Hertie-Institut für klinische Hirnforschung

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Das im Jahr 2004 fertig gestellte Gebäude des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung am Tübinger Schnarrenberg (Otfried-Müller-Straße 27), in dem die Forschungseinrichtungen untergebracht sind

Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) in der Otfried-Müller-Straße 27[1][2] bildet gemeinsam mit der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Tübingen das „Zentrum für Neurologie".

Aufgabenstellung[Bearbeiten]

Das Institut beschäftigt sich mit einem der faszinierendsten Forschungsfelder der Gegenwart: der Entschlüsselung des menschlichen Gehirns. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie bestimmte Erkrankungen die Arbeitsweise dieses Organs beeinträchtigen. Vor diesem Hintergrund werden am HIH die informationstheoretischen und neuronalen Grundlagen wichtiger Hirnfunktionen wie Wahrnehmung, Gedächtnisleistung oder Lernverhalten untersucht. Unter anderem werden auch hirnorientierte Anwendungen für die Technik erforscht.[3]

Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten]

Das Institut umfasst derzeit die folgenden fünf Abteilungen, von denen die ersten vier an der klinischen Versorgung beteiligt sind:

  • Allgemeine Neurologie
  • Neurologie mit Schwerpunkt Epileptologie
  • Neurologie mit Schwerpunkt neurodegenerative Erkrankungen
  • Kognitive Neurologie
  • Zellbiologie neurologischer Erkrankungen

Organisation[Bearbeiten]

UKT Hertie-Institut

Das Zentrum wurde mit dem im Jahre 2001 unterzeichneten Vertrag zwischen der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und dem Land Baden-Württemberg, der Universität Tübingen und ihrer medizinischen Fakultät sowie dem Universitätsklinikum Tübingen geschaffen. Die zugrunde liegende Bündelung öffentlicher Ressourcen und privater Stiftermittel ist deutschlandweit einzigartig.[4]

Hertie Stiftung[Bearbeiten]

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung baut auf dem Lebenswerk des 1972 verstorbenen Stifters Georg Karg, Inhaber der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH, auf. Neben seinem Unternehmen und dessen Mitarbeitern fühlte er sich vor allem dem Allgemeinwohl verpflichtet. Mit ihrem Vermögen von rund 800 Mio. Euro und einem jährlichen Fördervolumen zwischen 20 und 30 Mio. Euro gehört die Hertie-Stiftung zu den größten privaten Stiftungen Deutschlands. Seit 1998 besteht keinerlei Unternehmensbindung mehr.[5]

Leitung[Bearbeiten]

Der wissenschaftliche Einsatz von Prof. Johannes Dichgans war entscheidend für die von der Hertie-Stiftung mit fast 22 Millionen Euro finanzierte Gründung des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH), dessen erster Direktor er wurde. Seine Nachfolge als Leiter der Neurologischen Abteilung der Universitätsklinik Tübingen trat 2005 Michael Weller an, der auch sein Nachfolger beim Hertie-Institut für klinische Hirnforschung wurde, in dessen Kuratorium Dichgans weiter Mitglied ist. [6]

Anmerkungen, Quellen[Bearbeiten]

  1. Postanschrift HIH, Geschäftsführung: Otfried-Müller-Straße 27
  2. Postanschrift der Abteilungen laut HIH, Kontakt: Hoppe-Seyler-Straße 3
  3. www.hih-tuebingen.de
  4. Hertie-Institut für klinische Hirnforschung.
  5. Hertie-Stiftung auf Wikipedia.
  6. Johannes Dichgans auf Wikipedia.