Schwäne
In Tübingen sieht man Schwäne wie z.B. auf dem Neckar, der Steinlach und dem Anlagensee.
Schwansein in Tübingen - Drama: Das schwierige Küken-aufziehen in der Nähe des Stauwehrs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Im Mai 2025 erschien auf der Titelseite des Tübinger Tagblatts ein langer Artikel zu den Herausforderungen, denen Schwäne, Schwaneneltern und Schwanenküken in Tübingen am Neckar ausgesetzt sind: Angelhaken, die Stauwehrstufe und ihr Sog etc.
Es war ein Drama, das sich am Freitag und Samstag auf dem Neckar beim Stauwehr abspielte: Passanten entdeckten, dass einem Schwan ein Angelhaken im Schnabel und im Hals steckte. Der Versuch, das Tier zu retten, misslang. Es endete tödlich für den Schwan.
Es handelte sich um Knut. Knut und seine Partnerin Flocke, die sich, wie das bei Schwänen üblich ist, sehr treu waren, befanden sich in Trauer. Jedes Jahr brütete Flocke beim Stauwehr Küken aus, wie Albrecht Wengert vom Tierschutzverein berichtet. Doch jedes Jahr geschieht dasselbe Drama: Mehrere Küken stürzen das Stauwehr hinunter und sterben. „Schwäne trauern ein halbes Jahr lang“, sagt Wengert, der das Schwanenpaar seit Jahren beobachtet.
Viele Küken sterben am Stauwehr Im vergangenen Jahr hatten Knut und Flocke elf Junge, die allesamt am Stauwehr starben. Manche werden auch Opfer von gierigen Nilgänsen. Und Wengert erzählt, dass es auch schon vorgekommen ist, dass Jugendliche Steine auf die Küken werfen.
Wengert engagierte sich in der Schwanengruppe des Tierschutzvereins. „Wir haben früher die Eier gegen Holzeier getauscht, damit die Tiere nicht so trauern müssen“, sagt er. Doch seit ein paar Jahren darf sich der Tierschutzverein nicht mehr um Wildtiere kümmern. Seither trauert Wengert jedes Jahr ein wenig mit, wenn wieder eins der Küken am Stauwehr sein Leben verliert und Knut und Flocke in Trauer versinken.
Drei der vier kleinen Schwäne, die Knut und Flocke dieses Jahr hatten, erlitten dasselbe Schicksal wie ihre Geschwister in all den Jahren zuvor: Sie stürzten das Stauwehr hinunter. „Die können ja nicht fliegen“, sagt Wengert. Für Enten und Nilgänse sei das Stauwehr kein Problem, für kleine Schwäne aber schon. [..] Und dann geschah das große Unglück: Knut erwischte einen Angelhaken, der ihm im Schnabel und im Hals stecken blieb. Wengert weiß nicht, wie das passierte. Er sagt aber, dass zwischen Horb und Tübingen jedes Jahr sechs bis acht Angelhaken in Schwänen entdeckt werden. „Entweder trifft ein Angler einen Schwan und schneidet die Schnur ab. Oder eine Angelschnur hat sich im Gebüsch verfangen und wurde abgeschnitten. Die Schwäne fressen die, entweder am Ufer oder beim Grundeln“, sagt Wengert. Passanten entdeckten am Freitagabend den verletzten Knut und riefen den Kommunalen Ordnungsdienst an. Die städtische Pressestelle berichtet, dass mehrere Kollegen des Ordnungsdienstes versucht hätten, Knut an Land zu locken. Doch der Schwan widersetzte sich diesen Versuchen. Die Ordnungshüter mussten dann zu einem anderen Einsatz. Außerdem wurde es langsam dunkel.
Doch die Passanten, die die ganze Zeit vor Ort blieben, schafften es schließlich, Knut aus dem Wasser zu locken. Sie riefen wieder den Kommunalen Ordnungsdienst. Der kam, rief beim tierärztlichen Notdienst an und brachte Knut zur Tierärztin, die sich bereit erklärte, Knut kostenlos zu behandeln. Doch Knut hatte den Haken so ungünstig verschluckt, dass keine Rettung mehr möglich war. Die Tierärztin musste Knut einschläfern, um ihn von seinen Schmerzen zu erlösen. [...]
2003: Streit um Schwäne in Tübingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Im Herbst 2003 ließ die Stadtverwaltung auf Geheiß der damaligen Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer ca. 80 Schwäne nach dem Ablassen des Anlagensees einfangen und zur Überwinterung in einen Schafstall beim Österberg verbringen. Tierschützer versuchten, versehentlich gelandete Tiere aus dem verschlammten See zu bergen. Monatelang war das Thema Dauerbrenner im Leserbriefteil der lokalen Presse. [1]
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Artikel über Fehllandung eines Jungschwans in der Friedrichstraße
Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ http://db.swr.de/upload/manuskriptdienst/eckpunkt/ep1020032227.rtf Radio Feature SWR2 Tübingen (Link leider tot (7/2025)
Weitere Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
16 Schwäne im Bereich der Steinlach-Mündung unterhalb der Friedrichstraßenbrücke (17. April 2010)
3 fliegende Schwäne an der Fassade des Technischen Rathauses von Ugge Bärtle, 1954, durch den Umbau 2016 verdeckt