Mietshäuser Syndikat

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Das Mietshäuser Syndikat ist eine nicht-kommerzielle Beteiligungsgesellschaft zur kapitalmarktunabhängigen Finanzierung von Häusern, die selbstorganisiert in Gemeineigentum überführt werden, um bezahlbare Wohnungen und Raum für Initiativen zu schaffen. Bundesweit unterstützt das Syndikat rund 65 Wohnprojekte (Stand: 2008), in Tübingen ist das Syndikat im Moment an drei Projekten beteiligt. Außerdem ist die Unistadt Sitz der "regionalen Koordination Tübingen".

Konzept[Bearbeiten]

Das Syndikat beteiligt sich an Projekten, damit sie dem Immobilienmarkt entzogen werden. Es setzt an dem Punkt an, dass in der Regel die Eigenkapitaldecke junger, heterogener Gruppen sehr dünn ist, dabei aber permanent und verlässlich Schulden über Mieten abbezahlt werden können. Gleichzeitig organisiert und fördert das Syndikat den finanziellen Ausgleich zwischen leistungsfähigeren und finanzschwächeren Projekten ("Solidartransfer"). Die Teilnahme an diesem solidarischen Verfahren ist Bedingung für eine Aufnahme im Syndikatsverbund.

Das Syndikat versteht sich selbst als Netzwerk und basisdemokratischen und solidarischen Verbund mit Knotenpunkten in ganz Deutschland. Die in Frage stehenden Häuser, häufig Wohnprojekte, werden nicht Eigentum des Syndikats, sondern einer GmbH, in der der jeweilige Hausverein und das Mietshäuser Syndikat vertreten sind. Der Eigentumstitel der Immobilie liegt bei der GmbH. Die Stimmrechte sind im GmbH-Vertrag festgelegt und nicht wie üblich an die Höhe der Anteile gekoppelt. Über den Verein verwalten die Mieterinnen und Mieter ihr Objekt eigenverantwortlich. Hausverein und Mietshäuser Syndikat haben in der GmbH Stimmenparität, so dass Verkauf oder Umwandlung nur einvernehmlich möglich sind und damit verhindert werden können. Entscheidungen wie Wohnungsvergabe, Finanzierung und Miethöhe obliegen ausschließlich dem Hausverein, also den dort lebenden Menschen. Die Mieterinnen und Mieter können sich also damit selbst verwalten, ohne sich jedoch mit Geld an der Immobilie beteiligen zu müssen.

Die einzelnen Projektinitiativen erwerben häufig Bestandsimmobilien und sanieren diese, wobei auf eine ökologische Sanierung besonderen Wert gelegt wird. Durch Eigenleistungen und Verzicht auf luxeriöse Innenausbauten liegen die Mieten in der Regel deutlich unterhalb des örtlichen Durchschnittes.

Projekte[Bearbeiten]

Die Idee des Mietshäuser Syndikat wurde Anfang der 90er Jahre in Freiburg geboren. In Tübingen ist das Syndikat an drei Projekten beteiligt: Das Wohnprojekt Schellingstrasse war im Jahre 2001 die erste Projektbeteiligung des Syndikates außerhalb des Breisgaus, im Jahr 2007 kam die LU15 in der Ludwigstraße dazu und im Jahre 2008 schließlich das Wohn- und Lebensprojekt Hegelstraße 7. Das seit 1996 bestehende Wohnprojekt 009 im Französischen Viertel hat sich 2008 als assoziiertes Mitglied dem Syndikat angeschlossen.

Aufgaben[Bearbeiten]

Die regionale Koordination des Mietshäuser Syndikat vernetzt die bestehenden Wohnprojekte in Tübingen. Darüber hinaus berät und unterstützt Wohnprojekte in Tübingen (und der Region) in der Gründungsphase in Fragen der Finanzierung, der Projektstruktur und der Sanierung. Alle zwei Monate findet ein "Stammtisch" als moderierter Treffpunkt für Menschen mit Interesse an gemeinschaftlichem Wohnen statt.

Weblinks[Bearbeiten]