Belagerung von Schloss Hohentübingen durch die Franzosen

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Belagerung 1647‎

Dies ist eine Chronologie der Belagerung von Schloss Hohentübingen durch die Franzosen im Jahre 1647 nach Originalquellen.[1]

Das evangelisch-lutherische Herzogtum Württemberg erfuhr vor allem in der zweiten Phase des Dreißigjährigen Krieges, zwischen 1634 und 1648, großes Elend und ungeheure Verluste an Menschenleben. Im Verlauf dieses Kriegsabschnittes kämpften schwedische und französische Armeen gegen Truppen des Deutschen Kaisers und seiner Reichsstände. Während zu Münster und Osnabrück die hohen Herren schon seit 1644 um einen möglichen Frieden debattierten, verheerten heruntergekommene Kriegsvölker das Heilige Römische Reich und seine Nachbarländer; „Da erschien sogar mit einemmal Tübingen bestimmt, den letzten Sturm des ganzen Krieges auszuhalten, und der Schauplatz der letzten Waffenthat desselben im Lande zu werden.“ (EIFERT 1849, S. 158) [2]

Im Jahr 1647 hielten bayerische Söldner das Schloss Hohentübingen [3] besetzt, während sich eine französische Armee unter Generalfeldmarschall Turenne auf dem Vormarsch befand [4].


"Wahrer Vnd Eigendlicher Abris Der Statt Vnd Vestung Hochen Tübingen Wie Die Selben Von Ihr Excellenz MarckGraff D-Hocquincourt General Leutenant Den 4 ... Miniert Vnd Mit Acort Vbergeben Worden Anno 1647"; Quelle: Tübinger Blätter



26. Dezember 1646 (05. Januar 1647)[Bearbeiten]

Beratungen der Universität mit der Stadt wg. des Anmarsches der Tourneischen Armee auf Tübingen; Unterredung mit Peter Pflaumber (Obristenleutnant, Fürstl. Württ. Rat, Oberamtmann zu Weinsberg, Möckmühl u. Neuenstadt); "Matthäus Krämer, Rauscher, Geilfueß" (Senatsprotokolle UAT)

08. (18.) Januar[Bearbeiten]

Feldmarschall Turenne befindet sich in Saulgau. Das französische Reichskorps kommt von Überlingen, wo es vergeblich die Bayern angegriffen hat. Ein schwedisches Korps unter General Wrangel belagert derweil Lindau, in dem Graf Maximilian von Waldburg eine kaiserliche Besatzung befehligt (MARTENS 1847, S. 478/499).

12. (22.) Januar[Bearbeiten]

Die Franzosen beschießen Balingen (MARTENS 1847, S. 478/499).

13. (23.) Januar[Bearbeiten]

Die Franzosen nehmen Balingen ein (MARTENS 1847, S. 478/499).

21. (31.) Januar[Bearbeiten]

Sitzungsprotokoll des Senats der Universität Tübingen ein „Herzogliches Reskript wegen des Abzugs der kurbayerischen Garnison auf Hohentübingen“ (Senatsprotokolle UAT)

Montag, 24. Januar (03. Februar)[Bearbeiten]

Bericht von (Prof.?) Dr. Wurm[b]ser über seine Verhandlungen mit Obrist Schafelitzky in Stuttgart wegen dessen Reise nach Bayern; Schreiben an Herrn von Torraine wg. des Anzugs seines Reitervolkes auf Tübingen; "Untervogt Mütschelin, Bm. Johann Jakob Vollmar, Herr Geylfueß" (Senatsprotokolle UAT)

Turenne rückt, von Trochtelfingen kommend, auf Tübingen vor [5]. Bei Derendingen verhalten 800 Reiter [6] und schicken 50 Mann auf dem Fahrweg entlang der Steinlach voraus. Diese Vorhut der Franzosen [7] versucht es im folgenden mit einer Kriegslist: während ihr Haupttrupp unter den Linden am Derendinger Schützenhaus wartet, ziehen sechs Reiter weiter zum Tübinger Neckartor, wobei zwei von ihnen waffenlos und „halben ausgezogen“ auf abgehalfterten Pferden vor den Schlagbaum [8] geführt werden. Von der Stadtwache nach Herkunft und Begehr gefragt, geben die Männer an, sie seien Soldaten des kaiserlichen Obristen Sporck und brächten diese beiden unterwegs aufgegriffenen Franzosen auf das Schloss, wo man um Einquartierung bitten lasse. Zunächst glaubt die Wache diesen Angaben, öffnet die Schranke und führt die Reiter näher an das Stadttor, dann aber schöpft man Verdacht [9] und macht Meldung beim Kommandanten der bayerischen Schlossbesatzung, Hauptmann Wolf Ulrich von Pürck.

Die französischen Reiter kehren „in großem Gelächter“ um und die gesamte Vorhut zerstreut sich rasch, als vom Hohentübingen aus mit einer Feldschlange auf sie geschossen wird. Noch zwei weitere Male nimmt man die Franzosen „aus einem Eißenen Stuckh“ unter Beschuss, ohne ihnen allerdings Verluste zuzufügen. Turenne selbst macht sich anschließend „einen starckhen Doppelhackhen [10] Schuß gegen Tübinger Schloß über“ ein Bild von der Befestigung [11]. Er fordert durch einen Trompeter als Unterhändler, welcher von den Bayern „(nach) militarischem Ritu“ empfangen wird, die Besatzung zur Übergabe auf. Die Antwort des Schlosskommandanten lautet: man würde Hohentübingen „herzlich gern“ an die Franzosen übergeben („cediren“), wäre aber ohne Wissen, „Will und Meynung“ des Kurfürsten zu Bayern dazu nicht befugt, daher wolle man „alßobalden“ einen Kurier um Weisung abschicken und bis zu dessen Rückkehr dem kurfürstlichen Befehl zum Ausharren „strictissime“ nachkommen.

Kommandant Pürck verbirgt erfolgreich, dass sich zu dieser Zeit nur 26 Kriegsknechte auf dem Schloss befinden, weil der größte Teil der Besatzung, darunter 60 Musketiere, „an andere Orth“ ausgeschickt wurde [12]. Anstatt also die Festung gegen Verstärkungen abzuriegeln, zieht sich Turenne auf Reutlingen und Pfullingen zurück, „alda in dem Nacht Quartier zuverbleiben“.

Etwa eine Stunde nach ihrem Abzug wird den Franzosen eine Abordnung („Commission“) von Stadt und Universität Tübingen nachgesandt. „Joh. Martin Rauscher, Hugo Maurique Ein MömpelGartischer Studiosus, (...), Und Herr Matheus Krämer Burgermeister“ gelangen in Begleitung besagten französischen Trompeters nach Pfullingen und überbringen Turenne folgende Nachricht („Postillion“): Tübingen habe sich gegenüber den Franzosen nie feindlich gezeigt, beabsichtige dies auch in Zukunft nicht zu tun, daher ergehe die Bitte, Stadt und Universität „in allen nach mügligkeit gndgst zuverschonen“.

Dienstag, 26. Januar (05. Februar)[Bearbeiten]

Erlangung eines Schutzbriefes von General Tourrein (Turrein), zur Zeit im Quartier zu Pfullingen, durch Prof. Johann Martin Rauscher, Hugo Morique u. Matthäus Krämer (Senatsprotokolle UAT)

Die Abgeordneten aus Tübingen kehren um vier Uhr nachmittags mit dem begehrten Schutzbrief („Salva Quardi“) zurück, welcher sich allerdings nur auf die Universität bezieht.

In den darauf folgenden Wochen sind kaum französische Streifen in der Umgebung Tübingens anzutreffen; hernach verbreitet sich in der Stadt schon Gerede, die Aufforderung zur Übergabe sei nicht mehr als ein bloßer Versuch („tentement“) gewesen.

