Schlossküche

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3D-Animation zur 'Genexpression' in der Dauerausstellung im Schlosslabor, Foto November 2015
Historische Ansicht des Schlosslabors, um 1879

Die Schlossküche oder das Schlosslabor ist ein mit Gewölben versehener Raum im Schloss Hohentübingen.

1818 entstand in der ehemaligen Schlossküche ein chemisches Laboratorium der Universität. Hier arbeiteten unter anderen: Georg Carl Sigwart (ab 1818), Julius Eugen Schloßberger (1846-60), der Begründer der Biochemie und Entdecker des Hämoglobins Felix Hoppe-SeylerWP (1861-72) und Gustav Hüfner (1872-85). Das Schlosslabor wurde noch bis zum Bau der Alten Chemie 1899 genutzt.

Im Jahre 1869 isolierte dort Hoppe-Seylers Schüler, der aus der Schweiz stammende Mediziner Friedrich Miescher (*1844, † 1895), im Alter von 24 Jahren erstmals die menschliche Erbsubstanz. Diese Zellteile nannte er "Nuklein", ohne allerdings ihre Funktion bereits ganz zu verstehen. Es handelte sich um die Nukleinsäuren DNA und RNA (Nucleinsäuren), die Träger der Erbinformation. Mieschers Forschungsresultat war bahnbrechend für die späteren Erkenntnisse in der Vererbungswissenschaft und gilt heute vielen als die bedeutendste Tübinger Entdeckung.

Das auch als "Wiege der Biochemie" bezeichnete einstige Labor wurde viele Jahrzehnte lediglich als Technik- und Lagerraum genutzt. Seit November 2015 ist es als kleines Museum gestaltet und zu besichtigen. Dies wurde u.a. mit einer Spende der Tübinger Biotech-Firma CureVac AG möglich. Der Raum kann während der Öffnungszeiten des Museums der Universität besucht werden, der Eintritt ist frei.

Weitere Bilder[Bearbeiten]

Anmerkung[Bearbeiten]

Abweichend von der Quelle Unimuseum bestand laut Webseite Uni-Chemie bereits seit 1753 ein erstes Labor im Schloss; möglicherweise war dieses noch nicht in der "Schlossküche" (?).


Weblinks[Bearbeiten]