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Bunker

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Für den zivilen Luftschutz waren während des Zweiten Weltkrieges die Luftgaukommandos zuständig. Für Württemberg war das bis Mai 1940 das Luftgaukommando V in Stuttgart, anschließend das Kommando VII in München und ab September 1944 wieder das Luftgaukommando V in Stuttgart. Die unterschiedlichen Zuständigkeiten werden auf das "Kompetenzgerangel" unter den Führungsspitzen der einzelnen Kommandos zurückgeführt.

Die Luftgaukommandos teilten die Städte nach der Bevölkerungszahl und der Bedeutung der eventuell vorhandenen Rüstungs-und Kriegsindustrie in drei Klassen ein. Tübingen gehörte neben Stuttgart, Esslingen, Heilbronn und Göppingen zu den Luftschutzorten 1. Ordnung und war somit berechtigt, eine eigene Luftschutzpolizei aufzubauen.[1]

Erhaltene Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochbunker am Bahnbetriebswerk

In der Stadt Tübingen bestanden 11 Luftschutzstollen oder -bunker plus einige unter den Kliniken und alten Kasernen, die Platz für knapp 10 % der Bevölkerung boten. Es gab 95 mal Fliegeralarm. Ein schwerer Luftangriff ereignete sich am 17. April 1945 auf die Südstadt, unmittelbar vor Einnahme der Stadt. [2]

Es gab/gibt folgende Anlagen in Tübingen:

  • Luftschutzstollen unter dem Galgenberg, Eingang am Hechinger Eck für Beschäftigte des Himmelwerks, erbaut Ende 1944 bis März 1945 unter Leitung von Architekt Karl Wägenbauer (nicht ganz fertiggestellt, 140 m Länge, 280 Personen) [3]
  • Luftschutzstollen der ehemaligen Firma BEKA in der Nähe des heutigen Baumarkts Hornbach[4]
  • Ein unterirdischer Luftschutzkeller aus dem Zweiten Weltkrieg verlief vom Holzmarkt aus entlang der südwestlichen Fassade der Stiftskirche und bog dann in die Münzgasse ab. Er war für die Polizei- und Gestapodienststelle im Gebäude Münzgasse 13 und die Bürger der Innenstadt vorgesehen. Der Bau des Luftschutzkellers wurde von Zwangsarbeitern geleistet. Nach dem Krieg geriet der Bunker in Vergessenheit und kam erst bei der Analyse der Setzungsbewegungs-Schäden an der Stiftskirche wieder ins Bewusstsein. Nachdem der Bunker großteils mit Beton verfüllt worden war, stabilisierte sich auch die Bewegung der Stiftskirche.[5]
  • Ein Stollen zum Schutz der Milchwerksmitarbeiter oder anderer benachbarter Betriebe mit 250 m langen Gängen und 12m Überdeckung.[6]
  • Am Stadtrand von Tübingen gibt es Reste eines gesprengten Lazarettbunkers.[7]

Atombunker aus dem Kalten Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Atombunker in der Tiefgarage des Carlo-Schmid-Gymnasiums: [8] 1983 wurde in Tübingen-Derendingen das „Gymnasium im Feuerhägle“ eingeweiht (ab 1989 „Carlo-Schmid-Gymnasium“). Im Untergeschoss befindet sich eine Tiefgarage, die zusätzlich als Schutzraum/Atombunker konzipiert war (eine sog. Mehrzweckanlage). Auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs und dem Höchststand des atomaren Waffenarsenals weltweit entschloss sich der Tübinger Gemeinderat (bei nur zwei Gegenstimmen) zur Einrichtung dieses Schutzraums, der bis zu 1600 Menschen u.a. gegen Atomwaffen-Angriffe Schutz bieten sollte (ca. 3 % der Bevölkerung). Die weitaus meisten Kosten übernahm der Bund. 1984 wurde der Bunker in Betrieb (Ausstattung und Wartung) genommen, 2005 deaktiviert und 2007 entwidmet. Die meisten mobilen Gerätschaften und Gegenstände wurden ca. 2021 entfernt und entsorgt. Eine Reaktivierung mit neuer Ausstattung wäre aber wohl nicht ausgeschlossen, allerdings mit hohem finanziellem Aufwand. [9]
  • Privater Atombunker unter einem Wohnhaus in der Schwabstraße auf dem Österberg für 100 Personen (heutiger Zustand derzeit nicht bekannt).
  • Weitere Atomschutzräume gab es nicht.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]