Karl Adamek
Karl Adamek (* 27. August 1952 in Kleve) ist ein deutscher Sozialwissenschaftler, Singforscher, Autor und Liedermacher, der sich in Theorie und Praxis den Fragen des Singens und der Gesundheit der Alltagskultur widmet. Er ist immer wieder in Tübingen bei Mitsingabenden und Tageskursen zu erleben.
Werdegang und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Karl Adamek studierte Soziologie, Psychologie, Pädagogik und Musik und promovierte als Handlungsforscher zur sozialen Bedeutung des Singens. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Diplom-Pädagoge, bevor er sich als freiberuflicher Singforscher, Autor, Liedermacher, Kursleiter und Sozialkünstler etablierte.
Berufliches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Adamek gilt als Vorreiter und Gründer der Heilsame-Lieder-Kulturbewegung in Deutschland. Für seine Verdienste auf diesem Gebiet wurde er 2017 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, die Laudatio hielt Prof. Gerald Hüther. Seine Arbeit verbindet wissenschaftliche Forschung mit praktischer Anwendung im Bereich der Singtherapie und des heilsamen Singens.
Vereinstätigkeit und Netzwerkarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1999 gründete Karl Adamek das "Internationale Netzwerk zur Förderung der Alltagskultur des Singens Il canto del mondo e.V.", dessen Initiator und Vorsitzender er ist. Das Netzwerk stand unter der Schirmherrschaft des weltberühmten Geigers Lord Yehudi Menuhin (1916-1999) und setzt sich für die Förderung der Singkultur im Alltag ein. Unter anderem schulte das Netzwerk unter dem Motto "Canto Elementar" über tausend Seniorinnen und Senioren und vermittelte ihnen Gelegenheiten in Kindergärten im Kita-Alltag als Singpaten mit den Kindern einfache Lieder zu singen; dafür wurde ein Liederbuch mit ausgewählten deutschen Liedern, darunter auch alte Volkslieder, entwickelt. Bei der Präsentation des Konzeptes 2007 in Kaiserslautern bekam er vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler große Zustimmung und Unterstützung.[1]
Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Als Sozialwissenschaftler und Singforscher beschäftigt sich Adamek intensiv mit: - Der sozialen Bedeutung des Singens - Den gesundheitlichen Aspekten der Alltagskultur des Singens - Der Entwicklung und Anwendung von Singtherapie - Der Förderung des "Lauschenden Singens" als Essenz des heilsamen Singens
Bezug zu Tübingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Karl Adamek lebt im Raum Münster in Nordrhein Westfalen, ist aber regelmäßig auch als Referent und Kursleiter in Süddeutschland, und war 2024 für zwei Veranstaltungen in Tübingen, die von der Tübinger Mitsingplattform Singen-tut-gut.eu organisiert wurden. Ein Schnupper- und Mitsingabend lud ein, seine Art des heilsamen und lauschenden Singens kennenzulernen. Ein Tageskurs bot die Möglichkeit, sich vertiefend auf diese Erfahrung einzulassen. Den Titel der Angebote "Endlich Leben, endlich leben" entwickelte Adamek auch vor dem persönlichen Hintergrund, dass seine langjährige Partnerin aufgrund einer schweren Erkrankung ein halbes Jahr zuvor gestorben war und er sie in ihrem Sterbeprozess begleitet hatte. Die Veranstaltungen im Rahmen der Reihe "Singen-tut-gut.eu & Friends" fanden in der Kirch am Eck statt, und waren so gut besucht, dass für die Wiederholung im November 2025 mit dem Tanzlokal Boccanegra größere Räumlichkeiten gewählt wurden.
nächste Auftritte in Tübingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Intensiv Tageskurs „Vertrauen in mich selbst, Vertrauen ins Leben und Lebensfreude bis zum letzten Atemzug“, Termin: Sonntag, 4. Oktober 2026, 10:30 – 16:30 Uhr[2]
Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Publikationen und Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Als Autor hat Karl Adamek verschiedene Werke zur Singforschung und zu den therapeutischen Aspekten des Singens veröffentlicht. Seine Arbeiten verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Anleitungen für die Anwendung des heilsamen Singens im Alltag. Die von ihm entwickelten Meridianmantren sind besondere heilsame Lieder, die sich vom Inhalt und der Melodie auf die verschiedenen Körpermeridiane beziehen, zum Beispiel Herz-, Nieren- oder Magenmeridian.
Eine Auswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Singen als Lebenshilfe. Zu Empirie und Theorie von Alltagsbewältigung. Plädoyer für eine „erneuerte Kultur des Singens“. Waxmann, Münster u. a. 1996, ISBN 3-89325-392-0.
- Die Stimme. Quelle der Selbstheilung. Bauer, Freiburg (Breisgau) 1993, ISBN 3-7626-8614-9.
- als Herausgeber: Lieder der Arbeiterbewegung. LiederBilderLeseBuch & Gitarrenschule von Kalle Pohl. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-7632-2563-3.