Segelflug
Der Segelflug ist das motorlose Fliegen mit Segelflugzeugen oder Gleitflugzeugen. Bei dieser Art des Fliegens werden bewegte Luftmassen (Aufwinde, hervorgerufen z.B. durch Thermik oder Hangaufwinde) genutzt, die das Flugzeug nach oben tragen. Die Höhe ist dabei die potenzielle Energie, die beim Gleitflug in Geschwindigkeit umgewandelt werden kann.
Der Segelflug hat, wie die historischen Fotos zeigen, eine lange Tradition in Tübingen. Eines der Flugzeuge ist nach dem Schloss Hohentübingen benannt, das andere nach dem Spottruf "Jockele Sperr" aus den Zeiten der Neckarflößerei.
Geschichte der Tübinger Segelflugvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bereits ab 1928 gab es in Tübingen erste fliegerische Aktivitäten. Ab 1931/1932 existierten zwei Fluggruppen, die später dem Deutschen Luftsportverband angehörten.[1]
Durch die alliierten Siegermächte wurde 1945 ein umfassendes Verbot des Flugbetriebs in Deutschland erlassen. Dies betraf den militärischen, aber auch den zivilen Flugverkehr. Am 27. April 1951 wurde in den westlichen Besatzungszonen der Segelflug unter Auflagen wieder gestattet.[2]
In Tübingen gibt es drei (Segel-)flugvereine, deren Ursprünge als Verein in den 1950er Jahren liegen:
Am 30. September 1950 wurde der Flugsportverein Tübingen e.V. (FSV Tübingen) gegründet. Etliche Gründungsmitglieder des Vereins hatten noch vor 1945 das Segelfliegen erlernt.[3]
Die Anfänge der Akaflieg Tübingen stammen ebenfalls aus den 1950er Jahren. Der Name "Akaflieg" stammt von "Akademische Fliegergruppe", die es an etlichen Hochschulen gab und immer noch gibt. Die Tübinger Akaflieg wurde von segelflugbegeisterten Studenten gegründet. Sie war zunächst dem Sportinstitut der Universität angeschlossen. Seit 1962 ist sie ein eigenständiger Verein. Heute ist keine studentische Zugehörigkeit mehr erforderlich, um Mitglied im Verein zu werden.[4]
Der FSV Unterjesingen wurde 1934 als "Ortsgruppe Unterjesingen im Deutschen Luftverband" gegründet. Auch dessen Vereinstätigkeit wurde 1950, umbenannt als "Flugsportverein Unterjesingen", wieder aufgenommen.
Segelflugzeuge in Tübingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1951 wurde von Mitgliedern des FSV Tübingen ein Selbstbau des Nurflügel-Doppelsitzer-Segelflugzeuges "Horten XVc" in einer angemieteten Werkstatt gebaut.[5] (Hinweis: Die Flugsituation auf der durch die Gebr. Metz gedruckten Postkarte entspricht allerdings nicht der Realität, sondern ist sichtbar eine Fotocollage, vermutlich zu Werbe- oder Repräsentationszwecken.) Im Jahr 1964 wurde der erste Motorsegler, der einsitzige "Motorspatz", gekauft.
Heute (Stand: Juli 2025) besitzt der FSV Tübingen zehn Segelflugzeuge, darunter ein- und doppelsitzige Schulflugzeuge, leistungsstarke Segelflieger für den Wettbewerb und zusätzlich einen Motorsegler.[6]
Die Akaflieg ist heute (Stand 2025) im Besitz von vier Segelflugzeugen, dazu ein UL-Flugzeug u.a. für den Flugzeugschlepp.[7]
Beim FSV Unterjesingen startete das erste eigene Flugzeug am 8. August 1952 - das zweisitzige Schulungsflugzeug Doppel-Raab. 1958 stand dem Verein eine Piper PA 18 Super Cub als Motorflugzeug für den F-Schlepp zur Verfügung.[8] Heute (Stand: Juli 2025) besitzt der Verein acht Segelflugzeuge verschiedener Leistungsklassen, dazu einen Motorsegler und ein UL-Flugzeug.
Fluggelände um Tübingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Vereine in Tübingen nutzen drei Fluggelände:
Der FSV Tübingen fliegt seit 1953 auf dem rund 800 m hohen Farrenberg, gelegen am Rand der Schwäbischen Alb bei Mössingen-Talheim. Der Flugplatz befindet sich in einem Landschaftsschutzgebiet ohne Durchgangsverkehr. Das Gelände wird zusammen mit dem FSV Mössingen benutzt.[9]
Der Heimatflugplatz der Akaflieg ist der Übersberg auf der Schwäbischen Alb oberhalb von Pfullingen, den der Verein mit drei anderen Segelflugvereinen benutzt.[10]
Der FSV Unterjesingen nutzt den Sonderlandeplatz Poltringen (ICAO-Code: EDSP), der sich zwischen Tübingen, Herrenberg und Rottenburg am Fuße des Schönbuchs befindet.[11]
Segelfliegen erlernen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Allen drei Gruppen ist gemeinsam, dass sie als Verein organisiert sind, was das Fliegen und auch die Flugausbildung günstiger macht als viele annehmen. Vieles wird in ehrenamtlicher Tätigkeit geleistet, z.B. die Wartung und Reparatur der Flugzeuge im Winter, Schulungen der Mitglieder oder Mithilfe beim Segelflugbetrieb, der Arbeit am Boden beim Startdienst, dem Windenbetrieb oder der Rückholung von Außengelandeten.
In allen drei Vereinen kann man das Segelfliegen ab 14 Jahren erlernen.
Der FSV Tübingen und der FSV Unterjesingen bieten zusammen mit drei anderen Flugvereinen der Region einen gemeinsamen Theorieunterricht an, der in den Wintermonaten stattfindet.[12]
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- FSV Tübingen: https://www.fsv-tuebingen.de/
- Akaflieg Tübingen: https://akaflieg-tuebingen.de/
- FSV Unterjesingen: https://www.fsv-unterjesingen.de
Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ https://www.fsv-tuebingen.de/verein/chronik/ (abgerufen am 23. Juni 2025)
- ↑ https://www.fsv-unterjesingen.de/startseite/der-verein/chronik/ (abgerufen am 23. Juli 2025)
- ↑ https://www.fsv-tuebingen.de/verein/chronik/ (abgerufen am 23. Juli 2025)
- ↑ https://akaflieg-tuebingen.de/index.php/allgemeines/ (abgerufen am 23. Juli 2025)
- ↑ https://www.fsv-tuebingen.de/verein/chronik/ (abgerufen am 23. Juli 2025)
- ↑ https://www.fsv-tuebingen.de/flugzeugpark/ (abgerufen am 22. Juli 2025)
- ↑ https://akaflieg-tuebingen.de/index.php/unser-flugzeugpark/ (abgerufen am 23. Juli 2025)
- ↑ https://www.fsv-unterjesingen.de/startseite/der-verein/chronik/ (abgerufen am 21. Juli 2025)
- ↑ https://www.fsv-unterjesingen.de/startseite/der-verein/flugplatz-poltringen/ (abgerufen am 23. Juli 2025)
- ↑ https://akaflieg-tuebingen.de/index.php/flugplatz/ (abgerufen am 23. Juli 2025)
- ↑ https://www.fsv-unterjesingen.de/startseite/der-verein/flugplatz-poltringen/ (abgerufen am 23. Juli 2025)
- ↑ https://www.fsv-unterjesingen.de/startseite/fliegen-lernen-2/wie-werde-ich-pilot/ (abgerufen am 23. Juli 2025)