Ritter Georg von Ehingen

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Ritter Georg von Ehingen in seiner Rüstung
Georg von Ehingen, Kilchberger Altar

Georg von Ehingen (*1428 auf Burg Hohenentringen, † 24. Februar 1508 in Kilchberg) war ein bedeutender schwäbischer Ritter, Diplomat und Reisender, dessen Leben eng mit Tübingen verbunden war. Geboren auf Schloss Hohenentringen bei Tübingen, entstammte er einem angesehenen oberschwäbischen Adelsgeschlecht. Seine Karriere führte ihn zunächst an verschiedene Fürstenhöfe, darunter den der Habsburger in Innsbruck und den von Herzog Albrecht VI. von Österreich. Die Burg Ehingen (Lage sichtbar auf OSM), von der er seinen Namen ableitet, lag damals auf dem Gebiet des heutigen Rottenburg, auf einem Bergsporn südlich von Bad Niedernau, hat also nichts mit dem Ehingen an der Donau zu tun.[1]

Besondere Bedeutung für Tübingen erlangte Georg (I.) von Ehingen ab 1462, als er in den Dienst von Graf Eberhard im Bart von Württemberg trat. In dieser Zeit bekleidete er das wichtige Amt des Obervogts von Tübingen, was ihn zu einem der einflussreichsten Vertreter der gräflichen Verwaltung in der Stadt machte. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Entwicklung und Verwaltung Tübingens und der Gründung der Universität 1477 beteiligt. Im Jahr 1474 wurde er von Graf Eberhard, der ihm zeitlebens sehr nahestand, nach Italien entsendet, um als Brautwerber die Heirat Eberhards mit Barbara Gonzaga von Mantua (1455-1503) zu arrangieren, was ihm gegen zahlreiche Mitbewerber gelang. Seine diplomatischen Fähigkeiten und sein Verhandlungsgeschick waren entscheidend für den Erfolg dieser Mission. Er organisierte auch die besonders prächtigen, mehrtägigen Hochzeitsfeierlichkeiten in Urach, die als "Uracher Hochzeit" in die württembergische Geschichte eingingen.

Georg von Ehingen ist daneben vor allem für seine ausgedehnten Reisen bekannt, die er in seiner Jugend unternahm und später in seinem Werk "Reisen nach der Ritterschaft" festhielt. Diese Reisebeschreibungen, die ihn unter anderem nach Rhodos, Jerusalem, Frankreich, auf die Iberische Halbinsel und nach Schottland führten, gelten als wichtige historische Quellen und geben Einblicke in das Leben eines spätmittelalterlichen Ritters.

In Tübingen hinterließ Georg von Ehingen bleibende Spuren. In der Stiftskirche stiftete er ein Glasfenster für das Langhaus, auf dem er mit seinen zahlreichen Ritterorden dargestellt ist. Diese Orden, darunter der Salamanderorden Albrechts von Österreich und der englische Order of the Bath, zeugen von seinem hohen Ansehen und seinen weitreichenden Verbindungen. In Tübingen besaß und bewohnte Ritter Georg wahrscheinlich das Haus Lange Gasse 3, Ecke Collegiumsgasse.

Sein Lebensende verbrachte Georg von Ehingen auf Schloss Kilchberg bei Tübingen, wo er am 24. Februar 1508 verstarb. In der Tübinger Stiftskirche befindet sich sein Epitaph, das an diesen bedeutenden Ritter und Diplomaten erinnert, der sowohl die lokale Geschichte Tübingens als auch die internationale Ritterkultur des späten Mittelalters maßgeblich prägte.

Georg von Ehingens Leben und Wirken verbinden auf einzigartige Weise die lokale Geschichte Tübingens mit den großen politischen und kulturellen Strömungen seiner Zeit. Seine Reiseberichte und sein Engagement in Tübingen machen ihn zu einer faszinierenden Persönlichkeit der Stadtgeschichte, die bis heute das Interesse von Historikern und Literaturwissenschaftlern weckt.

Artikelentstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Fassung dieses Artikels wurde am 17. Juli 2024 von Benutzer:Abilus mit Hilfe der KI https://www.perplexity.ai/ verfasst.

Literatur und Adaptation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen & Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]