Johann Georg Gmelin (Chemiker)
Johann Georg Gmelin (* 17. August 1674 in Münchingen; † 22. August 1728 in Tübingen) war Apotheker und Chemiker. Er gilt als Begründer der "Tübinger Linie" der weit verzweigten Gelehrtenfamilie Gmelin.[1]
Lebenslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Er wurde als Sohn des Weißgerbers und späteren Münsinger Schulmeisters Samuel Gmelin geboren. Dieser starb bereits vor seinem ersten Lebensjahr.
Er wurde vom "Vetter und Vaters Bruder", dem Leibmedicus Johann Georg Gmelin in Stuttgart aufgenommen und in seiner Familie aufgezogen. In Stuttgart absolvierte er eine Apothekenlehre. Zwischenzeitlich befand er sich in Ulm und Böblingen, 1694 folgte er seinem Onkel nach Dresden. Nach einer Reise nach Holland nahm er 1699 eine Stelle am königlich-chemischen Laboratorium in Stockholm an, wo er sich "zu dem ausgezeichneten Chemiker heranbildete, als er er später galt."[2]
1706, ausgestattet mit einem Empfehlungsschreiben der Königin von Schweden an die Herzogin von Württemberg[2], kehrte er in die Heimat zurück. Zunächst blieb er kurze Zeit in Stuttgart bei seinem Neffen, dem Hofmedicus Georg Friedrich Gmelin.
Heirat und Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Am 2. November 1706[3] heiratete er Susanna Barbara Haas (1687–1760)[4], die Tochter des Apothekers Haas aus Tübingen. Er zog um und übernahm die 1569 gegründete "wohlbekannte Apotheke an der Markt- und Hirschgassenecke"[2] - die spätere Mayer’sche Apotheke am Markt, die zum Familienstammhaus wurde.
An ihn und seine Nachkommen erinnert heute eine steinerne Gedenktafel an der Apotheke.
Er hatte zwölf Kinder, von denen fünf früh verstarben:[5]
- Johann Georg Gmelin (1709-1755 - Entdecker und Sibirienforscher)
- Samuel (1711-1720)
- Regine Barbara (1713-1760)
- Christiane Marie (1715-?)
- Christian Gottlieb (1717-1795 - Kloster-Professor in Blaubeuren)
- Rosine Friederike (1719-1719)
- Karl Friedrich (1720-1720)
- Philipp Friedrich Gmelin (1721–1768 - Arzt, Botaniker und Chemiker)
- Rosine Margarethe (1723-1753)
- Wilhelm Gottfried (1725-1725)
- Judith Heinrike (1728-1728)
Akademischer Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Gmelin wirkte auch als akademischer Lehrer.[1] Außer einem Aufsatz über die Zubereitung von essigsaurem Quecksilber (sperma mercurii), welche posthum durch seinen Sohn Johann Georg veröffentlicht wurde, hat er allerdings nichts publiziert.[1]
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Wikipedia zu Johann Konrad Gmelin
- Wikipedia zu Johann Georg Gmelin (Entdecker)
- Wikipedia zu Philipp Friedrich Gmelin
Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ 1,0 1,1 1,2 https://de.wikisource.org/wiki/ADB%3AGmelin%2C_Johann_Georg_der_%C3%84ltere
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Gmelin, Moriz: Stammbaum der Familie Gmelin, 1877:https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11356718?page=62,63
- ↑ aus: Band 33 der Schriftenreihe "Forstliche Klassiker". Hrsg. Dr. rer. silv. habil. Bernd Bendix. Verlag Kessel. https://www.forstbuch.de/wp-content/uploads/2020/03/GmelinLeseprobe.pdf (S. 7)
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Georg_Gmelin_%28Entdecker%29 (abgerufen am 14. August 2025)
- ↑ Gmelin, Moriz: Stammbaum der Familie Gmelin https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11356718?page=160,161 (abgerufen am 15. August 2025)