Wilhelm Pfeiffer

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Selbstportrait Wilhelm Pfeiffer, Bleistiftzeichnung 1986. Quelle: "Wilhelm Pfeiffer", ISBN 3-910090-27-3.
Bronze-Skulptur "Sitzende", bei der Johanneskirche


Wilhelm Pfeiffer (* 17. April 1918 in Driedorf; † 24. April 1991 in Tübingen) war ein deutscher Bildhauer, Maler und Grafiker.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Wilhelm Pfeiffer studierte an den Kunstakademien Düsseldorf und Berlin - zunächst von 1934 bis 1939. 1939 bis 1945 folgte der Kriegsdienst, der durch zwei Studiensemester in Berlin unterbrochen wurde.

Nach dem Krieg lebte er als freischaffender Künstler bis 1951 in Driedorf im Westerwald und danach in Tübingen. Ab 1967 wohnte er im heutigen Stadtteil Hirschau. Er war Gründungsmitglied des Tübinger Künstlerbundes. Neben Ugge Bärtle war er der einzige bildende Künstler in Tübingen, der seinerzeit ausschließlich von dieser Arbeit leben konnte.

Wilhelm Pfeiffer hat sich Zeit Lebens mit verschiedenen künstlerischen Techniken wie Malerei, Zeichnung, Holzschnitt, Linolschnitt, Batik, Lithographie, Radierung und Siebdruck beschäftigt.

Seit Anfang der 1960er Jahre erhielt er zahlreiche Aufträge für Kunst am Bau in Kirchen und anderen öffentlichen Gebäuden, die er in den Techniken Mosaik, Glasfenster, Sgraffito und Relief ausführte. Dazu kam die Gestaltung von Paramenten und liturgischen Geräten.

Seine bevorzugte bildnerische Sprache war die Bildhauerei. Ab den 1950er Jahren entstanden Stein- und Holzskulpturen, während er sich im Spätwerk vor allem der Kleinplastik in Bronze zuwandte.

Wilhelm Pfeiffer wurde auf dem Friedhof in Tübingen-Hirschau beerdigt.


Werke in und um Tübingen[Bearbeiten]

  • "Sitzende", Bronze, an der Johannes-Kirche (1982)
  • Ensemble in der Christuskirche Hirschau, Wehrstraße 10, bestehend aus Wandbehang (Gobelin), Altar mit Kreuz und Kerzenleuchtern und Kanzel mit Kanzelbehang (ca. 1973). Thema des Wandbehangs: Bergpredigt, Matthäus 6, 25-34
  • "Mutter mit Kind" (1990), Steinskulptur aus Diabas vor dem Kindergarten in Hirschau, Schulstraße 4
  • Putzreliefs (Sgraffiti) mit Weinmotiven am 1. Stock der Weinhandlung Vinum, Lange Gasse 6 (1968)
  • Sgraffito in weiß-grau-rot (Künste) und Relief aus Sandstein (Martin auf dem Pferd, der seinen Mantel teilt) am ehemaligen Haus des Künstlers in der Kingersheimer Straße 19 (ca. 1967). (Die Fassadenkunstwerke bleiben trotz Hausumbaus 2018 erhalten. Das Gebäude war ursprünglich dem heiligen Martin geweiht.)
  • Agathenkirche Pliezhausen-Dörnach: Über der Tür ist eine Darstellung (Relief?) der Auferstehung Christi (1959)
  • "Hockende", Steinskulptur aus Diabas auf dem Grab von Wilhelm, Elisabeth und Matthias Pfeiffer (1970er Jahre)
  • "Stehende", Bronze-Statuette (Objekt des Monats August 2018 im Stadtmuseum)
  • "Sich Kämmende", Muschelkalk-Skulptur, (Objekt des Monats August 2018 im Stadtmuseum)
  • Altarbehänge (Paramente, Antependien) in der Stiftskirche Tübingen:
    • Vögel und Lilien auf überwiegend grünem Grund (Bergpredigt, Matthäus 6, 25-34)
    • Dornenkrone auf violett-rotem Grund (Passionszeit)
    • Flammen auf rotem Grund (Pfingsten).
  • Mosaik im Altbau der Tropenklinik (1971): Großes Mosaik an einer Wand in der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus, Altbau, Paul-Lechler-Str. 24: Regenbogen, unter dem Regenbogen auf der einen Seite Hütten (Afrika), auf der anderen Seite Hochhäuser (Europa), 295 cm hoch, 520 cm breit
  • Glasfenster, ehem. Sparkasse Hirschau, Kingersheimer Str. 31
  • Mosaik (Pfingsten) in der evang. Heilig-Kreuz-und Wendelinskirche, Bei der Linde, 72119 Ammerbuch-Breitenholz (1964): http://www.kirchbau.de/php/300_datenblatt.php?id=94&name=keiner
  • Betonglasfenster in Unterjesingen (1975), Jesinger Hauptstraße 99, ehemaliges Gasthaus


Literatur[Bearbeiten]

  • Universitätsstadt Tübingen, Kulturamt, und Vero Pfeiffer: "Wilhelm Pfeiffer", 1998, ISBN 3-910090-27-3.

Anmerkungen[Bearbeiten]