Achatius Wolff

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Achatius Wolff (* 1646 in Tübingen; † 1690 ebd.) war ein Tübinger Ratsverwandter, der während des Pfälzischen Erbfolgekriegs im Dezember 1688 für 16 Wochen von den Franzosen als Geisel genommen wurde. Über den Vorfall wird folgendermaßen berichtet:

"Am 16. Dez. [1688] kündigte der General [Montclar] seinen Abzug auf den folgenden Tag an. Seine Leute, raubgewohnt, und mit dem Ertrag ihres Tübinger Aufenthaltes nicht zufrieden, erbaten sich zu guter Letze noch une petite liberté, d. h. eine Plünderung; allein Peysonel hielt sein Wort. In Gemeinschaft mit Osiander durchritt er selbst die Gassen bei Nacht, und half die Ordnung erhalten, und als er am Morgen auszog, gab er Osiandern noch zwölf Dragoner, um die Häuser zu durchsuchen, und die Marodeurs hinauszujagen. Mit sich fort nahm er nur als Geisseln für die 8000 noch zu bezahlende Gulden, den Gerichtsherrn Mendel und den Rathsherrn Achatius Wolf, welche nach Straßburg vorausgeschickt, 16 Wochen lang in Gefangenschaft zubringen mußten. Zwar als Peysonel schon in Herrenberg war, wohin Osiander auch dieser Stadt zum Schutz ihm nachritt, kam von Montclar Vorwurf und drohender Befehl, alsbald Anstalten zu gänzlichem Umsturz der Mauern von Tübingen zu machen, und nun mußten 100 Mann aufgeboten werden, um zurückzukehren und die Zerstörung zu vollenden. [...]

Im Sommer 1689 kamen auch die beiden Geisseln, Mendel und Wolf zurück, und erhielten nach gerichtlichem Beschluß wegen gehabter großer Lebensgefahr je 50 fl. Belohnung von der Stadt. „Umb willen aber Herr Prof. Osiander sich sowohl vor als in und nach dem französischen Quartier so Tags so Nacht bei der Stadt rühmlich gebrauchen lassen, also sollen ihm, vor seine gehabte große Bemühung pro clisoretione 12 Spezies Reichsthaler zugestellt werden; so beschlossen 13. Juli 1689.“ Eine rührende Gabe!..."[1]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Karl Klüpfel und Max Eifert: Geschichte und Beschreibung der Stadt und Universität Tübingen, L. F. Fues 1849, Bd. 1. S. 174f.

Weblinks[Bearbeiten]