Freitag, 29. Januar (08. Februar)[Bearbeiten]

Bericht an den Untervogt über die Ankunft des Turrenischen Volkes (Senatsprotokolle UAT)

Sonntag, 31. Januar (10. Februar)[Bearbeiten]

"Hzl. Reskript, der Obervogt zu Brackenheim, Schafelitzky, werde zur Abwendung der Schloßattacke nach Bayern abgeordnet (Dr. Wurmbser, Erhardt Wildt)." (Senatsprotokolle UAT)

Montag, 01. (11.) Februar[Bearbeiten]

Ankunft von Obrist Fuchs* aus Stuttgart zur Befreiung der Universität von der Kriegsgefahr; "Dr. Schmid, Generalmajor Schönbeckh" (Senatsprotokolle UAT)

* Ein Obrist Fuchs übernimmt am 27. November 1648 - nach der Rückgabe des Hohentübingen an den Herzog von Württemberg infolge des Friedensbeschlusses von Münster und Osnabrück - die Kommandantur der Festung (s. Anmerkungen Nr. 106).

Mittwoch, 03. (13.) Februar[Bearbeiten]

Bericht von Dr. Wurmbser über seine Verhandlungen in Stuttgart mit Obrist Schafelitzky wegen dessen Reise nach Bayern (Senatsprotokolle UAT)

Mittwoch, 10. (20.) Februar[Bearbeiten]

Gegen zehn Uhr vormittags erscheinen französische Reiter auf den Anhöhen um die Stadt. An die 200 Mann streifen über den Galgenberg das Burgholz zur Lustnauer Neckarbrücke hinunter und auf der anderen Seite „in die Weinberg im Fehrenberg“, bevor sie nach eineinhalb Stunden wieder abrücken. Erneut schickt man aus Tübingen eine Abordnung unter die weichenden Franzosen und erfährt dabei, dass am nächsten Tag sieben Regimenter „zu Pferdt und Fueß“ unter Generalleutnant [13] d'Hoquincourt* („d'occencourt“)* vor der Stadt aufmarschieren würden [14]. Der auf seinem Hof in Tübingen weilende Prälat von Bebenhausen schickt noch am gleichen Nachmittag einen Ochsen und ein Kalb „zur VerEhrung“ an die Regimentsoffiziere und erlangt dadurch Sonderschonung („Special Salva Quardi“) der geistlichen Güter und ihrer Besitzer.

* Am 12. Oktober 1634 marschierten französischen Truppen im schwedisch-weimarisch besetzten Schlettstadt ein. Während der Besatzungszeit fiel besonders der Graf (Marquis?) d'Hoquincourt durch unerhörte Grausamkeiten auf. Vierzehn Jahre später wurde die Besitznahme durch den Vertrag von Münster feierlich besiegelt. (Quelle: www.encyclopaedia-germanica.org/de/index.php/Schlettstadt)

Während der Nacht bleibt es weitgehend ruhig; die Franzosen, die in den „Anliegenden Dorffschaften“ wie Dußlingen und Nehren lagern, lassen nur wenige Wachfeuer sehen.

Donnerstag, 11. (21.) Februar[Bearbeiten]

Am frühen Morgen, gleich nach dem Aufbruch der Franzosen, kommt es „Wegen Unausgelöschter Wachtfeürer“ zu einem Brand in Nehren, der von „aus Tübingen geloffenen“ Bauern [15] jedoch gelöscht werden kann.

Nach acht Uhr befinden sich Generalleutnant Graf d’Hoquincourt, Generalmajor du Tod und die Obristen Klug [16], Schütz, Rauhaupt und R'cancourt mit vier Regimentern zu Pferd und vier weiteren zu Fuß [17] „darunter doch das Schmidtbergische, und Buwinghaußische, deren Herrn Obriste für dißmalen nicht zugegen gewesen“ [18] auf ihrem Weg das Steinlachtal hinab. An Geschützen führen die Franzosen vier Kartaunen [19] mit sich, weiterhin ihre Munitions- und Trosswagen in der „Bagage“.

Die Truppen („Völckher“) bewegen sich an Tübingen vorbei in Richtung von Lustnau, Pfrondorf und dem Bebenhäuser Tal. Zuvor erkundigt („exmaniniert“) ein Unterhändler nochmals eine mögliche kampflose Übergabe von Schloss und Stadt, wird aber von ihrer Verteidigungsbereitschaft überzeugt („Resolvirt“). Im Weiterziehen der Franzosen gelingt es dann einem bayerischen Offizier, zwei zurückbleibende Trossweiber „deeren Einer der Gurt zerbrochen“ mit ihren Kindern gefangen zu nehmen sowie drei Pferde zu erbeuten. Die Frauen werden ausgezogen („spoliert“) und mit den Kindern zurückgeschickt. Derweil sperren Hoquincourts Söldner alle Zufahrtswege hinter sich mit „fassinen“ [20] und flechten Schanzkörbe [21] für den Stellungsbau.

Nachmittags gegen drei Uhr schwärmen die ersten Feinde unmittelbar vor den Tübinger Mauern, „in den fürstl. tummel und die anligende Gärtten“ [22], woraufhin Kommandant Pürck das „Lustnauer, Schmidt und Haagthor“ mit seinen Musketieren besetzt. Der Versuch der Bayern, den Feind mit Gewehrfeuer zurückzutreiben, schlägt fehl und „erbittert Hr. General Lieutenant nur über die Statt“. Aus diesem Grund begeben sich der Fürstlich Württembergische Obervogt von Tübingen, „Herr von Croneckh“, und andere Repräsentanten von Stadtrat und Universität auf das Schloss. Sie versichern Hauptmann Pürck, die Franzosen seien schon dabei, ihre Geschütze aufzufahren, um „die Stattmauern zu brechen und die Stürmende hand walten zu laßen“ [23]. Den Vertretern der Zivilbevölkerung weisen den „Commendanten“ darauf hin, dass die Stadt unmöglich zu verteidigen („defendirn“) sei. Sie bitten Pürck daher, ihnen die Schlüssel zu den Stadttoren auszuhändigen [24], seine Männer auf die Burg zurückzuziehen („salviren“) und die Zugbrücke [25] einzuholen.

Pürck gibt nach [26] und nachdem sich die Bayern auf dem Hohentübingen eingeschlossen haben, werden dem französischen Befehlshaber die Schlüssel zu den Tübinger Toren überbracht. Hoquincourt, nun Herr der Stadt, lässt zunächst das Lustnauer Tor von 40 Musketieren besetzen und verpflichtet noch an diesem Tag eine Anzahl von Bauern zur Zwangsarbeit. In der Nacht gelangen die französischen Kanonen über den Stadtzwinger nach dem Haagtor und weiter zu der dort liegenden Mühle [27].

Freitag, 12. (22.) Februar[Bearbeiten]

In der Nacht zum 13. werfen die Bauern unter scharfer Aufsicht („in streichen streng“) hinter besagter Mühle eine Schanze für die „Batterie“ der Franzosen auf. Einer der Zwangsarbeiter wird dabei „von dem Schloß herabgeschoßen“, ein anderer von einem französischen Offizier („CapiteinLieutenant“) zusammengeschlagen, „Als er nur ein wenig ruhen wollte“.

Samstag, 13. (23.) Februar[Bearbeiten]

Bis drei Uhr nachmittags haben die französischen Geschütz-Unteroffiziere („Constabler“) ihre Stellung bezogen. Die Belagerung („blocquada“) von Hohentübingen beginnt [28]. Zunächst können die Franzosen eine Bresche („Preß“) in die Zwingermauer schießen, ohne allerdings weiter voranzukommen, denn die Innenseite der Mauer, „obzwar (...) zimblich dünn und bald durchbrochen geweßen“, wurde zuvor von der Besatzung bis auf halbe Höhe „mit einem Füllwerckh Von Fassinen und Grund“ versehen [29].

An diesem Tag werden 33 Kanonenkugeln auf den Hohentübingen abgefeuert, wobei allerdings nur wenig Schaden entsteht [30]: ein Schildhaus mitsamt Wachglocke wird „weckgeschoßen“. Vom Schloss herab wird die Kanonade erwidert und ein gegnerisches „Stuckh“ zerstört, bald darauf fällt noch ein weiteres französisches Geschütz aus.

