Neoklassizismus

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Neoklassizismus (oder Neuklassizismus) wird in der deutschsprachigen Kunstgeschichte der letzte formal einheitliche Stil der bildenden Kunst und Architektur des Historismus im frühen 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Kulturraum genannt. Für den Architekturstil der 1930er Jahre wird auch der Begriff modernistischer Klassizismus verwendet.

In der Architektur bildet der Neoklassizismus den ideellen sowie formalen Gegensatz zu der sich gleichzeitig entwickelnden klassischen Moderne, während die Ornamentik der Baustile Jugendstil (Art nouveau) und Liberty zurücktritt. Er ist, gemeinsam mit dem "Heimatschutzstil", Teil der allgemeinen traditionalistischen Strömungen zu Anfang des 20. Jahrhunderts, die das Ziel hatten, alte (vorindustrielle) Werte und Strukturen beizubehalten. Es werden noch einmal Ideen der griechischen und römischen Antike, des Barock und des Klassizismus, und klassizistische Elemente der Renaissance (Andrea Palladio) aufgenommen, die sich im monumentalen Erscheinungsbild, in Säulenanordnungen, in der räumlichen Disposition (rechtwinklige Grundrisse, Symmetrie) und in der tektonischen Struktur zeigen. [1]


Ein Tübinger Beispiel für Neoklassizismus ist der Bonatzbau der Universitätsbibliothek (1910-12). Dazu gehören insbesondere das Vestibül (Wandelhalle), der Historische Lesesaal mit neoklassizistischer Einrichtung (Decke, Säulen, Holztäfelung und Galerien) sowie einem Jugendstil-Wandgemälde. Außerdem dieser Stilrichtung zuzuordnen ist der Schillersaal-Anbau des Museums (1915) und der Erweiterungsbau der Neuen Aula (1928-32). Der Anbau der Neuen Aula lehnt sich stilistisch an den Klassizismus des Altbaus (1841-45) an, weist aber mit seiner Auslegung bereits in die späteren 1930er Jahre.


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Quellen[Bearbeiten]

  1. Neoklassizismus (Wikipedia)