Depot-Areal

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Ansicht von der Reutlinger Straße (2011)
Der Innenhof mit Parkpllatz (2011)
Innenhof/Parkplatz nach Osten (2009)
Graffiti an einem der alten Gebäude vor dem Umbau (2007)
ehemalige Depot-Graffiti, gefunden im Herbst 2008 in einem Reutlinger Jugendmodegeschäft

Das Depot-Areal ist ein Wohn- und Einkaufs-Viertel in der Tübinger Südstadt, das aus einem umgebauten ehemaligen Lagerhaus-Komplex (Heeresdepot aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, errichtet zwischen 1937 und 1939)[1] und einem neubebauten Industriegelände entstanden ist. Es liegt zwischen der Reutlinger Straße im Süden und dem Güterbahnhof in der Eisenbahnstraße im Norden, sowie der neuen Depotstraße im Osten und der Hügelstraße im Westen. Teilweise hatte die Firma Möck-Röhren dort Hallen im westlichen Teil des Geländes. Nach dem Abzug der Französischen Garnison 1991 stand das so genannte "Depot" leer und wurde für eine Disco (Depot Tübingen) und das Sommer Open-Air Kino genutzt. In 2005-2008 entstand in den alten Lagerhäusern neue Wohnungen mit knallig bunten Balkonen. Die niedrigeren Lagerhallen wurden abgerissen und es entstand dort ein Fachmarktzentrum: Um einen Parkplatzhof gruppieren sich auf drei Seiten verschiedene Läden.

Gewerbe[Bearbeiten]

Wohnen[Bearbeiten]

Ein Bild der neu umgebauten bzw. gebauten Wohngebäude mit den bunten Balkons ist hier zu finden.

Streit um die neue Nutzung[Bearbeiten]

Eine am 14. August 2006 veröffentlichte Pressemitteilung der Stadt:


Vorhabenbezogener Bebauungsplan zum ehemaligen Heeresdepot - Reutlinger Straße

14.08.06

Die Verwaltung weist mit Blick auf die öffentlichen Diskussionen darauf hin, dass der Gemeinderat bereits vor einem Jahr den Grundsatzbeschluss gefasst hat, das städtische Grundstück an der Reutlinger Straße (Depot) gemeinsam mit dem Nachbargrundstück (Möck-Areal) zu verwerten und an einen Investor zu verkaufen. Grundlage dieses Verkaufsbeschlusses war ein Nutzungskonzept, das ebenfalls vom Gemeinderat akzeptiert und für gut gehalten wurde.

Die Verwaltung hatte die größten Anstrengungen unternommen, die Forderung der Mehrheit des Gemeinderats umzusetzen, das Jahre zuvor erworbene städtische Grundstück an der Reutlinger Straße endlich zu veräußern und an dieser Stelle zur Stärkung des Handelsstandortes Tübingen Fachmärkte in Kombination mit einer Diskothek anzusiedeln. Ein weiteres Ziel – so die Vorgabe des Gemeinderats – war, die Depotgebäude zu erhalten und gleichzeitig einen Mindesterlös von 1,5 Mio Euro zu erzielen.

Die Oberbürgermeisterin war vor diesen Hintergrund erleichtert, dass sie dem Gemeinderat nach einem langen, zunächst vergeblichen Suchprozess endlich einen finanzstarken Käufer präsentieren konnte, der nicht nur die schwierigen städtischen Rahmenbedingungen akzeptiert hat, sondern auch bereit war, den geforderten Kaufpreis zu bezahlen.

Selbstverständlich akzeptiert die Verwaltung, dass es Kritik an der Lösung gibt. Es ist aber guter Brauch in einer Demokratie, dass Entscheidungen irgendwann einmal auch von Gegnern respektiert werden. Die Forderung des Landtagsabgeordneten und OB-Kandidaten Boris Palmer, die Verwirklichung des Depots bis nach der Oberbürgermeisterwahl zurückzustellen, widerspricht dem demokratischen Grundverständnis. Es gibt weder für die Verwaltung noch für die Oberbürgermeisterin irgendeine Legitimation, einen Beschluss des Gemeinderats nicht auszuführen und auf diese Weise verbindlich zugesagte Termine gegenüber einem Dritten nicht einzuhalten und damit zu riskieren, dass eine Verwertung des Grundstücks, hinter der eine Mehrheit des Gemeinderats steht, möglicherweise scheitert und die Stadt den gesamten Prozess nochmals beginnnen muss. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass es bei diesem Projekt um eine Investition in der Größenordnung von insgesamt rund 25 Mio Euro handelt. Die Erfahrung lehrt, dass Investoren, die am Standort Tübingen Beträge in dieser Größenordnung investieren, nicht beliebig verfügbar sind.

Pressestelle der Universitätsstadt Tübingen[2]


Man kann an diesem Text erahnen, welche kontroversen Diskussionen es vorher gegeben haben muss. Ein Argument gegen die Nutzung des Areals als Verkaufsfläche war die dadurch geschwächte Kaufkraft in der Innenstadt und die damit einhergehende Gefahr für die dort zum Teil alteingesessenen Geschäfte.

Auch war das Konzept der Stadt bezüglich des Parkens ursprünglich ganz deutlich ohne Parkplätze auf Straßenebene. Dieses wurde damals auch in der Presse ganz deutlich dargestellt. Demnach gab die Stadt unter der damaligen Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer dem kommerziellen Druck des Investors nach. Einige Tübinger hatten den Eindruck, dass die Oberbürgermeisterin Frau Russ-Scherer dieses Bauvorhaben mit aller Gewalt vor der nächsten Wahl durchdrücken wollte. Möglicherweise wäre unter ihrem Nachfolger Boris Palmer die Bebauung anders ausgefallen.



So sieht's der Vogel[Bearbeiten]

Das Luftbild zeigt den Stand nach dem teilweisen Abriss und Neubau.

Videos vom alten Depot[Bearbeiten]



Quellen[Bearbeiten]

  1. Bodenspeicher des ehemaligen Heeresverpflegungshauptamtes Tübingen.
  2. [Pressemitteilung auf www.tuebingen.de nicht mehr verfügbar]