Institut für Politikwissenschaft

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Institut für Politikwissenschaft
AdresseMelanchthonstraße 36
72074 Tübingen
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Das Institut für Politikwissenschaft (IfP) wurde 1952 als eines der ersten dieser neuen Disziplin in Deutschland gegründet.

Erster und langjähriger Direktor bis 1972 war Prof. Theodor Eschenburg.

Gründung des Instituts im Jahr 1952

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Brunnenstraße: links das frühere Gebäude des Instituts für Politikwissenschaft und rechts der neue Ammerbau der Unibibliothek (2010)

Nachdem Theodor Eschenburg bereits Lehraufträge für Zeitgeschichte in Tübingen erhalten hatte, wurde er 1952 offiziell auf den Lehrstuhl des neu gegründeten Instituts berufen, dessen Sitz zunächst ausschließlich in der Brunnenstraße 30 war. Die Institutsbibliothek und Seminarräume befanden sich ab 1973 im 1959 errichteten Hegelbau. Auch gab es eine Dependance in der Keplerstraße, in der die Arbeitsgruppe Friedensforschung bis 1988 untergebracht war 1962 zum Sommersemester wurde in der Brunnenstraße neben dem Fernheizwerk das provisorische Hörsaalgebäude fertiggestellt, wo dann in der Regel die Vorlesungen der Professoren Eschenburg (1952-1973), Klaus von Beyme (1967-1973), Gerhard Lehmbruch (1973-1978), Volker Rittberger (1973-2009) und Rudolf Hrbek (1976-2005) u.a. stattfanden.

Hörsaal-Provisorium Brunnenstraße 1962

Mit der Teilung der Philosophischen Fakultät im Jahre 1970 wurde das Institut in die Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften eingegliedert.  Im Wintersemester 1987/88 hatte das Institut für Politikwissenschaft (IfP) fünf Professorenstellen und knapp 1000 Hauptfachstudenten

und umfasste folgende Arbeitsbereiche:

  • Innenpolitik und Politische Theorie:  Prof. Dr. R. Hrbek und  Prof. Dr. N. Wenturis,
  • Vergleichende Systemanalyse und Empirische Politikforschung:  Prof Dr. Gerd Meyer,
  • Osteuropa, "Dritte Welt“ und Mittlerer Osten: Prof Dr. Peter Pawelka,
  • der Aufbau eines Regionalschwerpunktes „Lateinamerika“ war geplant,
  • Außenpolitik und Internationale Beziehungen: Prof Volker Rittberger PhD
  • sowie die (Arbeitsgruppe Friedensforschung (AGFF) seit 1978.


Das Gebäude in der Melanchthonstraße 36 wurde zuvor von der Max-Planck-Gesellschaft als Institut für Virusforschung genutzt, dann 1 1/2 Jahre umgebaut und konnte danach die bisherigen drei Standorte des IfP zur Freude des Institutsdirektors Volker Rittberger zusammenführen. Entsprechend titelte das Tagblatt am 21.06.1988 beim Artikel zum Pressetermin "Statt Virusforschung Politologie".

Institut für Politikwissenschaft in der Melanchthonstraße - Bild von 2005

Der Tagblatt-Artikel am 22. Juni 1988 über die feierliche Eröffnung beschreibt den Umzug der Politologen "von der akademischen Obdachlosigkeit zu einem Institut mit Seerosenteich"; zitiert dann die launige Rede des emeritierten Professors Theodor Eschenburg, der sich dank seines Büros im neuen Institut als "einzige parasitäre Erscheinung in diesem Haus" bezeichnet. Neben Reden des Unipräsidenten Adolf Theis und des Institutsdirektors Volker Rittberger wird dann dem Akademischen Direktor Dr. Wolfgang Kralewski der erste Philipp-Melanchthon-Orden verliehen, denn er hatte den ganzen Ausbau des Gebäudes und Umzug des IfP als "Hausvogt" organisiert.

Das Institut hatte die Umstellung auf BA-MA-Studiengänge dafür genützt, neben einem Studiengang BA Politikwissenschaft auch spezialisierte MA-Studiengänge, u.a. für Friedens- und Konfliktforschung einzurichten.

Das Institut pflegt einen umfangreichen Studierendenaustausch (v.a. innerhalb Europas über das Erasmus-Programm). Außerdem finden neben Instituts-internen bereichsübergreifenden Veranstaltungen auch regelmäßig die „Debatten unter der Linde“ (DudL) statt, bei der aktuelle politische Themen besprochen werden.

Inzwischen wurde 2025 die angewachsene Institutsbibliothek verkleinert, teilweise unter Protest der Studierenden mit den Beständen der Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in der Mohlstraße 36 zusammengelegt.[1] Dies war auch eine Folge der Neugliederungen der Universität in größere Fakultäten. Im IfP sollte damit auch Büroraum für das neue Institut für Rechtsextremismusforschung geschaffen werden, das aber nun anderweitig untergebracht ist.

Mit POLIS besteht ein Förderverein für Politikwissenschaft, der die Arbeit des Instituts und seiner Studierenden unterstützt.


Das Institut für Politikwissenschaft aktuell

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Die aktuellen Forschungsbereiche:

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https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/politikwissenschaft/forschung/

Profil des Instituts und der Professoren:

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https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/politikwissenschaft/institut/profil-des-instituts/

Themenbereiche:

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  • Regierungssysteme
  • Politische Theorien
  • Vergleichende Politikwissenschaft
  • Internationale Beziehungen
  • Politik des vorderen Orients (heute: West-Asien)
  • Friedens- und Konfliktforschung
  • Internationale Institutionen
  • Außenpolitik- und Vergleichende Außenpolitikanalyse
  • Europäische Integration
  • Politische Soziologie und Kultur
  • Wirtschaftslehre
  • Politikfeldanalyse
  • Praktische Tätigkeitsfelder (z.B. Medien, politische Bildung)


Hörsaal-Provisorium Brunnenstraße 1962 bis 1998 (?)

Was wurde aus den 1988 frei gewordenen Räumen des IfP ?

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In der Brunnenstraße erinnert heute nichts mehr an den früheren ersten Standort des Instituts für Politikwissenschaft, auch auf der IfP-Homepage nicht.

Im Institutsgebäude Brunnenstraße 30 wurde das Troja-Projekt des Instituts für Vor- und Frühgeschichte, das Lektorat „Deutsch für Ausländer“ und später der Sonderforschungsbereich „Bedrohte Ordnungen“ untergebracht. Das Gebäude wurde 2023/24 abgerissen und auf dem Gelände ein Apartmenthaus errichtet. Die Räume der Politologen im Hegelbau gingen hälftig an die Soziologie und Geschichtswissenschaft.  Das Hörsaal-Provisorium Brunnenstraße musste dann um 1998 (?) der UB-Erweiterung weichen. Die Veränderungen in der Brunnenstraße sind auf den verschiedenen historischen Luftbildaufnahmen gut zu erkennen, hier das Bild 1998:

https://www.tuebingen.de/stadtplan/historische_karten.html#Orthophoto_1999