Schilfsandstein

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Portal der Neuen Aula

Schilfsandstein kommt im unteren Mittelkeuper zum Beispiel im Bett des Neckars zu Tage. Die vom Schilfsandstein bedingte Neckarfurt begünstigte die Gründung Tübingens.[1]

Das Portal der Neuen Aula in der Wilhelmstraße und der Sockel der Neckarbrücke sind aus Schilfsandstein, wie er zum Beispiel im Steinbruch am Wendelsheimer Märchensee zu finden ist. Der Sockel der Neuen Aula besteht aber aus dem weicheren und deshalb leichter zu verarbeitenden Stubensandstein.[2]

Ursprüngliche Ablagerung der Sande[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Wendelsheimer Märchensee lässt sich gut rekonstrurieren, wie die Sande ursprünglich dort abgelagert wurden. Es wird davon ausgegangen, dass dies bei Überschwemmungen geshehen ist. In Schichten übereinandergestapelte Bänke des Schilfsandsteins zeigen von unten nach oben „eine regelhafte Abfolge von Sedimentstrukturen“, die „schubweise Sedimentationsereignisse“ widerspiegeln.[3]

Die Ablagerung jeder dieser aufeinanderfolgenden Bänke begann mit hoher Strömungsgeschwindigkeit von mehreren Metern pro Sekunde und ließ dann ganz erheblich nach. [4] Die Struktur dieser Schilfsandsteinstapel erinnert stark an Ablagerungen von Überflutungsereignissen, wie sie bei Brüchen natürlicher Flußdämme des Mississippi entstehen. Eine mögliche Interpretation wäre daher die Deutung als Abfolge von Uferdamm-Durchbruchsfächern, einem Dammbruch- oder sogenannten Levee-Crevasse-Komplex.[5] [3] Die Überflutungsareale des Schilfsandsteins haben eine enorme geographische Größenordnung; man nimmt an, daß die „Märchensee“-Sedimentbänke ca. 10-20 km entfernt vom nächsten Schilfsandstein-Strömungskanal am Herrenberg-Strang in der Überflutungsebene abgesetzt wurden.[4]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tübinger Geologie auf Wikipedia.
  2. Bau-Steine aus dem Schönbuch: Steine für den Kölner Dom.
  3. 3,0 3,1 T. Aigner und Aetzold: Stratigraphie und Fazies der Trias in der Umgebung von Tübingen anhand von Tagesaufschlüssen und Bohrungen. 1999, Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver. N.F. 81, 47-67, insbesondere Seite 58.
  4. 4,0 4,1 W. Ricken, T. Aigner und B. Jacobson: Levee-crevasse deposits from the German Schilfsandstein. N. Jb. Geol. Paläont. Mh. 1998, Seite 77-94.
  5. Manfred Stephan:Sedimentbildung bei der Hochwasserkatastrophe im Erzgebirge (Sachsen). Studium Integrale Journal 10. Jahrgang / Heft 2 - Oktober 2003, Seite 51 - 59. Mit guten Zeichnungen und Fotos aus Wendelsheim und Herrenberg-Kayh.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]