Schweickhardtsche Mühle

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Schweickhardt'sche Kunstmühle (links) und Haagtor, 1850
Sturm auf Mühle am 4. Mai 1847 (Lithographie von Carl Baumann, 1847)
Erinnerung im Pflaster neben dem Ammerkanal.

Die Schweickhardtsche Mühle wurde wohl direkt nach dem Ausbau des Ammerkanals im späten 15. Jahrhundert auf der westlichen Fläche des heutigen Haagtorplatzes erbaut. Sie ersetzte wahrscheinlich die wegen des Umbaus des Ammerkanals aufgegebene Trostsmühle, die etwas nördlicher lag. Durch den Kauf der Mühle durch Hans Hemmerlin für 200 Gulden im Jahre 1501 von der Stadt wurde sie erstmals urkundlich erwähnt.

Wegen der ca. 100 m flussaufwärts am Ammerkanal gelegenen Oberen Haagtormühle bürgerte sich bald der Name Untere Haagtor Mühle ein. Der Name Schweickhardtsche Mühle entstand durch den Erwerb der Mühle im Jahre 1835 durch die Brüder Schweickhardt. 1847 kam das akademische Sicherheits-Corps der Universität Tübingen während des Tübinger Brotkrawalls den Gebrüdern Schweickhardt bei einem durch eine Hungersnot ausgelösten Volksaufstand zu Hilfe. Bereits 1881 wurde die Mühle im alten Fachwerkgebäude stillgelegt und die Mühltätigkeit in dem am Nordufer des Ammerkanals liegenden Backstein-Neubau mit neuerer Technik übertragen. Das alte Gebäude diente fortan zu Lagerzwecken. Die Mühle wurde 1960 endgültig stillgelegt. 1961 kaufte die Stadt Tübingen die Mühle komplett auf und ließ sie 1963 abreißen. Im Mai 1963 soll das alte Wasserrad der noch älteren Haagtormühle von nebenan zum Vorschein gekommen sein [1]. Im damaligen Fortschritts-Zeitgeist sah man laut Artikel im Schwäbischen Tagblatt den Abriss als Gewinn für die Altstadtsanierung: "... daß mit dem Abbruch der beiden Gebäude das Stadtbild gewonnen hat, es ist als ob man nun am Haagtor freier atmen könne."[2]

Heute erinnert nur noch ein symbolisierter ca. 1,20 m messender Mühlstein mit Zahnradkranz an der Stelle des alten Gebäudes an diese Mühle. Vermutlich hätte man bereits 10-15 Jahre später diese Mühle nicht oder zumindest nur das Backsteingebäude neueren Datums abgerissen. Auffällig ist heute auch das deutlich größere Gefälle des Kanals im Bereich der früheren Mühle.


Quellen[Bearbeiten]

  1. Schwäbisches Tagblatt, Ausgabe vom 21. Mai 2013, Seite 24 unter der Überschrift "Zeitreise" (Auf dem Foto dort ist dieses als Stahl/Eisen-Konstruktion abgebildet)
  2. "Das Tübinger Stadtbild im Wandel", Stadt Tübingen • Kulturamt (1994), S.30f, ISBN 3-910090-11-7

Weblinks[Bearbeiten]


Lage[Bearbeiten]

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Die ungefähre Lage des Fachwerk-Gebäudes durch rote Linien markiert.
Der Backsteinbau von 1881 lag auf der als Parkplatz genutzten Fläche links oberhalb der markierten alten Mühle.

  • Mühlstein: markiert das oben abgebildete Mühlstein-Symbol im Pflaster
  • T: markiert die Öffentliche Toilette.