Holzwerk
HolzWerk Siebert | |
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| Datei:Tübingen-Holzwerk-Westansicht.jpg | |
| Zimmerei | |
| Adresse | Bei den Pferdeställen 10 72072 Tübingen |
| Öffnungszeiten | Mo–Fr 08:00–12:00 |
| Telefon | 07071.36166 |
| Web | https://www.holzwerksiebert.de |
| Betreiber | HolzWerk C. & G. Siebert GmbH & Co.KG |
HolzWerk C. & G. Siebert GmbH & Co.KG ist ein Zimmerei- und Bedachungs-Unternehmen im Französischen Viertel, Bei den Pferdeställen, das 1993 von Klaus und Gerd Siebert gegründet wurde. Inzwischen leiten Claudia und Gerd Siebert die Firma. Zum Ende des Jahres 2026 wollen sie den Betrieb schließen, eine Nachnutzung für die Räume wird gesucht.[1]
Sie sanierte u.a. das Bürgeramt, das am 20. September 2003 offiziell eingeweiht wurde. Die Flucht der Französischen Allee wird durch das Gebäude, ein umgebautes altes der Hindenburgkaserne, in zwei Abschnitte geteilt. Vor dem Holzwerk weitet sich auf der Ostseite die Französische Allee zu einem kleinen Platz. Trotzdem lautet die Adresse Bei den Pferdeställen 10.
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
[...] Es war Anfang der 1990er: Das heutige Französische Viertel war eine Mischung aus Ex-Militärgelände, Noch-nicht-Wohngebiet und einigen versprengten Pionierbewohnern – und der junge Gerd Siebert wollte mit dabei sein. Der Zimmermeister war mit Gleichgesinnten auf der Suche nach einer günstigen Basis für seinen Betrieb – und die Lage und die Philosophie dieser neuen Entwicklung vor den Toren der Stadt gefielen ihm: Arbeiten und Wohnen direkt nebeneinander, viele unterschiedliche Menschen an einem Ort, wenig Auto, viel Leben, buntes Chaos, das sich rechnet – Mutige vor.
„Wir waren in unserer Sturm-und-Drang-Zeit und es gab zu diesem Zeitpunkt nur wenige wie uns“, erzählt Siebert, 64, heute über sich und seinen Bruder Klaus Siebert. Zwischen Bundesstraße und Wagenburg experimentierten etwa der Wiederverwertungs-Pionier Ivo Lavetti, der Gastronom Bruno Gallo oder der Musiker Dieter Thomas Kuhn. „Wir als junge Zimmerer wollten es einfach halten und erstmal loslegen – und dafür schien das Viertel ein guter Ort.“
Denn die Stadt war eng und die ehemalige Franzosenkaserne war weitläufig. Den Mittelteil der Militär-Pferdeställe aus dem Jahr 1935 mussten er und Klaus Siebert trotz ihrer Jugend kaufen – so wollte es die Stadtteil-Philosophie damals. Die Idee einer Markthalle an der Stelle hatte sich zuvor für den Viertel-Impresario Andreas Feldtkeller zerschlagen, die Zimmerer durften ran, nachdem sie bei der Bank auch ein wenig auf die Tränendrüse gedrückt hatten: „Wir haben gesagt, entweder bekommen wir es finanziert oder wir müssen die Stadt verlassen. Ohne Eigenkapital haben wir es dann unternommen, selber umgebaut – und wir sind damit bei den hohen Zinsen damals auch ein großes Risiko eingegangen“, erzählt Siebert. „Immerhin konnten wir fast sofort davon profitieren, dass die Nachbar-Flächen von einem Schreiner und einem Schlosser betrieben wurden.“
Es war eine brodelnde Mischung aus Unternehmergeist, ein bisschen Anarchie und viel Solidarität. Siebert gestikuliert viel mit seinen kräftigen Zimmererhänden, während er erzählt: dicker silberner Ring an der Linken, Ohrringe auf einer Seite, die langen Haare zum Dutt gedreht. Nach mehr als 30 Jahren besitzt er den Betrieb und das Haus inzwischen seit zwei Jahrzehnten allein, war Arbeitgeber von Dutzenden Lehrlingen, Gesellen und Meistern und hat nicht zuletzt aufgrund seines Rufs als Restaurations-Spezialist halb Alt-Tübingen wieder instandgesetzt. „Es wäre einfacher, die Tübinger Gebäude aufzuzählen, an denen wir nichts gemacht haben“, sagt er und lacht: „Eigentlich waren das nur das Schloss – und das Kloster Bebenhausen.“ Der charakteristische Dachreiter am Tübinger Rathaus von 1511 stand jedenfalls zur Restaurierung direkt in der Halle von Sieberts Firma „Holzwerk“ in den Pferdeställen.
Der Geist des Kollektiven Allein der Name war damals schon ein wenig die Botschaft, sagt Siebert: „Es war klar, dass wir den Betrieb nicht ‚Holzbau Siebert‘ oder so nennen wollten. Wir wollten anders sein und etwas Neues machen.“ Den Geist jener Tage habe sich der Betrieb bis zuletzt bewahrt, findet Siebert: „Es war auch immer ein wenig der Geist des Kollektiven“, sagt er: „Wir haben mit den Nachbargewerken von Beginn an offene Türen gehabt und uns geholfen. Wir waren die Generation ‚Nach-der-Epplehauszeit-erstmal-einen-Ferienjob-beim-Zimmermann-machen‘.“
[...]