Oberstadt

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Das Stift und die Oberstadt

Als Oberstadt wird im Gegensatz zur klarer definierten Unterstadt der obere Teil der Altstadt um die Münzgasse, Burgsteige, den Marktplatz und Holzmarkt bezeichnet. Die Trennlinie läßt sich an der unterschiedlichen Art der Bebauung erkennen und liegt etwa auf der Höhe Collegiumsgasse und Hafengasse.


Stimmen zur Oberstadt[Bearbeiten]

Friedrich Nicolai

Friedrich Nicolai beschreibt die Oberstadt des 18. Jahrhunderts in seinen Reisebeschreibungen Unter Bayern und Schwaben wie folgt:

"Die Stadt hat eine höchst bequeme Lage auf einem Bergrücken, von beiden Seiten abhängig. Die Straßen sind daher äußerst uneben, so daß man schief herauf- und herabgehen, oft mehrere Stufen steigen muß. Ja, in einigen Häusern, z.B. in dem des Herrn Professor Uhland, steigt man von der Spitze des Daches in eine andere Straße. Dazu kommt, daß die Straßen meist sehr eng, krumm und schlecht gepflastert, abends gar nicht erleuchtet sind und nicht gerade sehr rein gehalten werden...
Hin und wieder findet man auch einzelne neue, ganz von Stein gebaute Häuser, wozu die Hauptwache gehört. Besonders aber unterscheidet sich die Münzgasse, die im oberen Teil der Stadt Richtung Neckarseite liegt. Sie war im Jahre 1781 die einzige schöne Straße in Tübingen, so daß man sich dünkte, tatsächlich in einer Stadt zu sein. Sie hat mehrere gut gebaute Häuser, die von außen neu angestrichen und mit besseren Fenstern versehen sind, als man sonst in dieser Stadt findet. Eines der vorzüglichsten derselben ist das Haus des Buchhändlers Heerbrand. Nahe dabei liegt das Universitätshaus, welches im Jahre 1775 und 76, vor dem Jubiläum der Universität, auf Kosten des Herzogs von Hauptmann Fischer in Stuttgart neu wiederaufgebaut worden ist. Die Fassade ist recht gut, wie man es von diesem Baumeister erwarten kann. Daneben ist auch ein kleiner akademischer botanischer Garten. Die Münzgasse ist reinlicher als die übrigen Straßen, wenigstens findet man daselbst keine Misthaufen. Überhaupt hat diese ganze Seite der Stadt eine freiere und heiterere Aussicht als der untere Teil der Stadt, nämlich auf den Neckar und die umliegenden Berge. Ich erinnere mich besonders der schönen Aussicht aus den Zimmern der Herren Professoren Kapf und Rössler."[1]

Video mit Bildern von 1935[Bearbeiten]


Quellen[Bearbeiten]

  1. Friedrich Nicolai: Unter Bayern und Schwaben - Kapitel 7. ISBN 3-522-62660-5.