Bläsibad

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Das Bläsibad ist ein ehemaliges Heilbad an der gleichnamigen Straße in der Nähe des Kreisverkehrs Steinlachwasen. Ganz in der Nähe mündet der von Ohmenhausen kommende Ehrenbach in die Steinlach. Die Wohnplätze Bläsibad und der nahegelegene Bläsiberg gehören beide zur Gemarkung Derendingen. Am Ende des 11. Jahrhunderts schenkte Liutold von Achalm dem Kloster Zwiefalten eine dem heiligen Blasius geweihte Kapelle. Im Laufe der Zeit fiel die Kaplanei auf dem Bläsiberg an das Tübinger Stift. Außer der Kapelle gab es noch ein Haus, einen Hof und zwei Scheuern.

Schafherde im Steinlachtal in den 1930er Jahren. Rechts das Bläsibad, links im Hintergrund der Bläsiberg[1]
Farbgemälde des Bläsibads um 1800[2]

Bad und Gastwirtschaft[Bearbeiten]

Seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wird das Bläsibad erwähnt, das als Heilbad einen guten Ruf besaß. Der Legende nach soll es von einem Hirten bei der Genesung eines seiner Schafe entdeckt worden sein. Deshalb wurde die Kapelle dem heiligen Blasius geweiht, dem Arzt der Tiere - und deshalb ist auf der Postkarte aus den 1930er Jahren wohl auch ein Schäfer zu sehen.[1]

Mit dem Bad, das schon der Botaniker Leonhart Fuchs bei Geschwüren, Rheumatismus, Gicht und ähnlichen Beschwerden empfahl, war eine Gastwirtschaft verbunden, die sich bei den Studenten großer Beliebtheit erfreute. Seit dem frühen 19. Jahrhundert ließ der Badebetrieb nach. Außerdem brannte 1831 die Badeanstalt ab. Der danach errichtete Neubau erhielt keine besonderen Bäder mehr, wenn auch weiterhin Wannenbäder verabreicht wurden. Das Versiegen der Quellen brachte die Volksmeinung mit der Grabung der Schwefelquelle in Bad Sebastiansweiler 1845 in Verbindung. Die Gastwirtschaft ging um 1870 ein. Irgendwann im Zeitraum von 1911-1924 betrieb der Jungdeutschland-Bund dort ein Ferienheim für Mädchen.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Um 1860 hatte der Agrarökonomen und Professor für Forst- und Landwirtschaft Heinrich Weber das Gut für praktische Unterweisungen der Studenten gepachtet. Nach vielfachem Besitzerwechsel kam das Anwesen 1951 mit 40 Hektar Acker und Wiesenland und 32 Hektar Wald an die Stadt Tübingen.

Quellen[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Das waren noch Zeiten, als ein Schäfer mit Hund und Herde durchs Steinlachtal zog. Alte Ansichten aus dem Kreis Tübingen. Schwäbisches Tagblatt.
  2. O Bläsibad - Was ist aus dir geworden? Homepage von Dr. Klaus Mohr