Heinrich Schickhardt

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Unteres Schlossportal, 2006
Unteres Schlosstor, restaurierter Sockel, 2010
Neptunbrunnen auf dem Marktplatz
Direktoriumsgebäude des Collegium illustre links im Bild, Foto 1950er Jahre
Direktoriumsgebäude des Collegium illustre (rechts)
Schloss in Ammerbuch-Poltringen
Schloss Einsiedel, Bau von 1619


Heinrich Schickhardt (oder Schickard; * 1558 in Herrenberg; † 1635 in Stuttgart) war der bedeutendste Baumeister der Renaissance in Südwestdeutschland.


Er entstammte einer Herrenberger Handwerkerfamilie. Nachdem er von Herzog Friedrich I. seit dessen Amtsantritt 1593 immer wieder Bauaufträge erhalten hatte, wurde er 1608 württembergischer Hofbaumeister. Er errichtete oder erweiterte zahlreiche Kirchen, Schlösser, Bäder, Keltern, Bürgerhäuser und Brunnen und wurde mit Wiederaufbauten abgebrannter Städte und Viertel beauftragt. Schickhardt ist auch der Erbauer der neugegründeten Stadt Freudenstadt im Schwarzwald mit ihrem quadratischen Grundriss. Ebenso leitete er den Ausbau des damals württembergischen Mömpelgard/Montbéliard. Sein Hauptwerk, der "Neue Bau" in Stuttgart (1600/1609), ging ca. 150 Jahre später durch einen Brand verloren.


In Tübingen erbaute er das Direktoriumsgebäude des Collegium illustre (Wilhelmsstift) (1600) sowie das reich geschmückte Untere Portal des Schlosses (1606-07) und lieferte den Entwurf für den Neptunbrunnen, der 1617 ausgeführt wurde. In Poltringen erneuerte er die Obergeschosse des Wasserschlosses (1608). Auf dem Gelände des 1580 abgebrannten und abgetragenen Schlosses Einsiedel errichtete er 1619 den noch heute bestehenden Bau. Um 1630 setzte er sich für den Erhalt des Herrenberger Schlosses ein.


In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde Schickhardt im Januar 1635 77-jährig in Stuttgart von marodierenden Soldaten erstochen.


Die Tübinger Schickhardtstraße ist nach ihm benannt. Der Astronom Wilhelm Schickard war sein Neffe und der Theologe Paul Schickhardt sein Cousin.



Literatur[Bearbeiten]

Sönke Lorenz, Wilfried Setzler: Heinrich Schickhardt. Baumeister der Renaissance. Leben und Werk des Architekten, Ingenieurs und Städteplaners. Leinfelden-Echterdingen: Drw, 1999


Weblink[Bearbeiten]

Artikel in Wikipedia über Heinrich Schickhardt