Ammertalbahn

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Ein Schienenbus der Ammertalbahn im Juli 1969 zwischen Tübinger Hauptbahnhof und Bahnbetriebswerk

Die Ammertalbahn führt überwiegend eingleisig von Herrenberg im Westen nach Tübingen im Osten. Die Strecke verläuft im Tal der Ammer und ist daher nach diesem Bach benannt. Sie ist nicht elektrifiziert und wird von Dieseltriebwagen VT 650 im recht dichten Liniendienst (werktags halbstündlich, sonn- und feiertags zum Teil nur stündlich) befahren. Die Strecke gehört dem Zweckverband ÖPNV im Ammertal (ZÖA) (als Körperschaft des Öffentlichen Rechts gegründet am 26. Juli 1995), der diese betreibt. Es werden aber auch Fahrten von der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) als Subunternehmer der DB Regio AG gefahren.

Im Jahr 2008 nutzten im Schnitt über 7.000 Fahrgäste pro Werktag die Strecke.[1]


Stationen[Bearbeiten]

Die Bahnhöfe Tübingen West, Pfäffingen und Entringen sind Kreuzungsbahnhöfe mit zwei Gleisen.


Bauten[Bearbeiten]

Die Strecke quert den Tübinger Schlossberg mittels eines Tunnels. Direkt anschließend an diesen Tunnel steht in Fahrtrichtung Tübinger Hauptbahnhof eine zweibögige Betonbrücke über den Neckar. Diese Brücke wurde im Zweiten Weltkrieg am 18. April 1945 gesprengt und im Jahr nach dem Krieg in alter Form wieder aufgebaut. Sie war eine der ersten Eisenbahnbrücken in Württemberg, die als Eisenbetonkonstruktion gebaut wurde[2].


Der Westbahnhof wurde an diese Strecke gebaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Teilstrecke von Herrenberg bis Pfäffingen wurde bereits am 12. April 1909 fertiggestellt[3]. Der Abschnitt von Pfäffingen nach Tübingen wurde am 1. Mai 1910 eröffnet.

Ein viel beachteter Sonderzug rollte am 11. März 1972 vom Tübinger Hauptbahnhof bis zum Tübinger Westbahnhof durch den Schlossbergtunnel der Ammertalbahn. Es war der D2444/24415 samt Salon- und Speisewagen für Bundeskanzler Willy Brandt, der bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Tübinger Hepperhalle eine Rede halten sollte.[4]

Am 25. September 1966 stellte die Deutsche Bundesbahn den Personenverkehr zwischen Herrenberg und Entringen ein. Gleise wurden später (1973) zwischen Herrenberg und Gültstein abgebaut. Seit diesem Zeitpunkt fand der Güterverkehr nur noch von Tübingen bis Gültstein statt. Für den Personenverkehr hatte die DB am 27. Juli 1989 das Stillegungsverfahren eingeleitet. Nachdem die Strecke stillgelegt worden war, wurde sie am 1. August 1999 mit veränderter Organisation auf ganzer Länge wiedereröffnet und wird seitdem gut frequentiert.[5][6]


Den 100. Geburtstag der Strecke feierte man 2009 (Infos dazu hier). Vom 15. Juni bis 31. Juli 2009 wurde im Landratsamt die Ausstellung "angeLOKt - 100 Jahre Ammertalbahn" gezeigt.

Streckenverlauf[Bearbeiten]


Links[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.zugbus-rab.de/db_zb_alb_bodensee/view/special/ammertalbahn.shtml Homepages des Betreibers DB ZugBus Alb-Bodensee (RAB)
  2. "Das Tübinger Stadtbild im Wandel", Stadt Tübingen • Kulturamt (1994), S.71, ISBN 3-910090-11-7
  3. Tübinger Stadtchronik ab 1900
  4. Michael Petersen: 100 Jahre Ammertalbahn - Nächste Station Saloniki Hauptbahnhof, Stuttgarter Zeitung vom 15. Juni 2009.
  5. de.wikipedia.org/wiki/Ammertalbahn
  6. www.ammertalbahn.info/sk_dok/zoea_satzung_1997.pdf