tübinger Volkshochschule befindet, die ehemaligen Offizierswohnblöcke an der Stuttgarter Straße (B27) und im Osten das Hindenburg-Areal. Die Bezeichnung "Französisches Viertel" im engeren Sinne hat sich inzwischen nur für den Ostteil, also das Areal der ehemaligen Hindenburg-Kaserne eingebürgert, wahrscheinlich deshalb, weil hier mit der ergänzenden Neubebauung begonnen wurde.

Als weitere Viertelbezeichnungen für Teile der Südstadt sind in Tübingen zu hören: "Loretto-Viertel" oder kurz "s'Loretto", der "Galgenberg" für die Wohnbebauung des Nordhangs unterhalb des Bergfriedhofs, der "Wennfelder Garten" für die Nachkriegsbebauung in jenem Seitentälchen, "am Sternplatz" für alles rund um den Sternplatz, "beim Depot" und "an der Steinlach" für die ältere Wohnbebauung neben diesem eingedeichten Flüsschen.

Weblinks[Bearbeiten]