Als es dunkelt, beginnen die Franzosen damit, unweit ihrer Batterie einen Laufgraben auszuheben und sich dem Schlossberg zu nähern („Aprochiren“) [31]. Aus Furcht vor Gewehrfeuer und Granaten legen Hoquincourts Männer den Graben jedoch hastig und zu flach („seych“) an. Nachdem die Kriegsknechte der Schlossbesatzung „nach Auswerffung etl. brennender Bechfäßlen“ [32] im Feuerschein erkannt haben, dass die gegnerische „Brustwehr“ nur geringen Schutz bietet, pirscht sich ein bayerischer „FeldtWaibel mit etl. Musquetirern“ in die am Schlossberg vorgelagerten „Pallisaden“ [33] und nimmt von einem „Rundeel“ aus den Feind unter Beschuss. Die Franzosen erleiden schwere Verluste: „über die 30 Mann für dißmahlen erschoßen und gequetscht.“ [34]

Sonntag, 14. (24.) Februar[Bearbeiten]

Die zuvor angefangene Bresche im Burgzwinger wird durch gelegentliches Geschützfeuer erweitert und vertieft [35]. Am Nachmittag dann erhalten die Franzosen Verstärkung: 500 Reiter und drei Kompanien Fußvolk nebst zwei Halbkartaunen rücken von „Jeßingen“ an. Die Kanonen werden am Lustnauer Tor abgeprotzt, die Schützen in die Stadt verlegt, und die übrigen Soldaten auf die umliegenden Ortschaften verteilt.

Ein „Trommenschlager“ („Tambour“) wird vom französischen Befehlshaber als Unterhändler auf das Schloss geschickt, um den bayerischen Kommandanten zu fragen „weßen er gesinnet“. Pürck antwortet vollmundig: ergeben wolle man sich keinesfalls, die Besatzung sei entschlossen, zu leben und zu sterben „wie es rechtschaffenen Soldaten gebühre“. Über die folgende Nacht wird das Schloss von außerhalb der Stadt mit Kanonen beschossen; zudem findet ein heftiges Feuergefecht („abscheüliches Schießen“) zwischen den in die Häuser der Neckarhalde abkommandierten französischen Musketieren und den bayerischen Schützen auf der Burg statt. Einem anführenden Offizier („General Adjutant“) der Franzosen wird hierbei eine „Vergifften Kugel gefährlich durch die Hand geschoßen“.

Montag, 15. (25.) Februar[Bearbeiten]

Am Morgen ist überall in der Stadt zu vernehmen, dass es in der Nacht einen neuerlichen Ausfall vom Schloss auf den Laufgraben gegeben habe, und dabei 34 Franzosen „zu Schanden gemacht“ worden seien. Später bewahrheitet („verfificirt“) sich das Gerücht, als sich viele Verwundete bei den „feldtschärer“ einfinden, „etl. aber der Erden heimbgegeben worden.“

Man erfährt dann, das französische Mineure im Burgweingarten (s. Abbildung 1), zwischen Neckarhalde und Schloss, ein großes Loch „in ein Mäürlin“ [36] gebrochen haben und „den Ganzen Tag über den Grund mit Schauflen herausgeworfen“ [37]. Die solcherart begonnene Mine der Franzosen zielt auf die beiden voreinander gelagerten südöstlichen Rundtürme des Hohentübingen [38].

Als die Schlossbesatzung diese neue Bedrohung gewahrt, werden Granaten und große Steine in die Halde geschleudert. Bayerische Posten halten „vleißige wacht“ und schießen - „so man Jemanden (..) verspirt“ - aus Arkebusen und Musketen. Auch befiehlt Pürck, von den Untergeschossen der beiden gefährdeten Türme aus Gegenminen anzulegen. Nach Anbruch der Dunkelheit schleichen bayerische Kriegsknechte „in den Rundeelen und Pastionen hin und her“, und werden demzufolge von den Franzosen unter Beschuss genommen. Vom Hohentübingen antwortet man mit einer Kanone und „Doppelhackhen“. Den in ihrem Laufgraben liegenden französischen Söldnern sollen in dieser Nacht über 100 Granaten entgegen geschleudert worden sein, und es kommt zu Verlusten unter ihnen [39].

Während die Franzosen im Norden der Burg solcherart abgelenkt sind, seilen sich „um halb 12. Uhr“ drei „Verwegene Kerls“ aus den Schlossfenstern zur Neckarhalde hinab und gelangen über eine Weinbergsteige („Stäffelin“) zur ehemaligen Tübinger Münze [40], wo sie versuchen, das Gebäude durch mitgebrachte Brandsätze („feurwerckh“) zu entzünden. Wohl aus Mangel an geeignetem Material „so gern gebronnen hette“ kommt das Feuer in der „Müntz“ jedoch nicht recht in Gang, während die französische Seite schon auf die Brandstifter aufmerksam wird. Als diese sich dann dem gegnerischen Minenstollen nähern, werden sie mit „Plötzlichen Schüeßen (ehe Sie zu der Mina Eingang kommen) empfangen“. Knapp entgehen die drei bayerischen Knechte den Kugeln, stürmen die Staffel hinauf zu ihren Seilen und werden eiligst, „gleichsam ob Sie Flügel bekommen“, wieder ins Schloss emporgezogen. Die Berichte belassen die Tapferen unversehrt [41].

In der Folge dieses missglückten Anschlags werfen die Besatzer lodernde Pechkränze in den Weingarten oberhalb der Neckarhalde und zwei Granaten „in Hrn. Neüffers hauß, und die frst. Wttbg. Münz“, wobei unter anderem die „treffl. Bibliothek“ des Dr. Lansius in Gefahr gerät.

Dienstag, 16. (26.) Februar[Bearbeiten]

Französische „Cavallerie“, bisher in Lustnau, Pfrondorf und Bebenhausen stationiert, überquert an diesem Tag den Neckar und zieht auf Derendingen, Weilheim („Weyl“), Kilchberg („Kilperg“) sowie „Rothtenburg“. Die Stadt Rottenburg allein muss zwei volle Regimenter aufnehmen und zwar aufgrund eines Vorfalls, der sich dort schon „3. Nacht hierVor“ abgespielt hat: die Bürger des „Stätlin“, obgleich mit einem Schutzbrief der Franzosen und einer kleinen Besatzung von „6. Lebendige franz. Reütter“ versehen, haben heimlich fast 80 bayerische Musketiere in ihre Mauern geholt, „Willens, selbige durch Verborgenen Paß [42] in das Schloß hohen Tübingen zu bringen“. Ein Rottenburger Bürger führt die bayerische Verstärkung schon in Richtung von Unterjesingen („Jeßing“), als der Plan durch die plötzliche Attacke „einer franz. Parthey“ scheitert. Wer von den Bayern nicht fliehen kann, wird niedergemacht, „der Führer aber als Hochmeritirter Crucis Candidatus [43] seiner erhöhung vorbehalten“ [44].

Inzwischen gehen in Tübingen die Feuergefechte zwischen Belagerern und Belagerten weiter. Ein erst kurz zuvor angekommener französischer Offizier („General Adjutant“), der im Auftrag des Feldmarschalls Turenne die Geschützbatterie und den Laufgraben inspiziert, wird „auf dem Ruckhweeg mit einer Trahtkugel erschoßen [45]. Die nacht hindurch, hat mit Schießen kein Theil dem andern waß bevor geben wollen.“

Mittwoch, 17. (27.) Februar[Bearbeiten]

Auch heute werfen die „Schloßbeschüzere“ wieder Handgranaten und „Bechring“ in die Neckarhalde hinab [46]. Ein Brandsatz fällt durch die oberste Ladentür auf den Dachboden „eines Büxenschiffters Behaußung in der Neccarhalde“ [47], entzündet dort herumliegende Hobelspäne und verursacht „nachMittag umb halb 2. Uhren ein Gefährliche und erbärmliche Brunst“. Herbeieilende Bürger und Bauern werden vom Schloss aus „mit graußamem Schießen und herabwerfung 6. Biß 8. Pfündiger Steinen“ am Löschen gehindert. Unverdrossen kämpfen jedoch die Bürgerwehren und die Männer der „in Tübing geflohene AmtsBaurschaft“ gegen „dreyen Feind, feyer, Schießen und werfen“. Gegen 11 Uhr nachts gelingt es ihnen, den Brand einzudämmen.

