Hohlweg (Hirschau)

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Der Hohlweg ist ein alter und steiler Fuß- und Landwirtschaftsweg bei Hirschau, der den Hang in Richtung Wurmlinger Kapelle hinaufführt. Er beginnt in Verlängerung des Kapellenwegs bei einem Bildstock mit Kruzifix und mündet in den Riederweg.


„Erst Asphalt rein, dann wieder raus“[Bearbeiten]

Anfang Mai 2015 wurde der bisher bloß geschotterte Weg asphaltiert. Er sei durch Starkregen immer wieder ausgeschwemmt worden und dadurch schwer begehbar bzw. durch Landwirtschaftsfahrzeuge schlecht befahrbar gewesen, teilte die Stadtverwaltung mit. Viele Bürger, besonders Wanderer und Naturliebhaber, waren darüber verärgert. Der Weg gehört nämlich zu einem geschützten Biotop. Das Landratsamt als untere Naturschutzbehörde äußerte sich in der Folge, es sei nicht eingebunden gewesen, könne diesem Vorhaben so auch nicht zustimmen und wies die Verwaltung an, die Asphaltierung rückgängig zu machen. Der Leiter des Tiefbauamts erklärte, man habe die Asphaltierung für zulässig gehalten, weil auf der Karte nur die Hecken als Naturschutzgebiet gekennzeichnet sind, nicht aber der Weg. Aus dem zugehörigen Text gehe dies zwar hervor, „aber es ist nicht dargestellt“. Zu den 30.000 Euro für die Asphaltierung kämen nun weitere Kosten in Höhe von 4000 bis 5000 Euro für den Rückbau hinzu. Man habe den Fall der Versicherung gemeldet, die wohl zumindest für einen Teil des Schadens eintreten werde.

Der Hirschauer Ortschaftsrat und der Ortsvorsteher hatten sich für den Ausbau des Weges eingesetzt, und man fühlte sich bei der Entscheidung für den Rückbau nun übergangen. Der Tiefbauamtsleiter teilte beim Ortschaftsrat im Februar 2016 mit, der Asphalt komme „noch vor dem 1. März raus, denn da beginnt die Vogelschutzzeit“. Anschließend solle der Weg geschottert werden. Die Begründung: Es gebe dort unterschiedliche Kleinklimata mit einer hohen Artenvielfalt. Die Tiere müssten die Möglichkeit haben, zwischen sonnigen und schattigen Plätzen zu wechseln. Ein asphaltierter Weg verhindere das, weil er sich im Sommer zu stark aufheizt. Die Stadt müsse der Anweisung der Naturschutzbehörde im Landratsamt nachkommen. Eine Art Kompromiss sei nicht drin gewesen. Um die Kulturlandschaft zu erhalten, brauche es aber auch die landwirtschaftliche Nutzung. Diese sei notwendiger Teil des Naturschutzes. Die Stadt sei deshalb „auch in der Pflicht, den Weg so wieder herzustellen, dass er für die Anlieger nutzbar ist“.

Der Hohlweg wurde wieder vom Teer befreit, mit einer Schotterdecke versehen und so renaturiert.


Quellen, Weblinks[Bearbeiten]