Tübinger Pfennig

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Tübinger Dünnpfennig mit 0,47 g aus der Tübinger Pfalzgräflichen Münzstätte. Aus der Zeit von Hugo I. 1162-1182. Vermutlich drei Türme über liegender Raute mit Ringel, in den Winkeln Schriftreste.[1]
Tübinger Pfennig mit 0,59 g aus der Zeit von Pfalzgraf Hugo I., 1162-1182. Drei Türme über Raute, darin Kreuz. Höchstwahrscheinlich unedierte Variante. Das Münzbild ähnelt stark dem oben gezegten aus Tübinger Geprägen. Lediglich das Beizeichen ist anders - anstelle eines Ringels erscheint hier ein gleicharmiges Kreuz.

Die Pfalzgrafen von Tübingen erhielten vom König im 12. Jahrhundert die Erlaubnis, den Tübinger Pfennig, d.h. eigenes Geld, eine eigene Münze, in Umlauf zu bringen.

In der Münzgasse 6, wurde dieser hergestellt. Der Tübinger Pfennig war im Mittelalter im Süden Deutschlands weit verbreitet und gab der Münzgasse ihren Namen. Da sich die Anwohner aber über den Lärm, der beim Prägen der Münzen entstand, beschwerten, wurde die Prägeanstalt später an den Stadtrand, in die Neckarhalde, verlegt.[2] [3]

Eine Tübinger Forschergruppe am Institut für Geschichtliche Landeskunde befasst sich unter anderem mit der Münzprägung aus dem Silber des Schwarzwaldes. Im Zentrum des Interesses stehen hier neben dem mittelalterlichen Münzen aus Freiburg und Basel auch die im Verlauf von rund anderthalb Jahrhunderten geprägten Tübinger Pfennige. Dabei wird folgenden Fragen nachgegangen:

  • Woher kam das Edelmetall der Tübinger Pfennige?
  • Waren es die Tübinger Pfalzgrafen, die den Silberbergbau um Freudenstadt und im nördlichen Schwarzwald in Schwung brachten?

In einer Analyse der Spurenelemente im Silber zeigte sich, dass das Material zweier bedeutender Münzstätten des 10. Jahrhunderts ausschließlich aus dem örtlichen Bergbau stammte, wogegen ähnliche Münzen aus hauptstädtischen Münzstätten alle Merkmale eines Recyclings des Metalls aufweisen.[4]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Siehe auch E. Nau: Zeit der Staufer, Bd. II, Tafel 121.20 ff.
  2. Geldprägung / Münzgasse (Haus Nr. 6)
  3. Jürgen Sydow: Geschichte der Stadt Tübingen, Band 1, Mohr Siebeck, 1974, Seite 34.
  4. Der "Tuebinger Pfennig" und der Silberbergbau im Schwarzwald oder die Geheimnisse orientalischer Muenzpraegung