Zwei Stunden später begeben sich drei französische Söldner zur Brandstätte, um sich für ihr Wachfeuer „bey des frstl. Stipendij [48] hinderer Gangthüren“ etwas Brennholz zu besorgen. Eine brennend vom Schloss „ausgehenckthe BechPfanne“ und ihr eigenes Weglicht machen die Franzosen zum leichten Ziel für die bayerischen Schützen und so tragen sie statt des Holzes einen Verletzten davon [49].

Donnerstag, 18. (28.) Februar[Bearbeiten]

Der zwei Tage zuvor bei der Haagtormühle erschossene „General Adjudant“ wird zu Grab getragen, bei zweimaligem Glockengeläut. Die „Leüchen-Procession“ ist allerdings kläglich, da „die auf dem Schloß“ ihr freies Schussfeld („flanckh“) auf den Kirchhof nutzen, um den Trauerzug mit Gewehrfeuer zu belegen. Indessen sind die Franzosen mit ihrem Laufgraben bis an die Vorwerke des Hohentübingen gelangt [50].

Freitag, 19. Februar (01. März) und Samstag, 20. Februar (02. März)[Bearbeiten]

„ist nichts sonderlichs verrichtet worden.“

Sonntag, 21. Februar (03. März)[Bearbeiten]

Die Söldner des katholischen Kurfürsten von Bayern feiern „Faßnacht“, mit „Jauchzen, Trommen und Pfeiffen“ - und unter einmaligem Abfeuern eines Mörsers [51]. Die 60pfündige Steinkugel verfehlt das Tübinger Rathaus nur knapp. Ansonsten wird an diesem Tag vom Schloss kaum geschossen, „vieleichten weil die getrunckhene Augen kein Feind mehr ersehen können.“

Montag, 22. Februar (04. März) (Faschingsmontag)[Bearbeiten]

Den Tag über nimmt die Schlossbesatzung aufs Korn, was sich blicken lässt. Etliche Tübinger Bürger sterben durch bayerische Scharfschützen, darunter „ein Beckh, so nur zum Fenster hinausgeschauet“ und eine „allte“ Frau von 50 Jahren, die ahnungslos hinter ihrem Ofen sitzt. Andere Bürger und „auch Bauersleüth“ werden angeschossen, und weil anscheinend die bayerischen Schützen immer wieder „gemeiniglich“ präparierte Munition [52] verwenden, führen auch Streifschüsse zu schweren Verletzungen.

Anhörung der Universitätsverwandten über mögl. Abgaben an die Stadt wg. des Soldatenunterhalts (Dr. Wurmbser, Notar) (Senatsprotokolle UAT)

Dienstag, 23. Februar (05. März)(Fachingsdienstag)[Bearbeiten]

Ein Spion wird von den Männern Hoquincourts festgenommen, ein „Papistischer BierbrauersKnecht“, der alles, was er an Gerüchten über die Franzosen „aufgefischt“ oder selbst in Erfahrung gebracht, den Belagerten zugetragen haben soll [53]. Er wird „bey der Brodtlauben [54] mit 2 Corporal-schafften“ zur Strafe aufrecht an einen Balken geschnürt. Während des ganzen Tages bringen französische Söldner „viel lange laitern“ zusammen und schneiden diese auf 10 oder 11 Sprossen zurecht. Da die Menge an Steighilfen nicht ausreicht, müssen die „Wägner“ der Stadt noch weitere anfertigen. Schließlich versehen Schmiede noch die Enden aller Leiterholmen mit eisernen „Spizen“.

Vom Nachmittag an „Biß in die finstere Nacht hinein banquetiert“ Hoquincourt mit seinen Offizieren im Tübinger Rathaus. Man macht es sich „gar lustig“ und die Trompeten und „heerPauckhen“ der Franzosen sind sicher auch auf dem Schloss zu vernehmen, dennoch wird diese Feier nicht durch Steinschläge oder Brandbomben („feüerkugeln“) [55] gestört.

Mittwoch, 24. Februar (06. März) (Aschermittwoch)[Bearbeiten]

Seit Tagesbeginn schießt die Schlossbesatzung wieder wahllos auf Zivilisten und gegnerische Soldaten. Einem Bauern aus Ofterdingen wird das Schienbein zerschmettert, ein anderer aus Pfrondorf, „so sein Rößlin ob dem Spithal-Brunnen getränckht, zu dem linken Ohr hinein erschoßen.“

Freitag, 26. Februar (08. März)[Bearbeiten]

Vom „15ten biß auf heütigen 26ten“ haben die Franzosen das Schloss kaum unter Feuer genommen. Nur die in die Neckarhalde „Commendirte Musquetirer“ verwehren den Bayern „das flanckhiren um etwas“.

Nach dem Bericht Schweigkels haben sich die bayerischen Mineure bis (spätestens) zu diesem Zeitpunkt mit ihren Gegenminen „zwei Pickhen tief“ unter den Fundamenten der bedrohten Türme hindurch gegraben. Im Verlauf ihrer Arbeit kommen sich die Gegner unter der Erde so nahe, das sie einander hören können, daraufhin ändern die Franzosen die Richtung ihres Stollens, „wohin aber“ - so Schweigkel für die Besatzung - „wir nit haben wissen noch erfahren köhnden.“

Samstag, 27. Februar (09. März)[Bearbeiten]

Etliche Bauern werden zum Neckartor hinaus auf die „Gännswaaßen“ [56] geführt, wo sie den ganzen Tag über „Waßen [57] ausgehauen, um die Mina damit zu verstoppen;“ andere Bauern müssen Schanzkörbe flechten und sie zur Neckarbrücke „walzen“.

Nachmittags dann künden dicke Rauchwolken von einem Feuer in Dußlingen. Die „selbiges fleckhen Baurschaft“ wird zur Brandbekämpfung ausgeschickt, bis sie das Dorf aber erreicht, „seind schon in die 15 Vörst in der Aschen gelegen“. Die Dorfbewohner sagen nach ihrer Rückkehr aus, dass die in Dußlingen von den Franzosen unterhaltenen Wachfeuer „fleißig ausgelöscht worden (seyen)“. Auch wäre der Brand an unterschiedlichen Stellen im Dorf ausgebrochen, und zwar nur solchen, wo es gar keine französischen Wachfeuer gegeben hätte. Die allgemeine Mutmaßung geht daher auf Brandstiftung „(wie doch auch etliche Solldaten vermeint)“.

Sonntag, 28. Februar (10. März)[Bearbeiten]

Die „aus gegrabene Wääsen“ werden zwischen der Ringmauer und den Häusern der Neckarhalde hindurch in die Nähe der Mine „geführet“ und im Schutz der Dunkelheit dann vollends zur Mine geschafft. Nachdem dies auf der Burg bald bemerkt wird, kommt es zu einem heftigen Schusswechsel; „unter welchem 4 franz. Musquetirer gar übel gequetscht worden sein.“


Montag, 1. (11.) März[Bearbeiten]

Bei der Brandstätte vom Mittwoch, dem 17. Februar, werfen die Franzosen in der Nacht eine kleine Schanze („Schänzlin“) auf. Nachgehend wird die Befestigung „mit überzwerch legenden Brettern“ abgesichert. So entsteht ein gedeckter Gang zum Weingarten hin, der die Mine besser erreichbar macht.

Bei all diesen Arbeiten wird „ab dem Schloß Niemand hefftiger zugesezt“; es scheint, als ob die Besatzung mittlerweile eingesehen hat, dass sie gegen die feindliche Mine machtlos ist [58].

Dienstag, 02. (12.) März[Bearbeiten]

Vor einem Haus in der Neckarhalde laden die Franzosen 31 (21?) Pulverfässer „(ungleiches Inhallts)“ [59] von einem Munitionswagen ab. Bei Dunkelheit bringt man die Fässer in die Mine, „und (vermacht) solche nachgehends“. Es geschieht nichts, was darauf hindeutet, dass die Besatzung des Hohentübingen auf diese Vorgänge aufmerksam wird.

