Römisches Grabmal bei Kirchentellinsfurt

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Römisches Grabmal bei Kirchentellinsfurt
Schindeldach des römischen Grabmals

Das römische Grabmal zwischen Kirchentellinsfurt und Einsiedel wurde in der Römerzeit zur Erinnerung an einen wohlhabenden Römer in der Nähe des heutigen Aufstellungsortes errichtet.

Im römischen Glauben spielte das Gedenken in die Toten eine wichtige Rolle. Der Gefahr, von den Lebenden vergessen zu werden, beugten manche Römer dadurch vor, dass sie ein auffälliges Grabmal an viel befahrenen Straßen anlegen ließen. Auch das Grabmal am Neckar stand bereits bei seiner Errichtung Anfang des 3. Jahrhunderts n. Chr. an einer frequentierten Straße von Rottenburg durchs Neckartal nach Köngen. Ursprünglich zog es mit einer Höhe von deutlich über zehn Metern sogar noch mehr Blicke auf sich als der heutige moderne Holzturm, der nur noch etwa halb so hoch ist. Von dem einst etwa vier Meter im Quadrat messenden Monument sind keine Inschriften erhalten geblieben.[1]

Kurz vor dem Bau der neuen Neckartalstraße legte der Lateinlehrer OStuDir Eberhard Krauss auf einem Wandertag mit einer Schulklasse des Tübinger Uhland-Gymnasium das von hohem Gestrüpp eingewachsene Schindeldach des Grabmals frei, damit es nicht bei den Bauarbeiten beschädigt wurde. Historisch engagierte Bürger aus Kirchentellinsfurt errichteten kurz danach die moderne Museumsplattform zur Information über dieses Grabmal. Die Kirchentellinsfurter brachten unter anderem Abgüsse von drei steinernen Menschenköpfen an. Vermutlich gehörte das Kirchentellinsfurter Kunstwerk zum Typ der „Pfeilergrabmäler", von denen in Deutschland nur vier Exemplare bekannt sind.

Das teilrekonstruierte, einst rund 15 Meter hohe Grabmal wurde 1859 wiederentdeckt. Die dort zu findenden zwei Sphingen gelten als die bedeutendsten Sphinx-Darstellungen auf deutschem Boden.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Museumsplattform Römisches Grabmal.
  2. F. Haug/G. Sixt: „Die römischen Inschriften und Bildwerke Württembergs“, 2. Auflage, Stuttgart 1914, S. 285, Nr. 167-169. – O. Paret, Fundber. Schwaben 9, 1935-1938, 87ff.