Kunsthalle

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Die Tübinger Kunsthalle befindet sich im Philosophenweg im Stadtteil "auf der Wanne" und ist eine Stiftung der Töchter Robert Boschs, Paula Zundel und Dr. Margarete Fischer-Bosch, die bis in den 1970er Jahren in Lustnau lebten.
Am 11. November 1971 wurde die Tübinger Kunsthalle unter der Schirmherrschaft von Hilda Heinemann, der Gattin des damaligen Bundespräsidenten, der Öffentlichkeit übergeben.[1]

Eingangsbereich
Eindrücke von der Mel-Ramos-Ausstellung 2010

Ausstellungen[Bearbeiten]

Die Kunsthalle in Tübingen ist seit Jahren ein Anziehungspunkt für Besucher und Besucherinnen aus aller Welt. Große Ausstellungen der klassischen Moderne waren Schwerpunkt der letzten Jahre. Die Werke von Degas, Kandinsky, Renoir, Rousseau und Picasso lockten teilweise Massen von Besuchern in die Kunsthalle. Spitzenreiter ist nach wie vor die Ausstellung des französischen Malers Auguste Renoir mit 440.000 Besuchern, im Jahre 1996, dicht gefolgt von Paul Cézanne (438.500 Besucher) im Jahr 1993.[2] Mit Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Andy Warhol, Bruce Nauman, Joseph Kosuth und Duane Hanson wurden auch bekannte zeitgenössische Künstler ausgestellt. Bezeichnend ist die Mischung der Ausstellungen Adrianis, insbesondere in den ersten Jahren nach der Gründung wurden mehr junge, damals unbekannte Künstler wie George Segal, Richard Hamilton und Claes Oldenburg ausgestellt. Seit 2003 entwickelt sich wieder ein Trend, der weg von den spektakulären monographischen Ausstellungen, zu eher kleineren Ausstellungen mit Photografie und Grafik hinführt.

Im Jahr 2004 kooperierten erstmals Stadtmuseum und Kunsthalle mit der Doppel-Ausstellung „Schilderijen des Sichtbaren“. Die Exponate beider Ausstellungen stammten aus der Sammlung von Christoph Müller.

  • 24.3.2018 - 1.7.2018: "Sexy & Cool. Minimal goes emotional"[3]
  • 21.7.2018 - 21.10.2018: "Almost Alive. Hyperrealistische Skulptur in der Kunst" (Vernissage am 20. Juli 2018)
  • 10.11.2018 - 15.2.2019: "Birgit Jürgenssen. Schneegewitter" (Vernissage 9. November 2018)
  • 9.3.2019 - 30.06.2019: "Congo Stars" (Vernissage 8. März 2019"[4]
  • 20.6.2019 - 10.11.2019: "Comeback. Kunsthistorische Renaissancen in der Gegenwartskunst (Vernissage 19. Juli 2019)

Leitung[Bearbeiten]

Von 1971 bis Ende 2005 wurde die Kunsthalle von Götz Adriani geleitet. Als geschäftsführender Kurator war seitdem der Kunsthistoriker Martin Hellmold und seit März 2009 Daniel J. Schreiber für das Ausstellungsprogramm verantwortlich.


Danneckersche Nymphengruppe[Bearbeiten]

Wasser- und Wiesennymphe von Friedrich Distelbarth, nach dem Entwurf von Friedrich Dannecker. Am ursprünglichen Platz beim Anlagensee befindet ein Kunststeinabguss also eine Kopie.
Aufnahme ca. 1895
Danneckersche Nymphengruppe am Anlagensee von vorne

In der Vorhalle der Kunsthalle, dem Literaturcafe befindet sich die "Originale Kopie" von Johann Heinrich Danneckers Skulptur Wiesennymphe, die Wassernymphe aus Dankbarkeit bekränzend bekannter unter dem Namen Danneckersche Nymphengruppe. Ausgeführt in Keupersandstein und doppelter Lebensgröße (ca. 242 x 502 x 102 cm) von Friedrich Distelbarth (1810-1815) unter Aufsicht von Dannecker.
Ursprünglich war die Skulptur in Stuttgart zwischen dem Nordflügel des Neuen Schlosses und dem Oberen Anlagensee oder Theatersee (heute Eckensee) aufgestellt, ab 1839 direkt am Oberen Anlagensee, ab 1926 am Anlagensee in Tübingen. 1985-1986 wurde die durch Witterungseinflüsse ramponierte Skulptur von dem Restaurator Hans Volker Dursy in Ladenburg restauriert und befindet sich seit 1991 in der Tübinger Kunsthalle. Nach der "Tübinger Originalkopie" sind noch 3 weitere Kopien entstanden.
Weitere Details: siehe Weblinks.

Stiftung[Bearbeiten]

Eingang mit Kirschblüte, Ende April

2003 wurde auf Initiative der Stadt Tübingen eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet, mit finanzieller Beteiligung (500.000 Euro) von Prof. Georg Zundel dem Sohn der ehemaligen Stifterin. Das Stiftungskapital von 4,5 Mio Euro wurde hauptsächlich aus der zweckgebundenen Rücklage der Kunsthalle, (4 Mio Euro) die aus den Überschüssen erfolgreicher Ausstellungen stammt gebildet. Die Erweiterung war notwendig geworden um die finanzielle Grundlage der Kunsthalle mit ihrem bis dahin vergleichsweise sehr geringen Budget zu stärken und den erfolgreichen Leiter Prof. Götz Adriani über seine Pensionierung 2005 hinaus binden zu können.[5]
Ende 2008 ist das Stiftungskapital auf über 6 Mio Euro angewachsen, obwohl gering ausfallende Verluste während des Beginns der Finanzkrise den Kapitalgewinn schmälerten.[6]


Literatur[Bearbeiten]

  • Götz Adriani: Paul Cézanne – Leben und Werk (C. H. Beck Wissen in der Beck´schen Reihe), C. H. Beck Verlag, München 2006, ISBN 978-3-406-54690-7.
  • Götz Adriani: Cézanne Gemälde, DuMont Buchverlag, Köln 1993, ISBN 3-7701-3088-X
  • Götz Adriani: Cézanne Aquarelle, DuMont Buchverlag, Köln 1982, ISBN 3-7701-1346-2


Video Impressionen[Bearbeiten]

Bilder bei FlickR zum Thema Tübingen & Kunsthalle


Quellen[Bearbeiten]

  1. Tübinger Blätter 58. Jahrgang 1971 S.124
  2. http://www.tuebingen.de/wahl/pdf/kunsthalle.pdf
  3. http://kunsthalle-tuebingen.de/ausblick/
  4. http://kunsthalle-tuebingen.de/ausblick/
  5. http://www.kunsthalle-tuebingen.de/index.php?option=com_content&task=view&id=35&Itemid=89&catid=83
  6. http://www.tuebingen.de/pressemitteilungen/25_26497.html


Weblinks[Bearbeiten]