Noch in derselben Nacht verlegt Hoquincourt die übrig gebliebenen zwei Kanonen von der Haagtormühle zum Lustnauer Tor, von wo aus sie mit den beiden am Sonntag, dem 14. Februar, angekommenen Halbkartaunen über die Neckarbrücke und hinaus „auf den großen Weerth“ (Wöhrd) [60] geführt werden. Dort, „nicht weit von der ordinari Fahrstraß“, schanzen in nur zwei Stunden zwangsverpflichtete Bauern eine „ordentliche“ Batterie [61]. Auch diese Arbeiten verursachen einiges an Aufruhr („ein zimmbliches geräusch“) und werden dennoch von Seiten der Bayern nicht behindert [62].

Mittwoch, 03. (13.) März[Bearbeiten]

Die neue Batterie wünscht dem Schloss Hohentübingen an diesem Vormittag erstmals einen „guten Tag“. Gegen halb zwei nachmittags schickt Hoquincourt einen „Trommenschläger“ zu Verhandlungen auf das Schloss, „der hat Bayr. Commendanten ungefahr angezaigt:“ Pürck habe alle bisherigen Aufforderungen zur Übergabe verächtlich abgetan, da sei nun im Ernst verfahren und eine Mine fertig gestellt worden. Im Sinne löblichen Kriegsrechtes und der „Discretion der Hrn. Officieren“ entsprechend wolle man zu Bedenken geben, dass „es gewißlich einen wunderselzamen LufftSprung abgeben möchte“, wenn diese gezündet würde. Hoquincourt ermögliche nunmehr durch Stellung französischer Geiseln den Bayern die Besichtigung der fertigen Mine. Danach, so der Bote, stehe es der Besatzung frei, sich zu wehren „oder zue accordirn“ [63]. Pürck geht auf das erste Angebot ein und tauscht einen seiner „Lieutenanden (der sich in der Belägerung ruhmblich gehalten)“ samt Unteroffizier und Trommenschläger gegen den französischen „Capitain Lieuten.“ Höle sowie einen Corporal und einen Tambour der Franzosen aus [64].

Houincourts Obrist Klug führt den bayerischen Offizier in die Mine. Er zeigt ihm allerdings nicht die mit Pulver gefüllte Sprengkammer, so dass Pürcks Gesandter äußert, er könne nun freilich nicht berichten, eine Mine gesehen zu haben, „sondern nur ein loch“. Auf den Einwand des „Obrister Klueg“, die Mine sei bereits „bedeckt“ (verschlossen), erwidert der Offizier der Schlossbesatzung: „Er kenne nicht glauben, dz er in einer Mina geweßen, wiße jezund nicht, ob Pullver od was anders hierinn; seye dem aber wie Ihm wolle, hab es gute Wege, dieße Mina thue Ihnen auf dem Schloß gar kein Schaden (..).“ Auch eine nachfolgende längere Verhandlung bringt den bayerischen Leutnant nicht von seiner Meinung ab; anscheinend fassten die Besatzer schon vor der Entsendung ihres Volontärs den Beschluss, auszuharren und Widerstand zu leisten, dabei sehr wohl um die Lage wissend, in welcher sie sich befanden [65].

Die französischen Geiseln, die sich unterdessen nahe der äußeren Zugbrücke aufgehalten haben, „um Alldorten das Steinwerckh und den Graben etwass nähers zubesehen“, werden abberufen, und Pürcks Unterhändler wieder ins Schloss eingelassen. Mit „Jauchzen und Schreyen“ beziehen bald darauf die bayerischen Kriegsknechte „ins Gesamt“ ihre Posten „(...): nun wollen Sie sich wehren, bis auff den lezten Blutstropffen.“ Um ihren Kampfbereitschaft zu demonstrieren, werfen die Bayern unmittelbar darauf zwei große „feurpommen“ bzw. „FeürBallen“ [66] in die Stadt hinunter [67]. Eine davon zer- springt noch in der Luft, die andere aber trifft „Hß. Wendel Müllers Hauß hinter der Cronen stehend“ [68], durchschlägt zwei Böden, fällt in eine Bettstatt und erstickt dort. Glimmende Bretter werden von herbeigelaufenen Bürgern aus den Fenstern geworfen und auf der Gasse gelöscht, trotzdem entsteht ein Schaden von 100 fl an „leinwath, bethern und andren in einer Cammer befundenen Mobilien“.

Weitere Sprengsätze werden vom Schloss Hohentübingen hinab in den Tübinger Brühl [69] geschleudert, dort „hat man gleichergestallten, die eingeworfene Granaten gnug zu demmen gehabt“. Auch wird erneut eine steinerne Mörserkugel auf das Rathaus abgefeuert, welche allerdings nicht viel ausrichtet [70]. Die weitere Nacht hindurch bleibt es ruhig; die Franzosen rüsten zum Sturm.

Herzogl. Reskript an den Tübinger Obervogt u. den Obristen Fuchs wg. der Frucht- u. Viehvisitation bei den Universitätsverwandten (Dr. Wurmbser, Dr. Zeller) (Senatsprotokolle UAT)

Donnerstag, 04. (14.) März[Bearbeiten]

Früh am Morgen werden die Sturmleitern in die Neckarhalde gebracht. Gegen sechs Uhr besichtigen Hoquincourt und seine Offiziere den beabsichtigten Angriffsort, dann bezieht eine starke französische Sturmkompanie die Stellungen im Burgweingarten. Die Söldner sind mit „Bickelhauben“, „Eyßerne Gablen“, „RinnSpießlen“, „Parthisanen“, „kurze Gewehr“ und Musketen bewaffnet.

Hoquincourt reitet zu den Linden am „Schießhauß“, von wo aus er Sprengung und Sturm beobachten will. Als Zeichen zum Zünden der Mine lässt er zwei Kanonen abfeuern, daraufhin sieht man den Rauch des abbrennenden Zündpulvers. Nachdem sich der Qualm etwas verzogen hat, ist weder Feuer noch „dampff, noch über sich fliegen [71] erfolgen sehen“, was die Zuschauer nicht wenig verwundert [72]. Der französischen Oberbefehlshaber holt „eylends“ den Bericht seines „Mina Meister“ ein, welcher die offensichtliche Fehlzündung damit entschuldigt, das die Pulverrinne zur Mine nicht sauber abgedeckt gewesen und durch Steinwürfe vom Schloss herab in Mitleidenschaft gezogen worden sei [73]. Hoquincourt steigt auf sein Pferd und jagt „in vollem Calopp“ in die Stadt. In der Neckarhalde angekommen, befiehlt er, die Mine mit Lunten zu zünden, was ein „Bergknappe“ übernimmt, der unter Lebensgefahr über den ungeschützten Weingarten zum Stollen läuft. Während dann die Lunte langsam abbrennt, begibt sich der französische Befehlshaber wieder an seinen vorherigen Platz jenseits des Neckars, wo er „ganz sehnend“ die Sprengung erwartet. Gegen 8 Uhr 30 explodiert die Mine.

Das Mauerwerk des Hohentübingen zerbirst in Rauch und Feuer, Gesteinstrümmer stürzen den Weinberg hinab [74]. Es ist der hintere der beiden voreinander gelagerten Türme, „so in dem fundament 25 schuch [75] dickh, undt derentwillen von der Erden über 1½ Elen hoch nit aufgehebt“, welcher in die Neckarhalde - vor allem auf das Haus des Dr. Lansius - stürzt, während der niedrigere Schieferturm schwer beschädigt wird [76]. Über den Schutt hinweg entsteht eine große Bresche; hier und bei der ehemaligen Münzstätte „(wo es ein Maur biß an das Schloß)“ beginnt der Sturm der Franzosen auf die Burg.

