Gartensia

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Gartensia
Gartenstraße 7 (Paul-Sinner-Haus) by Marek Wojciechowski.jpg
AdresseGartenstraße 7
72074 Tübingen
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Besetztes Haus "Gartensia" im Juni 2020
Haus Gartenstraße 7 im Jahr 2012 (bereits lange leerstehend)

Die Gartensia ist ein von verschiedensten Menschen besetztes Haus mit Café in der Gartenstraße 7.


Die Besetzung erfolgte im Juli 2019 wegen der enormen Wohnungsnot in Tübingen.


Der Plan der Besetzer ist es, "einen Freiraum zu schaffen, einen Treffpunkt, der zentral liegt und für alle Menschen offen ist.

Dies soll in Form eines Cafés umgesetzt werden, das sich wunderbar in dem ehemaligen Haushaltswarengeschäft einrichten lässt. Hier können Menschen zusammenkommen, sich austauschen, vernetzen und einfach Zeit miteinander verbringen. Das Café soll auch gleichzeitig offen für kulturelle und politische Veranstaltungen sein, also einen Raum bieten, um Weiterbildung zu ermöglichen und gemeinsam zu lernen. Ein Umsonstladen und eine offene Bibliothek sollen geldfreie Alternativen zum konsumorientierten Innenstadtleben bieten.

In der zweiten bis vierten Etage, soll bezahlbarer Wohnraum entstehen. Wir wollen die Wohnungen wieder instand setzen und auch weiterhin pflegen, denn bereits bestehenden Wohnraum sollten wir nicht verkommen lassen. Selbst im Grundgesetz steht: “Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.” (Art 14 GG)" [1]


Der neu gewählte Name verwendet scherzhaft die Namensendung vieler alter Studentenverbindungen, mit denen die Gartensia natürlich nichts gemein hat. Es gibt z.B. auch eine Wohngemeinschaft "Kornhausia".


Obwohl das Haus zwar immer offen steht, wurde am 17.11.2019 ein "Tag der offensten Tür" veranstaltet. Den ganzen Tag über waren alle eingeladen, vorbei zu kommen, mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen, sich über die Besetzung zu informieren und eine schöne Zeit in der Gartensia zu haben.[2]


Vorgeschichte des Gebäudes[Bearbeiten]

1867 kaufte der Fotograf Paul Sinner das Haus (eine ehemalige Remise), auf dessen Hang ein Weinberg lag. Das Haus wurde gründlich umgebaut: Im Dachgeschoss entstand das Atelier - der Salon mit dem verglasten Dach befand sich in dem zum Berg gewandten Teil - und den unteren Stock nutzte Sinners Familie als Wohnung. Um Kunden in sein Atelier zu locken, installierte Sinner auf dem Dach seines Hauses große Lettern, die den Schriftzug „P. Sinner Photograph“ ergaben. Auf einem damals noch existierenden Pfeiler des Neckartores brachte er einen Schaukasten an, in dem man seine Fotos bewundern konnte.[3] Sinner lebte hier bis zu seinem Tod 1925.

Dem heutigen Stil nach wurde das Haus nach dem 2. Weltkrieg modernisiert. Lange war hier auf 2 Etagen das Haushaltswarengeschäft Stehle. Dies wurde 1998 geschlossen. Mehr als 10 Jahre stand das Gebäude bis zur Besetzung leer. Der Zustand des Hauses war in dieser Zeit heruntergekommen. Es existieren noch einige Einrichtungsgegenstände des ehemaligen Geschäfts.

Weitere Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. gartensia.blog.org/ Über uns
  2. gartensia.noblogs.org/ Veranstaltungen 2019
  3. Wolfgang Hesse: Ansichten aus Schwaben. Land und Leute in Aufnahmen der ersten Tübinger Lichtbildner und des Fotografen Paul Sinner (1838–1925), Gebrüder Metz: Tübingen 1989, S. 38 f.

Weblinks[Bearbeiten]


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