Martinskirche Kilchberg

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Martinskirche
Andachtsstätte
AdresseTessinstraße 37
72072 Tübingen
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Die evangelische Martinskirche im Ortsteil Kilchberg steht in der Mitte des Ortes in der Tessinstraße, gegenüber vom Schloss Kilchberg.

Ev. Martinskirche Kilchberg
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Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge der Kirche gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. Als Pfarrei ist Kilchberg erstmalig im Konstanzer Zehntregister von 1275 erwähnt. Für eine wesentlich frühere Entstehung der Kirche spricht auch die Wahl des Heiligen Martin zum Kirchenpatron.

Der Turm gehört wohl zum ältesten Teil der Kirche, er schließt an die Südmauer des Langhauses an. Die alte Giebelform des Langhauses ist im Dachraum noch zu erkennen. Die ursprünglich wohl vorhandene Apsis wurde um 1235 durch den heutigen Chor ersetzt. Dieser erfuhr im frühen 16. Jahrhundert einen Umbau zur Grabkapelle der Freiherren von Ehingen (Kreuzrippengewölbe über Konsolbüsten).

An der Nordseite schließt sich das Seitenschiff an, das zu Beginn des 16. Jahrhunderts angebaut wurde. Verschiedene An- und Umbauten haben das Kirchengebäude im Laufe der Jahrhunderte verändert, sie können im einzelnen nicht mehr zuverlässig nachvollzogen werden.

Der heutige Grundriss ähnelt einem griechischen Kreuz.

1756 wurden spätbarocke Stichbogenfenster, das Nordportal und eine Herrschaftsloge eingebaut. 1945 und 1954 erfolgten Restaurierungen durch Paul Schmitthenner.


Kunstwerke[Bearbeiten]

Chor: Predella aus dem Jahr 1478 mit Holzfiguren eines ehemaligen Flügelaltars: in der Mitte Maria mit dem Kind, links St. Georg, rechts St. Martin.
Turm: Steinerne Rittergestalten der Herren von Ehingen aus der Renaissancezeit: Rechts Georg II. von Ehingen (unter ihm Einführung der Reformation in Kilchberg 1559), daneben Jakob von Ehingen. Gegenüber links Johann, daneben Burckhard von Ehingen. An der südlichen Mauer Grabplatte der Dorothea von Ahelfingen.
Langhaus: Über dem Durchgang zur Turmkapelle ein großes Kruzifix von besonderer Ausdruckskraft, wahrscheinlich aus spätgotischer Zeit. - Kanzelfuß 16. Jh. (1975 gefasst), Kanzelkorb 18. Jh.

Orgel[Bearbeiten]

Es besteht noch die Originalorgel (im Chor), eingeweiht 1756. Die originale Bemalung von 1770 ist erhalten.

Glocken[Bearbeiten]

In der Glockenstube des Turms hängen im alten hölzernen Glockenstuhl zwei unbezeichnete Glocken, die eine aus der ersten Hälfte, die andere aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Die kleinere trägt die Namen der vier Evangelisten, die größere ist mit der Kreuzesinschrift INRI, dem Gruß des Engels an Maria sowie dem Gebet "O Jesu komm zu uns mit deinem Frieden. Amen" beschriftet.


Gemeindehaus in Bühl[Bearbeiten]

In Bühl verfügt die ev. Kirchengemeinde Kilchberg/Bühl seit 1998 über ein kleines Gemeindehaus in der Weilerburgstraße 30, das in das Gebäude des städtischen Kindergartens integriert ist. In dem kleinen Mehrzweckraum werden auch Gottesdienste gefeiert. Künstlerisch interessant ist ein Wandbild aus Tonkacheln, das ausschließlich von Leuten aus der Gemeinde erstellt wurde.


Literatur, Quellen[Bearbeiten]

  • Karl Krauß: Die Kilchberger Martinskirche, Hg.: Ev. Kirchengemeinde Kilchberg/Bühl, Tübingen: Hepper-Verlag, 1998, 48 S.
  • Kirchen im Dekanat Tübingen - Stille Schätze..., Hg.: Ev. Kirchenbezirk Tübingen, 2000, S. 32 f.
  • Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler / Dehio, Baden-Württemberg II, Neubearb., München/Berlin: Deutscher Kunstverlag 1997

Weblinks[Bearbeiten]