Während der Explosion der Mine trägt sich eine Episode zu, von der sowohl die Relation als auch der Bericht des Kriegskommissars vermeinen, sie komme einem „halb Wunder“ oder zumindest einer Denkwürdigkeit gleich: ein bayerischer Kriegsknecht aus dem Regiment des Feldzeugmeisters Rupert [77] nämlich hält sich „mitt seinem weib“ (nach Aussage der Relation ist es die Frau eines „Cameraden“) im Turm auf [78], wo sie anscheinend gemütlich beim Frühstück sitzen. Beide werden durch die Sprengung in die Luft geschleudert und verschüttet, der Mann nicht weit vom Turm selbst, die Frau „gar nahe der Müntz“. Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit erleiden sie keine ernsthaften Verletzungen. Nachdem sich der Mann unter den Trümmern hervorgearbeitet hat und „in das Schloß hienein schlupffen wollen“, wird ihm von seinen Spießgesellen, welche ihn für einen Feind halten, eine Handgranate „graußamlich für den Kopff geworffen“ - die jedoch nicht zündet. Der neuerlich Verschonte kann sich zu erkennen geben und wird schnellstens an Seilen in die Burg hinaufgezogen. Die Frau dagegen nehmen die Franzosen zunächst gefangen, „weil sie sich wegen verstürzter Sinnen, nicht sobald retiriren mögen“, lassen sie aber kurz darauf wieder frei („ledig“) und auf den Hohentübingen zurückkehren, wo die beiden Glückskinder „allein klagen, daß Ihnen die glieder nur aus forcht und schreckhen zerschlagen seien.“

„Durch das Weib erfuhr man auch, daß wenn die Mine zu ersten Mal nicht versagt hätte, mit dem Turm auch die zu einem Kriegsrat versammelten Offiziere des Schlosses in die Luft gesprengt worden wären. So sei aber nur einer Korporalschaft in demselben gewesen. Einem Dutzend Soldaten etwa kostete so der Fall des Turmes das Leben.“ (GEIGER 1897, S. 51)

Unterdessen dauert der Sturm an; von zwei Seiten laufen die französischen Söldner auf die Bresche zu und erklimmen den Schutthaufen, trotzdem sie Verluste durch Steinwürfe erleiden [79]. Mit Gewehren und Handgranaten versuchen sie, einen Durchbruch zu erzwingen. Dabei entdecken sie auch drei durch die Mine freigelegte Türen, die vom vormaligen Turm in das Schloss führen; sie wurden jedoch schon tags zuvor von der Besatzung verschlossen, verbarrikadiert und „(als die auf der Rechten hand) mit überzwerchen felbenbäumen solcher gestallten verspeidelt“. Die französische Batterie [80] feuert während des Sturmangriffes „unaussetzlich“, um die Bayern aus ihren Abwehrstellungen zu vertreiben. „Mit nicht geringer Tapferkeit“ wehren jene den Sturm ab. Es gelingt ihnen überdies, die Bresche notdürftig zu verschließen, woraufhin diese Stelle alsbald von den französischen Geschützmeistern besonders unter Beschuss genommen wird. Dabei bekommt auch die unmittelbar benachbarte Schlosskapelle [81] schwere Treffer ab; schlecht für Pürcks Männer, weil dort, nahe der Küche, ihre Vorräte an Mehl und Hafer lagern.

Nachdem die Sturmkompanie der Franzosen schon zurückgewichen ist und auch das Geschützfeuer „wegen dückhe der Mauren, und des andern runden Thurns [82] (daran Sie eine Preß zu machen vermeint) mit Steinen ausgefüllten Gewölbs“ keine durchschlagende Wirkung zeigt, endet der Angriff gegen elf Uhr. Er ist für beide Seiten verlustreich [83]. Neben den zerstörten Türmen ist auch die Schlosskapelle stark beschädigt [84] und der Kriegskommissar berichtet, daß sie um ein Haar gleichfalls in den Weinberg gestürzt wäre, was - so Schweigkel - „dem Gegentheil [d. h. dem Feind; Anm. des Bearbeiters] zum besten khommen: und zue ansetzung eines anderen sturmbs ein mueth gewest were, deme wir nuhn nimmermehr, wie anfangs in dem ersten beschehen, (.darin sich officir undt Soldaten wol gehalten.) ..., wurden haben begegnen köhnden.“

Endlich schweigen die Waffen. Französische Kavallerie, die sich auf den Derendinger Feldern für zwei Stunden in Bereitschaft gehalten hat, kehrt in ihre besetzten „Dorffschafften“ zurück. Gegen halb Zwölf dann beginnt man zu „parlieren“. Hoquincourt verlangt die sofortige Übergabe, doch die Besatzung vermag sich hierzu noch nicht entschließen. Zunächst vereinbart man daher einen zweitägigen Waffenstillstand, um Tote und Verwundete zu bergen [85], „darauf beede Theil geruhet.“

Zumindest die Ruhe der Franzosen währt jedoch nicht lange: unverzüglich beginnen sie mit der Anlage einer weiteren Mine, was auf dem Schloss nicht unentdeckt bleiben kann [86]. An diesem Abend sehen sich Hauptmann Pürck und Kriegskommissar Schweigkel genötigt, die Posten abgehen, um ihre Männer zu ermutigen: „wir zweiflen nit, es werde ein jeder, wie man allezeit verspirt, seinen valors ferner erweisen, undt seinem gnedigsten Veldtherren, deme er geschworen, getreu verbleiben, welches Herr Hauptmann undt andere officieri auch thun werden“.

Falls die Söldner auf der Burg mitbekommen hätten, was in dieser Nacht im französischen Lager vorgeht, sie würden den schönen Reden ihrer Anführer vielleicht sogar Glauben geschenkt haben. Ein Bote des Turenne nämlich trifft bei Hoquincourt ein, mit dem Befehl, die Belagerung des Hohentübingen unverzüglich abzubrechen und sich dem Feind entgegen zu stellen, der mit 300 Mann bei Schorndorf gesichtet wurde. Hoquincourt handelt entschieden eigenmächtig [87], als er die Anweisung seines Vorgesetzten „ohne zweiffel“ mit der Rückmeldung „pariert“, ein Schreiben „von Hr. Crotio, Commendanten zu Schorndorff“ sei wenige Stunden vor der Botschaft Turennes bei ihm eingetroffen, auf Grund dessen „man nicht verspühret hette, daß Bayr. etwas nähers zu dem Pult zu trettem begehret“ [88]. Die Belagerung dauert demnach fort.

Freitag, 05. (15.) März[Bearbeiten]

In der Frühe dieses Tages tritt eine Abordnung von bayerischen Unteroffizieren vor ihre Befehlshaber. Ihre Rede lautet, sie als gemeine Soldaten wüssten sich ihrer Pflicht wohl zu entsinnen, seien auch durchaus gewillt, ihren Teil weiterhin zu erfüllen ... man müsse aber doch sehen, in welchem Zustand sich die Schlosskapelle befinde, noch einige Treffer und sie würde zusammenfallen ... dann würde wieder gestürmt werden ... was sie nur tun sollten, sie stünden bald mit bloßen Händen da und könnten keinen weiteren Sturm abschlagen [89] ... und wenn der Feind mit Gewalt hereinkäme, dann gäbe es ganz sicher keine Schonung („quartier“) für die Gemeinen ... dann würden sie alle draufgehen ... es sei daher ihrer aller Meinung, dass man zu vorzeigbaren („reputierlichen“) Bedingungen die Übergabe anbieten solle - wenn allerdings der Feind sich nicht auf solche Bedingungen einlassen wolle, so erböten sie sich, bis zum letzten Blutstropfen kämpfen zu wollen.

Der Vortrag kann Pürck und seine Offiziere nicht unbeeindruckt lassen. Sie überlegen und beraten und stellen letztlich fest, dass ihnen ihre Lage einigermaßen hoffnungslos erscheint [90]. Mutlos, erschöpft und schlecht bewaffnet, fürchten die bayerischen Mannschaften vor allem den nächsten Sturmangriff - ihre Anführer haben weitaus mehr zu bedenken. Sie sind laut Schweigkel zudem davon überzeugt, dass mit Hilfe von außen nicht mehr zu rechnen ist, denn auf ein Schreiben vom 22.(12.) Februar hat man keine Antwort erhalten [91], und weitere Botschaften abzuschicken, hatte sich als unmöglich erwiesen. Außerdem arbeitet der Feind schon mit aller Kraft an seiner neuen Mine.

