Haus Luginsland

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Erstes Haus der Luginsländer (ca. 1902), Stauffenbergstraße 10, mit Sichtfachwerk
Haus der Luginsländer (Besitz 1902-37), verputzt. Alte Postkarte
Das alte Gebäude 2012, mit Schindeln verkleidet
Verbindung Luginsland, Fotograf: J. W. Hornung Tübingen, Maße: ca. 16,5 x 10,5 cm, auf Hartpappe

Haus Luginsland ist eine selbstverwaltete Studenten-Wohngemeinschaft,[1] die 1873 als Verbindung von evangelischen Theologiestudenten gegründet wurde. Ihr Haus ist heute in der Paul-Lechler-Straße 9 (oberhalb der Tropenklinik).[2]


Ihr erstes eigenes Gebäude errichtete die Verbindung im Jahr 1902 auf der Wielandshöhe (vorderer Österberg) in der heutigen Stauffenbergstraße 10.


Architektur, Geschichte[Bearbeiten]

"Stattliches, solitär stehendes, zwei- bis dreigeschossiges, ehemaliges Verbindungshaus. Über massiv gemauerter und verputzter Erdgeschosszone erheben sich Fachwerk-Obergeschosse, die heute mit Holzschindeln verkleidet sind. Nach oben schließt das Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen unter einer reich gegliederten Dachlandschaft mit Zwerchhäusern, Ecktürmchen und Schleppgauben ab. Im Erdgeschoss dominieren korbbogige Fensteröffnungen. 1902 als erstes Haus einer Stiftsverbindung im „altdeutschen Bürgerhausstil“ durch den Architekten Gustav Schworezky errichtet. Die ursprüngliche Sichtfachwerkfassade wurde nachträglich mit Schindeln verkleidet. Das Gebäude wurde unter dem Druck der Nazis 1937 an den Württembergischen Evangelischen Schwesterverband verkauft, der es zum Altenheim „Wielandshöhe“ umfunktionierte. Von 1995-2016 war es die Tagesklinik Wielandshöhe für ältere Psychiatriepatienten des Universitätsklinikums." [3]

Ein drohender Abriss konnte durch eine aus diesem Anlass beschlossene Erhaltungssatzung für den Vorderen Österberg verhindert werden. Es wurde dann ein Investor gefunden, der in die vorhandene Bausubstanz Wohnungen einbauen lässt. Zwischenzeitlich war das Haus von Protestaktivisten besetzt worden.

Während des Umbaus 2020 wurde das gut erhaltene Fachwerk freigelegt. Wenn es sichtbar bleiben wird, wäre das aus denkmalpflegerischer Sicht sehr zu begrüßen.

Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Verbindung Anfang der 1950er Jahre ein neues, modernes, aber kleineres Haus in der Paul-Lechler-Straße 9 bauen. Dieses wurde 2012 gründlich renoviert.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Biastoch: Tübinger Studenten im Kaiserreich. Eine sozialgeschichtliche Untersuchung (= Contubernium. Tübinger Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte. Bd. 44). Thorbecke, Sigmaringen 1996, ISBN 3-7995-3236-6 (Zugleich: Tübingen, Univ., Diss., 1993/94).
  • Erinnerungsblätter zum 25jährigen Jübiläum der Tübinger Luginsländer. Stuttgart: Hofbuchdruckerei Chr. Scheufele, 1898
  • Denen, die uns vorangingen. Ein Buch der Erinnerung. Verbindung Luginsland, Tübingen. Schriftleitung: Walther Müller-Schöll. Mit Geleitwort von Walter Bachteler. Mit zahlr. Porträts. - Tübingen und Stuttgart: Selbstverlag des Vereins Alter Tübinger Luginsländer, 1963 - ASIN: B0028ZH7CE
  • Die Verbindung 'Luginsland', Kapitel in: Gerd Wilhelm Grauvogel: Theodor von Wächter - Christ und Sozialdemokrat, 1994, S. 35 ff.

Weblinks[Bearbeiten]