Pfrondorf

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Wappen Pfrondorf.png
Pfrondorf
Stadtteil von: Tübingen
Landkreis: Tübingen
Koordinaten: 48° 32′ 52″ N, 9° 6′ 39″ E
Höhe: 434 m ü. NN
Fläche: 9,85 km²
Einwohner: 3.398
Stand: 30. Juni 2010
Postleitzahl: 72074
Vorwahl: 07071
Eingemeindung: 1. Juli 1971[1]
Gemeindeschlüssel:
Stadtteilgliederung:
Adresse der
Stadtverwaltung:

Webpräsenz: http://www.pfrondorf.net
Ortsvorsteher: Siegfried Rapp

Pfrondorf, Blick von Kusterdingen

Pfrondorf liegt ca. 6 km nordöstlich der Tübinger Innenstadt am Rande des Naturparks Schönbuch. Der Ortsteil liegt auf einer Hochfläche (ca. 420 m ü.N.N.) über dem Neckar und bietet einen schönen Ausblick zur Schwäbischen Alb, der Burgruine Teck und der Burg Hohenzollern.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Von der Stadt aus verkehren die Buslinien 1 und 7 nach Pfrondorf.

Geschichte und Namensherkunft [2][Bearbeiten]

Auf der Gemarkung fanden sich neben germanischen Grabhügeln auch deutliche Spuren eines einstigen römischen Gutshofes sowie ein Steinbild des römischen Gottes Merkur. Im Wald Eichenfirst bei Pfrondorf wurden zwei Brennöfen aus der Römerzeit gefunden.[3]

Der Ort Pfrondorf wurde im 7. Jahrhundert von den Alemannen gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1148. Der Ortsname leitet sich vermutlich von den auch heute noch zahlreich vorhandenen Brunnen (mittelhochdeutsch prunno = Brunnen) oder den vielen Pflaumenbäume (lateinisch prunus = Pflaume) auf der Pfrondorfer Gemarkung ab.

Pfrondorf war bis 1148 im Besitz der Tübinger Pfalzgrafen. Als Pfalzgraf Hugo von Tübingen das Geld ausging, übernahm das Kloster Bebenhausen in der Folgezeit die Herrschaft über Pfrondorf. Der von den Mönchen bestellte Verwalter (= Maier) residierte im Maierhof (Lustnauer Straße 3). Im Gebiet der Seestraße legten die Mönche einen gut drei Hektar großen See an, da Fische wegen der vielen Fastentage sehr gefragt waren. Er wurde aus den Quellen des Haldenbaches gespeist. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde er abgelassen, weil die Pfrondorfer Weideland brauchten.

1833 wurde die Ev. Kirche Pfrondorf in klassizistischem Stil erbaut. Das älteste Haus am Ort ist der 1495 erbaute Doktorshof (Doktorshof 1). Der dritte große Hof, der Klosterhof (ehemals Blaihofstraße 2) existiert nicht mehr. Er brannte 1944 infolge eines Bombenangriffes ab. Um diese Höfe gruppierten sich die Häuser der Kleinbauern und Tagelöhner.

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Mit der Gemeindereform wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Pfrondorf am 1. Juli 1971 ein Stadtteil Tübingens.

Wappen[Bearbeiten]

Des bereits aus der Vereins-Standarte des Pfrondorfer Radfahrervereins bekannte rote Eichhörnchen auf gelbem Grund wurde 1947 vom dortigen Bürgermeisteramt als Wappen festgelegt. Es geht darauf zurück, dass sich die Pfrondorfer beim konspirativen Holzdiebstahl im Lustnauer Gemeindewald "flink wie die Eichhörnle" angestellt haben, um nicht vom Lustnauer Wald- und Feldschützen erwischt zu werden. [4]

Hochzeitsbräuche[Bearbeiten]

In der Beschreibung des Oberamts Tübingen von 1867 befindet sich folgender Bericht über Pfrondorfer Hochzeitsbräuche:

In Pfrondorf werden am Abend vor der Hochzeit sogenannte Hochzeitsträuße zugerichtet. Die Kameradinnen der Braut hängen an einem über den Tisch der Hochzeitleute gespannten Seil die hauptsächlichsten in Pfannen und andrem Küchengeräte bestehenden Hochzeitgeschenke auf, womit in Pfrondorf ein Schmaus, genannt der Straußabend, verbunden ist.[5] Dort werden überdies zwischen der Kopulation und dem Hochzeitschmause gewisse Tänze aufgeführt:

1) der Brauttanz zwischen Braut und Brautführer,
2) der Gespielentanz zwischen zwei Brautjungfern und zwei Gesellen, sodann
3) ein Tänzchen zwischen Braut und Bräutigam.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. www.tuebingen.de/pfrondorf
  2. Zur Geschichte Pfrondorfs bei www.tuebingen.de
  3. Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  4. Das Pfrondorfer Wappen
  5. Württemberg Statistisch-Topographisches Bureau: Beschreibung des Oberamts Tübingen Lindemann, 1867, Seite 118.

Blick aus dem All auf Pfrondorf[Bearbeiten]