Man beschließt auf bayerischer Seite, den Beschluss zunächst aufzuschieben, bis ein Angebot der Franzosen für die Übergabe des Hohentübingen eingeholt wurde [92]. Ein Trommler wird zu Hoquincourt geschickt und kehrt umgehend mit dessen Aufforderung zurück, doch erst einmal die eigenen Bedingungen schriftlich festzuhalten, vorzulegen und eine Antwort abzuwarten.

Schweigkel erläutert im Folgenden die Punkte, bei deren Erfüllung die Besatzung sich zur Übergabe des Schlosses bereitfindet [93] …

1. Die gesamte Garnison des Hohentübingen mitsamt ihrem Anhang erhält freien Abzug, auch diejenigen Söldner unter der Besatzung, welche zuvor beim Gegner gedient haben 2. Geschütze, Waffen, Munition und Proviant dürfen mitgeführt werden, auch die zugehörigen Gespanne des Trosses sowie zwei von Pürck in Verwahrung gehaltene Heerespauken 3. Übergabe und Abzug erfolgen mit allen militärischen Ehren

Für die französische Seite verhandelt der schon bekannte Oberst Klug [94]. Von Hoquincourt „uff parole“ auf den Hohentübingen geschickt, spricht er mit Pürck vor dem äußeren Schlosstor (s. Abbildung 2). Auf Anweisung seines Vorgesetzten verweigert Klug die Mitnahme der Geschütze, mit der Begründung, Hohentübingen sei keine Festung („realvöstung“), sondern nur eine fürstliche Residenz („Lusthaus“) [95]. Bei der Übergabe von Gravelingen und Dünkirchen [96] hätte man der abziehenden Besatzung nur die Mitnahme zweier Geschütze gestattet, obwohl diese Plätze ganz anders befestigt wären „alls hohen Tübingen“. Außerdem sei es allgemein Brauch, dass gefangene oder fahnenflüchtige Kriegsknechte bei einer Kapitulation wieder in den Sold ihres alten Dienstherren zurückkehren müssten. Die übrigen Punkte wolle der Generalleutnant bewilligen, doch müsse Pürck, sobald er den Accord unterschrieben in Händen halte, sogleich seine äußeren Posten abziehen. Dies geschieht noch am gleichen Abend, mit Inkrafttreten der Übergabe. Der Abzug der Bayern wird auf den 7./17. März festgelegt.

Samstag, 06. (16.) März[Bearbeiten]

Ab 9 Uhr vormittags wird die Wöhrd-Batterie der Franzosen aufgehoben. Mit Stellböcken und Hebezügen hievt man das „grobe Geschüz“ von den Lafetten auf die Blockwägen, dort verbleibt es für diesen Tag und die folgende Nacht, bewacht von 12 Musketieren.

Proviant und Munition der Schlossbesatzung werden den Franzosen „überantwortett“. Das Ansuchen der Bayern, sie von Tübingen aus in die Winterquartiere der bayerischen Armee zu geleiten („convoyrn“), schlägt Hoquincourt aus. Zur Begründung richtet er aus, der Weg bis in das Bistum Salzburg und die Oberpfalz wäre zu weit. Derweil staunt der Oberst Klug angesichts gewaltiger Mengen von Kanonenkugeln, welche er im Zeughaus der Burg vorfindet und lässt sogleich 200 „ailffpfündige und halbe Carthaunenkuglen, auch was Ihme sonsten gedaugt, weckhnemmen“, darunter auch 14 Tonnen Pulver.

Sonntag, 07. (17.) März[Bearbeiten]

Der Abzug der bayerischen Soldaten verzögert sich durch die Fahndung nach ehemaligen französischen oder schwedischen Armeeangehörigen unter ihnen. Einige der Männer haben sich schon in der Nacht zuvor aus dem Staub gemacht [97], weitere werden jetzt von den Franzosen gegen ihren Willen festgehalten [98], wobei es zu ergreifenden Szenen kommt [99].

Unter „Rührung der Trommeln“ zieht zwischen 9 und 10 Uhr die restliche Besatzung los [100] - und kommt zunächst einmal nur bis vor das Lustnauer Tor. Dort müssen die Bayern dann ein Spalier von vier französischen Musketierregimentern passieren, wobei der Oberst Klug alle von der Besatzung mitgeführten Gefangenen aussortiert [101]. Wohl auf den Protest Pürcks hin holt Klug einige mörderisch zurechtgemachte Musketenkugeln „aus dem sackh“, hält sie dem Hauptmann vor und behauptet, mit Kugeln wie diesen hätten die Bayern auf seine Leute geschossen. Es sei doch wohl allgemein bekannt, was solcherlei „Proceduren“ üblicherweise verdienten? Pürck schwört - und seine Männer bezeugen es ihm auch - er habe davon nicht das Geringste gewusst, auch niemals seine Soldaten angewiesen, derartige Munition herzustellen. Auf bohrendes Nachfragen („inquiriren“) der Franzosen hin findet sich schließlich ein Übeltäter: es ist ausgerechnet jener bayerische Leutnant, der in Begleitung des Obersten Klug die Mine im Burgweingarten besichtigt hatte. Er soll den Schützen der Schlossbesatzung eingeben haben, Glassplitter in ihre Bleikugeln einzugießen und „allerhand Cabalistische Wörter darauf (zu) schreiben“, auch Draht und ausgehöhlte Kugeln zu verschießen. Der Beschuldigte wird in die Stadt zurückgebracht und im Quartier des Obersten Klug festgesetzt, während man Pürck mit dem mittlerweile recht kläglichen Rest seiner Männer endlich weiterschickt.

Begleitet („convoijeret“) von etlichen französischen Reitern kommen die Bayern jedoch nur „biß under das Ziegelhauß“, wo Generalleutnant Hoquincourt persönlich seine ehemaligen Widersacher erwartet. Das nun folgende Streitgespräch dauert fast eine Stunde. Mit Hilfe von Oberst Klug, der wohl als Dolmetscher fungiert, lässt der französische Befehlshaber dem Hauptmann Pürck und seinem Kriegskommissar Schweigkel zunächst bestellen, „sie hetten 2 heerpauckhen, die gehörten Ihnen zue, weren Ihnen von Unsrigen von ungefehr 2 Jharen bei Reitlingen in einem einfalh abgenommen worden, die wolten Sie wider haben.“ Die bayerischen Offiziere widersprechen, „besagte heerpauckhen gehören Hr. Generalwachtmeistern Kolben zue, seien herrn hauptmann Pürckh in Verwahr geben: auch solche mit unns zu nemmen, von Ihnen allezeit bewilligt worden.“ Hoquincourt lässt jedoch keinen Einwand gelten, die symbolträchtigen Instrumente werden den Besiegten einfach „weckhgenommen“ [102].

