Maskenabstauben
In Tübingen beginnt die schwäbisch-alemannische Fasnet traditionell am 6. Januar, dem Dreikönigstag, mit dem sogenannten „Maskenabstauben“ auf dem Marktplatz. Dabei wird die närrische Zeit offiziell „eröffnet“ – ein symbolischer Moment, der den Übergang vom Alltag in die Fasnet markiert.[1]
Zum Ablauf gehört, dass die aktiven Mitglieder der Narrenzunft Tübingen mit zunächst abgedeckten Masken auf den Platz treten; die „menschlichen Gesichter“ sind dabei noch einmal sichtbar, bevor die Masken im Ritual „zum Leben erweckt“ werden. Das eigentliche Abstauben – oft mit Staubwedeln/Bürsten als bewusstes, sichtbares Zeichen – steht sinnbildlich dafür, dass Masken und Häs aus der „Winterruhe“ geholt werden und ab diesem Zeitpunkt wieder in der Öffentlichkeit getragen werden.
In der Praxis ist das Maskenabstauben nicht nur ein Startsignal für die kommenden Wochen, sondern auch ein öffentliches Treffen von Zunft, Gästen und Zuschauern: Der Marktplatz wird zur Bühne, auf der Fasnetsbräuche gezeigt, erklärt und weitergegeben werden. Laut Rückblicken der Narrenzunft findet das Maskenabstauben dort seit über zwei Jahrzehnten statt und wird teils mit der Aufnahme bzw. „Taufe“ neuer Mitglieder verbunden.[2]
Im Jahr 2026 gab es zusätzlich noch ein Abschluss-Event auf der Neckarinsel mit Pavillon und einem großen Feuer in einer Feuerschale.