Pfäffingen

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Pfäffingen

Pfäffingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Ammerbuch zwischen Unterjesingen, Entringen und Poltringen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die evangelische Michaelskirche in Pfäffingen mit schiefem Turm und interessanten Fresken im Innenraum

Pfäffingen wurde 1188 in Urkunden des 1187 gegründeten Klosters Bebenhausen erstmals erwähnt. 1699 fiel Pfäffingen an den Herzog von Württemberg. Zur Zeit der Reformation wurde bereits 1554 mit Jakob Weber der erste evangelische Pfarrer in Pfäffingen genannt, im Herbst 1600 wurde das erste noch heute erhaltene Kirchenbuch angelegt. Eingesetzt wurden die Pfarrer meist auf Vorschlag der Herren von Gültlingen durch den Herzog von Württemberg, der das Patronatsrecht der Kirche innehatte. Bis 1805 gehörte Pfäffingen zu Altwürttemberg, mit dessen Gründung 1806 bis ins Jahr 1945 dann zum Königreich Württemberg.[1]

Durch den alten Grenzverlauf und die unterschiedlichen Konfessionen gibt es bis auf den heutigen Tag wenig Interaktion mit dem benachbarten Poltringen. Zum 1. Dezember 1971 vereinigte sich die Gemeinde Pfäffingen mit ihren Nachbargemeinden Altingen, Breitenholz, Entringen, Poltringen und Reusten zur neuen Gemeinde Ammerbuch.

"Ägypter" und "Saloniki"[Bearbeiten]

Die Pfäffinger haben den Ortsnecknamen "Ägypter". Ob es sich dabei um einen nach dem Bau des Pfäffinger Schlosses sesshaft gewordenen Stamm von Ausländern handelt, oder ob es sich um eine Verballhornung der "Gipser" aus dem Gipswerk Breitenholz handelt, ist ungewiss.

Zwei bessere Erklärungsversuche zitiert Wolfgang Wulz in folgendem "Gäubote"-Video:

Viele griechische Gastarbeiter siedelten sich seit den 60er Jahren in Pfäffingen an. Darunter Mitarbeiter des damals renommierten Motorradherstellers Maico. Dieses Familienunternehmen der Familie Maisch hatte seinen Firmensitz wegen des Schienenanschlusses von Poltringen nach Pfäffingen verlegt. Einige Griechen gehörten zur Belegschaft, und die erzählten Freunden und Verwandten von den trefflichen Arbeitsmöglichkeiten. Das wirkte, zeitweise wohnten mehr als 200 Griechen in Pfäffingen. Der Schaffner der Ammertalbahn soll öfters ausgerufen haben: "Nächste Station Saloniki Hauptbahnhof!".[2]

Industrie und Handel[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Pfäffingen vor allem durch verschiedene Industrieansiedlungen bekannt:

  • Von 1931 an wuchs in Pfäffingen die Firma Wilhelm Haug GmbH & Co. KG zu einem großen Unternehmen in der Düngemittel- und Kunststoffbranche an, welches noch heute durch Marken wie Manna und Haugolit weithin bekannt ist.
Maico 68 Moto-Cross-Motorrad
  • Seit 1938/39 entwickelte sich die 1931 in Poltringen gegründete Firma Maico mit ihrer Motorradherstellung rasch zu einem der führenden deutschen Unternehmen der Zweiradherstellung und versuchte sich sogar in Kleinserien mit dem Automobilbau.[3] Nach einem Teilkonkurs 1958 ging die Firma 1983 in einen zweiten Konkurs; 1986 wurde die Produktion endgültig eingestellt.
  • Von 1962 bis ca. 1999 befand sich in Pfäffingen das Werk der auf Spätzle und Knöpfle spezialisierten Teigwarenfabrik Bechtle GmbH & Co. KG, die vorher in Tübingen ansässig war und deren Produktion seit dem Zusammenschluss mit Alb-Gold Teigwaren GmbH im Jahr 2001 nach Trochtelfingen verlegt wurde.
  • Ombrelloni die Creco stellt Schirme aus Holz mit Segeltuch her, sowohl die Klassiker aus Italien als auch in Gestell und Farben abgewandelte Produkte.
  • Holz-Maisch GmbH betreibt ein Sägewerk und einen damit verbundenen Holzhandel.
  • Seit den 70er Jahren haben sich auch kleinere Unternehmen, Handelsorganisationen und Beratungs- und Ingenieurbüros mit zum Teil internationaler Ausrichtung in Ammerbuch-Pfäffingen etabliert.
  • Außerdem entstand in den Jahren bis 2005 im Süden des Bahnhofareals ein neues Einkaufszentrum mit Drogeriemarkt, Lebensmittelanbietern und Bekleidungshändlern. In diesem Bereich wurde auch das neue Ärztehaus mit Ärzten verschiedener Fachrichtung, Physiotherapie und Apotheke erstellt.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Pfäffingen auf Wikipedia
  2. Michael Petersen: 100 Jahre Ammertalbahn - Nächste Station Saloniki Hauptbahnhof, Stuttgarter Zeitung vom 15. Juni 2009.
  3. Maico Historie