Kurt Georg Kiesinger

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Kurt Georg Kiesinger (1967)
Das Grab von Kurt Georg Kiesinger auf dem Stadtfriedhof an seinem 30. Todestag am 9.03.2018.

Kurt Georg Kiesinger (* 6. April 1904 in Ebingen, Württemberg, heute zu Albstadt; † 9. März 1988 in Tübingen) war ein Jurist und Politiker der CDU. Er war u.a. von 1958 bis 1966 Ministerpräsident von Baden-Württemberg, von 1966 bis 1969 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und von 1967 bis 1971 Bundesvorsitzender der CDU.

Beziehung zu Tübingen[Bearbeiten]

1925 begann er ein Studium der Pädagogik in Tübingen, wozu ihn der Abschluss eines Lehrerseminars berechtigte, und trat in die K.St.V. Alamannia ein.

Da ihn dieses Studium nicht befriedigte, bemühte sich Kiesinger, das Abitur nachträglich zu erwerben. Dafür war als Errungenschaft der Revolution 1918/1919 eine Ergänzungsprüfung in Tübingen eingerichtet worden, zu deren Vorbereitung Kurse an der Universität veranstaltet wurden. Neben diesen Kursen hörte Kiesinger auch andere Vorlesungen. Im Oktober 1926 legte er an einem Gymnasium in Tübingen die externe Abiturprüfung ab. Bereits 1926 wechselte er nach Berlin, um dort das Studium der Rechts- und Staatswissenschaften aufzunehmen, das er 1934 abschloss.

1933 bis 1945 war Kiesinger Mitglied der NSDAP. In der Nazi-Zeit war er u.a. Rechtsanwalt am Berliner Kammergericht und 1940 bis 1945 Angehöriger (ab 1943 stellvertretender Leiter) der Rundfunkpolitischen Abteilung des Reichsaußenministeriums in Berlin.

Ab 1946 betätigte er sich als Repetitor für Jurastudenten an der Uni Würzburg. 1947 wurde er ehrenamtlicher Landesgeschäftsführer der CDU Württemberg-Hohenzollern und bezog eine Wohnung in der Rottenburger Jahnstraße.[1] Nach seiner von ihm betriebenen vollständigen Entnazifizierung begann er 1948 auch eine Tätigkeit als Rechtsanwalt in Tübingen und Würzburg. In den 1950er Jahren verlegte er mit seiner Familie seinen Wohnsitz nach Tübingen. Ab 1949 startete seine politische Laufbahn als Bundestagsabgeordneter der CDU (Wahlkreis Ravensburg, später Waldshut).

Vor allem seine Ruhestandsjahre verlebte Kiesinger in Tübingen im von ihm gebauten Familienhaus in der Engelfriedshalde. Seit Mitte der 1960er Jahre besaß er außerdem ein Ferienhaus oberhalb von Bebenhausen (ein kleines dunkelbraunes Blockhaus an der Straße Am Jordan). Von dort unternahm er gern Wanderungen im Schönbuch und soll gelegentlich in der Königlichen Jagdhütte übernachtet haben. 1979 wurde Kiesinger zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Stadtfriedhof.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

Quellen, Weblinks[Bearbeiten]