Felsenkeller

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Bierkeller in der Gartenstraße 37, rechts oben (Ausschnitt Stadtplan 1876)
Haus Gartenstraße 39, "Café-Weinstube Bechtle" (1930er Jahre?), früher "zum Felsenkeller"

Zum Felsenkeller war eine Gastwirtschaft in der Gartenstraße 37, an der kurzen Nebenstraße, die heute Synagogenplatz heißt. Später war sie im benachbarten Haus Nr. 39.

Sie bestand im 19. und frühen 20. Jahrhundert und war zeitweise auch Kneipe von mehreren Studentenverbindungen wie z.B. A.V. Igel.

"Felsenkeller" war möglicherweise eine Bezeichnung für die hinter dem Haus befindliche Brunnenstube, die auch den Lützelbrunnen speiste und ggf. auch der Gaststätte den Namen gab. Es handelt sich um ein heute über 200 Jahre altes Gewölbe mit einem Sammelbecken, das Quellwasser aus dem Österberg aufnimmt und weiterleitet.[1] [2] Dieser Namenszusammenhang ist jedoch (derzeit) unsicher. Möglich ist auch, dass das Lokal im Keller des Hauses war und daher seinen Namen hatte. Die Brunnenstube, die noch heute eine Quelle sehr sauberen Wassers ist, hat jedenfalls der Gaststätte das Wasser geliefert und war somit der Grund für den Bau des Hauses an dieser Stelle.

Das Gebäude ist im Stadtplan von 1876 als "Bierkeller" bezeichnet. In den Tübinger Adressbüchern erscheint der Name "Restauration zum Felsenkeller" erstmals 1886. Zwischen 1898 und 1914 muss das Lokal in das in der Nähe neu gebaute Haus Nr. 39, direkt an der Ecke zur Gartenstraße, umgezogen sein. 1925 war hier Gotthilf Bechtles "Café und Weinstube zum Felsenkeller". Später (Adressbuch 1942) wurde dann offensichtlich der Name Felsenkeller weggelassen. Bechtle betrieb in einem rückseitigen Anbau eine Teigwarenfabrik.

In den 1960er/70er Jahren war das Lokal durch die Erbengemeinschaft an eine Gastronomie mit Kegelbahn verpachtet (u.a. Hobbyclub, Delphi). Die früheren Fabrikationsräume und die Kegelbahn wurden schließlich in Wohnungen umgebaut. Seit den 1980er Jahren war in den Wirtsstuben das italienische Restaurant Maccheroni, 2005 zog dann das indische Restaurant Delhi Palace ein.

Die Parzelle des Gebäudes Nr. 37 ist heute mit einem neueren Wohnhaus bebaut, jedoch das unterste Geschoss scheint noch von dem ursprünglichen Haus zu stammen.


Quellen[Bearbeiten]

tuebingen.de: Stadtarchiv, Adressbücher der Universitätsstadt Tübingen
Zu Gartenstraße 37:

  • 1877: Albert Pfeilsticker, Architekt, S. 32
  • 1886: Konrad Klett, Restaurateur zum Felsenkeller, S. 30
  • 1898: Josef Boßenmaier, Wirt zum Felsenkeller; Kneiplokal der Verbindung Igel, S. 41, 76, 115

Zu Gartenstraße 39:

  • 1914: Wilhelm Fischer, Restauration zum Felsenkeller, Kneiplokal der Verbindungen Danubia, Wittenberg (ev.-theol. Verein), S. 208, 213
  • 1925: Gotthilf Bechtle, Café und Weinstube zum Felsenkeller, S.170
  • 1942: Gotthilf Bechtle, Café und Tübinger Teigwarenfabrik, S. III 24

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschlussvorlage zur Sanierung der Brunnenstube des Lützelbrunnens, tuebingen.de, 3. April 2007, mit Lageplan und Fotos
  2. Brunnenstube am Synagogenplatz wird saniert, tuebingen.de / Pressestelle der Universitätsstadt Tübingen, 6. Mai 2008