Paul Schneider

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Paul Schneider als Student im Gießener Wingolf (1920)


Paul Robert Schneider (* 29. August 1897 in Pferdsfeld/Hunsrück, heute zu Bad Sobernheim; † 18. Juli 1939) war ein evangelisch-reformierter Pfarrer der "Bekennenden Kirche", der in Tübingen Theologie studiert und geheiratet hatte und als "Prediger von Buchenwald" 1939 im Konzentrationslager ermordet wurde.


Nachdem er die ersten Semester in Gießen und Marburg studiert hatte, ging er anschließend nach Tübingen, wo ihn die Auseinandersetzung mit seinem Lehrer Adolf Schlatter prägte. Er wohnte als Untermieter bei der Pfarrersfamilie Dieterich in Weilheim. Nach Abschluss des Studiums und der Zuweisung seiner ersten Pfarrerstelle heiratete er 1926 deren jüngste Tochter Margarete in der Weilheimer Nikomedeskirche; sein Schwiegervater vollzog die Trauung.

Sein Vater, ebenfalls ein reformierter Pfarrer, war im selben Jahr 1926 gestorben, und die von ihm betreuten beiden Gemeinden in der Nähe des hessischen Wetzlar wünschten sich seinen Sohn Paul als Nachfolger. Die Stelle trat er im Herbst des Jahres an. - 1934 wechselte er zu zwei Gemeinden in seiner Heimat Hunsrück.

Schon kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 geriet er in Konflikte mit der NSDAP. 1934 schloss er sich der "Bekennenden Kirche" an. Er wurde mehrmals von der Gestapo inhaftiert, bis er schließlich 1937 in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar eingeliefert wurde. Dort musste er Zwangsarbeit verrichten und hatte schwere Folter zu erleiden. Da er dennoch unablässig das Evangelium verkündete, wurde er für viele seiner Mitgefangenen, denen er damit Trost spendete, zum "Prediger von Buchenwald". Am 18. Juli 1939 wurde er im Alter von 41 Jahren vom SS-Lagerarzt durch eine Giftspritze ermordet. Er hinterließ seine Frau und fünf Kinder.


Schon Dietrich Bonhoeffer sah in Paul Schneider den ersten evangelischen Märtyrer. Auch Papst Johannes Paul II. würdigte im Jahr 2000 den protestantischen Pastor ausdrücklich.

Schneiders Witwe Margarete verstarb 2002 mit 98 Jahren.


2002 wurde in Weilheim die Kilchberger Straße, die direkt an der Nikomedeskirche beginnt, in Paul-Schneider-Straße umbenannt.


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