Carlo Steeb

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Turmkapelle mit Statue und Reliquienstein in der St.-Petrus-Kirche
Carlo Steeb (Bronzeminiatur in der Kirche St. Michael in Tübingen)

Carlo Steeb (* 1773 in Tübingen als Johannes Heinrich Karl Steeb; † 1856 in Verona, Italien) war ein katholischer Priester und Ordensgründer.


Leben[Bearbeiten]

Er wurde in Tübingen geboren als Sohn des Besitzers des damaligen Hotels Lamm am Marktplatz 7 (heute "Ev. Gemeindehaus Lamm"). Während eines längeren Auslandsaufenthalts zum Erwerb von Sprachkenntnis und Kaufmannspraxis in Verona änderte er seine bisherigen beruflichen Pläne, trat zur katholischen Konfession über und studierte Theologie. Er wurde 1796 zum Priester geweiht und gab sich den Vornamen Carlo.

Er widmete sein Leben vor allem den Kriegsopfern und Kranken jener Zeit. In Lazaretten, Waisenhäusern und für Ausländer war er seelsorgerisch tätig. Er wurde auch Leiter einer seit 1796 bestehenden Bruderschaft und lehrte am Priesterseminar.

Gemeinsam mit Schwester Vincenza (Luise) Poloni (eigentlich Luigia, * 1802 in Verona; † 1855 ebd.) gründete er 1840 die karitative Ordensgemeinschaft der "Schwestern der Barmherzigkeit".

Als "Samariter von Verona" wurde er 1975 von Papst Paul VI. seliggesprochen. - 2008 sprach Papst Benedikt XVI. auch seine Mitstreiterin Luigia Poloni selig.

Die Schwesterngemeinschaft in Tübingen[Bearbeiten]

Die Carlo-Steeb-Schwestern aus Verona führten 45 Jahre lang das Luise-Poloni-Heim. Die Gemeinschaft "Sorelle della Misericordia di Verona", die in Tübingen auch das Studentenwohnheim bei St. Michael (ab 1952) und das Kinderhaus Carlo Steeb (ab 1954) betrieb, baute 1955 das Altenpflegeheim Luise-Poloni-Heim und führte es bis 1999. Zum Januar 2000 wurde das Heim der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn übertragen, und 2001 wurden die letzten beiden italienischen Schwestern (darunter die Heimleiterin seit 1987) aus dem Dienst im Pflegeheim in den Ruhestand verabschiedet.

Benennungen[Bearbeiten]

Nach dem Priester sind in Tübingen die Carlo-Steeb-Straße, die St.-Petrus-Kirche (im Beinamen "Carlo-Steeb-Gedächtniskirche"), jeweils in Lustnau, und das Kinderhaus Carlo Steeb in der Südstadt benannt.

Weblinks und Quellen[Bearbeiten]