Johann Georg Cotta (*20. Juli 1631 in Porschendorf, 25. März 1692 in Tübingen)[1], im Nachhinein als "Johann Georg I. Cotta" bezeichnet, war der Begründer des Cotta-Verlags. Er kam ursprünglich aus Sachsen, war ein Pfarrerssohn und hatte zuvor in der berühmten Buchhandlung und -druckerei von Wolfgang Endter in Nürnberg gearbeitet. Er übernahm 1658 die Geschäftsleitung der bestehenden akademischen Brunn'schen Buchhandlung inkl. Verlag in Tübingen, weil der Vorbesitzer Philibert Brunn am 11. September 1658 verstorben war. Ungefähr ein Jahr später - am 22. November 1659 - heiratete er dessen Witwe Euphrosyne Brunn, bekam einen Monat später das akademische Bürgerrecht der Universität Tübingen und führte das Unternehmen - Verlag und Buchhandlung - seitdem (Ende 1659) unter seinem Namen als "Cotta’sche Verlagsbuchhandlung".[2]
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Verlegerische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Johann Georg I. Cotta, der als überaus korrekter und tüchtiger Geschäftsmann galt, machte sich in den drei Jahrzehnten seines Wirkens in Tübingen durch eine umfangreiche Verlagsproduktion bald einen bekannten Namen. Sein allererstes Verlagswerk war ein genealogischer Tafelband (‚Quatuordecim tabulae genealogicae‘, 1660). Zu der überwiegend wissenschaftlichen Produktion gehörten vor allem juristische Werke, zum Beispiel von Christoph Besold (1577–1638), Wolfgang Adam Lauterbach (1618–1678) und Thomas Lansius,
sowie theologische Schriften, etwa von Johann Adam Osiander (1622–1697) und Tobias Wagner (1598–1680), allesamt bekannte Professoren der Universität Tübingen.
Eine bedeutende Rolle spielte die Veröffentlichung der Rechtsgutachten der Juristischen Fakultät. Aber auch mehr und mehr auswärtige Autoren wurden von Johann Georg I. Cotta verlegt. Viele Drucke entstanden im Folio- oder Quartformat. Sein Verlagssignet übernahm er zunächst von Brunn und entwickelte dann später eigene repräsentative Signets. Drucken ließ er seine Verlagsprodukte bei Johann Heinrich Reiß, dessen Sohn Georg Heinrich Reiß und Martin Rommey in Tübingen, jedoch auch bei einigen auswärtigen Druckern. 1667 erwarb er das stattliche Haus in der Münzgasse 15 gegenüber der Stiftskirche, das zusammen mit dem später hinzu gekauften Nachbarhaus (Münzgasse 17) für mehrere Generationen zum Stammsitz des berühmten Unternehmens wurde. Cottas verlegerische Tätigkeit blieb in Tübingen bis 1681 zunächst ohne jede Konkurrenz, dann eröffnete sein Stiefsohn Philibert III. Brunn (1655–1697) einen eigenen Verlag, in dem bis zu dessen Tod etwa 20 Werke erschienen. Nach dem Tod Cottas am 25. März 1692 übernahm sein einziger überlebender Sohn, der
kränkliche Johann Georg II. Cotta (1663–1712) das Geschäft.