Helga Janzen-Allgaier
Helga Janzen-Allgaier (* 14. August 1941 in Breslau (Schlesien); gebürtig Helga Janzen) ist eine deutsche Bildhauerin und Künstlerin aus Pfrondorf. Als Schülerin von Suse Müller-Diefenbach und Ugge Bärtle erlangte sie Ansehen für ihre organischen, abstrakten Skulpturen. Einige dieser Skulpturen stehen im öffentlichen Raum in Tübingen. Laut Stadt Tübingen ist sie "eine der drei bedeutenden Nachkriegsbildhauerinnen in Tübingen."
Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Janzen-Allgaier wurde 1941 in Breslau (Schlesien) geboren und wuchs ab 1945 in Plochingen auf. Sie ist studierte Lehrerin für die Fächer Handarbeit, Hauswirtschaft und Sport.[1] 1971 heiratete sie Horst Allgaier (1940-2025), Notar und Organist an der Stiftskirche. Das Paar hat vier Kinder, darunter zwei Künstlerinnen.
Ihre bildhauerische Laufbahn begann Janzen-Allgaier erst im Alter von 40 Jahren. Ab 1982 studierte sie die Bildhauerei bei Suse Müller-Diefenbach in Tübingen, ab 1984 dann an der Freien Kunstschule Nürtingen bei Prof. K.-H. Türk und Christa Roesner-Drenhaus. Im darauffolgenden Jahr eröffnete sie ein Atelier in Bierry Les Belle Fontaines, Burgund (Frankreich) (Auflösung 2020). Janzen-Allgaiers Schwerpunkt liegt auf Alabaster und Kalksteinen, sowie Bronze und Sandstein. Mehr als 100 Skulpturen hat sie in ihrer 35-jährigen Karriere geschaffen.
Ihr Werk lässt sich grob in zwei Phasen aufteilen. In der ersten, in den 1980er Jahren, schuf Janzen-Allgaier "mehrdeutige Steine", die von jeder Seite anders schienen. In der zweiten Phase, ab den 1990er Jahren, versuchte sie sich an "schwebenden Steinen" – ihre luftigen Skulpturen sollten die Steine leicht wirken lassen.
Zwischen 1992 und 1997 lehrte Janzen-Allgaier am Zeicheninstitut der Universität Tübingen. Anlässlich einer Ausstellung in der Galerie Fingur im Jahre 2020 gab die Künstlerin an, seit etwa 2005 keine Skulpturen mehr herzustellen.[2] Sie ist Mitglied der Gedok Stuttgart und des BBK Württemberg.
Öffentliche Werke in Tübingen und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- "Urpferd" (1988), Französischer Muschelkalk (Savonniere), Auf der Morgenstelle 34
- "Altar (Engel über der Alb & Opfertier)", Dettenhauser Sandstein, auf dem Bergfriedhof
- "Wolkentier", Gniebeler Sandstein, auf dem Rathausplatz Dettenhausen
- "Mühlstein mit Fisch, die Sonne verschluckend" auch "Mühlstein (Fisch verschlingt die Sonne)", Roter Sandstein, Pfäffingen Untere Mühle
- "Kreuzabnahme" (1997), Bronze, am Gemeindehaus der Evangelischen Kirche Pfrondorf
Dreiergruppe gewidmet Hölderlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Janzen-Allgaier hat eine Dreiergruppe archaischer Steine geschaffen, die alle Hölderlin gewidmet sind. Das Boot, inspiriert vom Gedicht „An den Aether“ (Zitat: „o wer dort... das wandernde Schiff zu treiben vermöchte“). Der Thron und Schlangentrog, inspiriert vom Gedicht „Die Meinige“ (Zitat: „Daß so oft die Schlange unter heitern Jugendtänzen......wirbelt, und so schnell die Unschuld würgt“ und „Ruf ihm oft ins Herz, vor deinen Thron zu gehn“).
- "Thron" oder "Schlangenthron" (1986), Dettenhäuser Sandstein, im Alten Botanischer Garten
- "Schlangentrog" oder "Schlangenstein", Dettenhäuser Sandstein, Garten des Hölderlinhauses
- "Boot" (1989), Roter Sandstein,, an der Gmelinstraße 20 / Stadtfriedhofsmauer beim Hölderlingrab
Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
"Boot" am Stadtfriedhof
Thron am Alten Botanischen Garten
Urpferd auf der Morgenstelle, erster Standort vor dem Gebäude E
Urpferd, zweiter Standort vor dem IFIB (2024)
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Portrait der Künstlerin, Schlangentrog, Kreuzabnahme, Altar, Wolkentier, Mühlstein mit Fisch die Sonne verschluckend