Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde

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Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde
Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen Februar 2017.jpg
Universität
AdresseMohlstraße 18
72074 Tübingen
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Das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IDGL) in der Mohlstraße 18 ist ein Forschungsinstitut des Landes Baden-Württemberg. Es wurde am 1. Juli 1987 gegründet und hat seinen Sitz in Tübingen. Es gehört nicht zur Eberhard Karls Universität Tübingen, sondern ist direkt dem baden-württembergischen Innenministerium nachgeordnet.[1]

Aufgabe[Bearbeiten]

Das Institut hat die Aufgabe, die Geschichte, Landeskunde und Dialekte der deutschen Siedlungsgebiete in Südosteuropa sowie die zeitgeschichtlichen Fragen von Flucht, Vertreibung und Eingliederung der deutschen Heimatvertriebenen wissenschaftlich zu erforschen und zu dokumentieren. Es soll die Abhaltung entsprechender Lehrveranstaltungen an den Universitäten des Landes fördern, Publikationen herausgeben und wissenschaftliche Tagungen durchführen.[1]

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten]

Das IDGL erforscht die Geschichte der Besiedlung Ost- und Südosteuropas durch Deutsche, insbesondere durch Donauschwaben. Dabei werden neben sprach- und literaturwissenschaftlichen Ansätzen auch demographische und ethnische Aspekte verfolgt. Daneben findet auch das Schicksal der Flüchtlinge und Vertriebenen Beachtung, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Baden-Württemberg Aufnahme fanden.[2]

Forschungsbereiche[Bearbeiten]

Es gibt sechs Forschungsbereiche:

  • Historische Siedlungsforschung
  • Demographie/Sozialgeographie
  • Dialektforschung/Sprachwissenschaft
  • Literaturwissenschaft
  • Neuere Geschichte
  • Zeitgeschichte

Forschungsgebiete[Bearbeiten]

Österreich-Ungarn auf einer Karte von 1911

"Donauschwaben" ist weniger ein historisch-kultureller Begriff als ein wissenschaftliches Konstrukt. Donauschwaben erstreckt sich beiderseits der mittleren Donau, zwischen deren Nebenflüssen Raab im Nordwesten und Tscherna im Südosten:

  • das Siedlungsgebiet im Ungarischen Mittelgebirge zwischen Raab, Donauknie und Plattensee, mit dem Zentrum Budapest;
  • die Schwäbische Türkei südlich des Plattensees zwischen Donau und Drau, mit dem Zentrum Pécs (Fünfkirchen);
  • Slawonien und Syrmien zwischen Save und Donau, mit dem Zentralort Osijek (Esseg);
  • die Batschka zwischen Donau und Theiß, mit dem Mittelpunkt in Novi Sad (Neusatz);
  • das Banat zwischen Marosch, Theiß, Donau und den Ausläufern der Südkarpaten, mit dem Zentrum in Timisoara (Temeswar);
  • Sathmar in der nordöstlichen Großen Ungarischen Tiefebene, mit dem Mittelpunkt Carei (Großkarol).

Außerdem gibt es kleinere deutsche Streugebiete und Einzelsiedlungen, die außerhalb dieser Gebiete liegen und sich schwieriger gruppieren lassen.

Bibliothek und Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Das Institut verfügt über eine eigene Bibliothek mit über 30000 Monographien und etwa 500 Periodika. Des Weiteren existiert ein eigenes Archiv.[3] Neben der eigentlichen Forschung hält das IDGL auch Lehrveranstaltungen ab und gibt Publikationen heraus.[4]

Das IDGL gibt eine eigene Schriftenreihe, die Schriftenreihe des Instituts für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, heraus.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 idglbw.de, Aufgaben und Ziele
  2. Mathias Beer: Flüchtlinge und Vertriebene im deutschen Südwesten nach 1945: eine Übersicht der Archivalien in den staatlichen und kommunalen Archiven des Landes Baden-Württemberg, Sigmaringen: Thorbecke, 1994 (Schriftenreihe des Instituts für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde; 2) ISBN 3-7995-2502-5
  3. idglbw.de, Bibliothek, Archiv, Sammlungen
  4. Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde auf Wikipedia.