Des weiteren, so Oberst Klug, hätte man vom Magistrat der Stadt Tübingen erfahren, dass der bayerische Kriegskommissar in seiner Kriegskasse die Summe von 10.000 Gulden mit sich führe, „cassagelter, so in dem hertzogthumb Würtemberg weren eingezogen worden“. Da dieses Geld keinerlei Erwähnung in den schriftlichen Übergabebedingungen finde, solle es unverzüglich herausgegeben werden, andernfalls würde das gesamte Gepäck („Bagage“) der Bayern durchsucht („visitirt“) und jedes Stück konfisziert, welches nicht ausdrücklich im Vertrag festgeschrieben sei. Oberst Klug warnt den Kriegskommissar noch vor „großem schaden undt Unglückh“, falls er eine freiwillige Herausgabe verweigern solle. Schweigkel hält dagegen, sie hätten überhaupt keine Kontributionen aus dem Herzogtum erhalten, allenfalls vom Kloster Bebenhausen über den letzten Sommer hinweg monatlich 75 Gulden. Darüber hinaus hätte er vor einem Jahr in Rottweil „zue allerhandt aufgaaben“ 1000 Taler empfangen, davon wäre allerdings der größte Teil bereits ausgegeben. Etwa 450 (Taler?) oder (umgerechnet?) 60 Gulden seien in der Kriegskasse übrig, weiter wisse er nichts zu sagen und setzte dafür sein Leben als Pfand. Oberst Klug zeigt sich nicht überzeugt. Schweigkel muss vor also Hoquincourt hintreten und wird von diesem „mit betrohendem ernst ermahnt“, die 10.000 Gulden herauszurücken. Der Kriegskommissar bleibt jedoch bei seiner Aussage. Also wird auch Hauptmann Pürck zu den besagten Geldern befragt und antwortet dergestalt: „Er habe sich der cassagelter niemals nichts angenommen, khönde dahero auch von solchen im wenigsten nichts sagen.“ Noch immer sind die Franzosen nicht zufrieden, sondern nehmen einen weiteren bayerischen Offizier in die Mangel, einen Leutnant, der sehr lange zur beständigen Tübinger Garnison gehört hatte. Auch dieser zeigt sich unwissend. Schließlich werden Pürck und Schweigkel aufgefordert, ihre Aussagen zu beeiden. Beide leisten Hoquincourt den Eid in die Hand, worauf sich der französische Befehlshaber großzügig zeigt. Obgleich, so Hoquincourt vor der versammelten ehemaligen Garnison, die Kriegskasse nach herrschendem Recht sein sei, wolle er das Geld unter seinen Gegnern verteilen lassen, um deren Tapferkeit zu würdigen.

Ob beabsichtigt oder nicht, jedenfalls führt dieses Ansinnen des Generalleutnants später noch für mancherlei Zwist im bayerischen Lager, da die seinerzeit anwesenden Soldaten auf einer Verteilung besagten Geldes [103] bestehen (mit der nachvollziehbaren Begründung, es wäre ohnehin verloren gewesen), und von einem Teil ihrer Offiziere in ihrem Begehren unterstützt werden, während Schweigkel darauf beharrt, von der Summe, welche ohne Befehl seines vorgesetzten Generalkommissars ohnehin nicht angetastet werden dürfe, zunächst eine Reihe von Verbindlichkeiten gegenüber dem bei den Verhandlungen bemühten „Auditörn“ (12 Taler), der französischen Eskorte durch einen Leutnant des „Oehmischen“ Regiments [104] (24 Taler) und den bei der Belagerung verletzten bayerischen Soldaten (36 Taler) zu begleichen.

In einem Schlusswort wendet sich Hoquincourt dann nochmals an Pürck: „Herr Commandant habt gethon, wie ein prav Soldat, was euch in dem accord versprochen ist, das solle gehalten undt Ihr sicher nach Heilbronn begleitet werden.“

Am Abend noch, nachdem die Bayern abgezogen sind, wird der Hohentübingen mit zwei französischen Halbkartaunen bestückt.

Montag, 08. (18.) März[Bearbeiten]

Die Hauptmacht der Franzosen bricht gegen 8 Uhr nach Reutlingen auf. Ein Dragonerkapitän Bauck erhält vorerst den Befehl über das Schloss, ihm unterstehen 40 Mann. Aus anderer Quelle heißt es: „Nur ein Lieutenant blieb mit 10 Dragonern als Besatzung im Schloss zurück“. (GEIGER 1897, S. 51)

Feldmarschall Turenne befindet sich an diesem Tag in Riedlingen. Die Belagerung von Lindau durch die Truppen General Wrangels (seit dem 08.[18.]01.) wird aufgehoben. Die Schweden besetzen sowohl Schloss Montfort bei Langenargen als auch Gießen an der Argen (letzteres durch drei Offiziere und 21 Mannschaften). Wrangel selbst zieht sich über Tettnang und Ravensburg (10.[20.]03.) nach Biberach zurück (MARTENS 1847, S. 478f/499f).

Weitere Geschehnisse[Bearbeiten]

„Und wie die Sag gehet“, so wird jener bayerische Leutnant, der während der Belagerung seine Kriegsknechte in der Herstellung von Draht-, Splitter- und Hohlkugeln unterwiesen hatte, in Eisen geschlagen und später im Uracher Tal gehenkt.

Schweigkels Ärger mit dem lieben Geld ist noch nicht ausgestanden, denn die Stadt Tübingen macht Schwierigkeiten bei der Auszahlung zugesagter Verpflegungsabgaben („Kontributionen“). Wahrscheinlich, so der Kriegskommissar in seinem Bericht, hätte man im Stadtrat darauf gehofft, dass der Hohentübingen ohne Verzögerung, kampflos und unversehrt an die Franzosen übergeben würde. Nun jedoch stünde der Unterhalt von sechs Wochen für die beständige Garnison aus, auch die Verstärkungen von Weil der Stadt und Heilbronn bekämen noch den Sold für vier Wochen und er selber hätte noch die Bezüge für zweieinhalb Monate offen. Daher seine Bitte an den Vorgesetzten, eine „beweglich“ Nachricht an den Herzog nach Stuttgart zu senden oder (für den Fall, dass auch dieser die ausstehende Forderungen nicht begleichen wolle) die Söldner, „weilen Sie alhier gar ein schlechts haben“, selbst zu bezahlen.

Im Waffenstillstand von Ulm, unterzeichnet am 14. März 1647, verspricht der Kurfürst von Bayern dem württembergischen Herzog Eberhard III. die Übergabe des Hohentübingen. Die Franzosen fühlen sich an dieses Versprechen jedoch keineswegs gebunden. Am 25. Juni schickt der Herzog seinen Obervogt zu Nagold, Graf Karl Phillip von Kandel, an den französischen Hof, mit der Bitte, die besetzten württembergischen Festungen zu räumen, besonders den Hohentübingen, welcher kein Grenzort oder wichtiger Platz wäre. Die Franzosen bleiben dennoch als Besatzungstruppen in Tübingen, und zwar bis 1649. Auch reparieren und verstärken sie die Befestigungen [105].

Im Oktober 1648 kommt das französische Hauptquartier nach Tübingen. Feldmarschall Turenne selbst richtet sich mit seinem Generalstab auf dem Schloss ein. Nachdem am 14./24. Oktober in Münster und Osnabrück der Westfälische Frieden in Kraft tritt, verlangt Herzog Eberhard anläßlich eines Besuches in Tübingen am 27. November die Rückgabe der Festung. Turenne lässt das Schloss umgehend räumen und eine württembergische Besatzung unter dem Kommandanten Oberst Fuchs [106] bezieht ihren neuen Posten. Die Instandsetzung der Anlage wird in Angriff genommen [107] und etwas unterhalb der gesprengten Türme zwischen 1667 und 1672 der markante Fünfeckturm errichtet. „Aber immer noch blieb ein Regiment Franzosen in der Stadt liegen und noch stand es Monate an, bis der letzte Kriegsmann Tübingen und weiterhin den württembergischen Boden verlassen hatte.“ (GEIGER 1897, S. 51) Verluste und Gewinne

Auf Seite der Bayern fallen 30 Mann, dazu kommt eine unbekannte Zahl an Verwundeten. 88 Soldaten müssen als ehemalige Angehörige schwedisch-weimarischer oder französischer Truppenkörper in die Dienste des Siegers übertreten. „Auf ihrer Seite hat man somit mehr als 120 Mann verloren.“ (GEIGER 1897, S. 53) Von den Franzosen fallen 58 Mann, dazu kommen 80 Verwundete [108].

Als Gewinn verzeichnen die Franzosen (neben der Festung selbst) „14 Geschütze auf den Lafetten, sowohl große, als kleine, zwei Mörser aus Bronze, mit mehreren Bomben und Feuerkugeln, eine gefüllte Waffenkammer und viel sonstige Munition.“ Nachworte

Extrablatt der franz. Zeitung: „Der Gewinn dieser Eroberung besteht nicht allein darin, daß man sich dieser Festung versichert hat, die mit gutem Recht als die stärkste im Herzogtum Wirtemberg gilt, sondern noch mehr in dem guten Ruf der Waffen des Königs, die gegen jedermanns Erwarten und vor allem derer, die den Platz so tapfer verteidigten, ihn in so kurzer Zeit erobert haben. Und in der That, dieser Erfolg hat nicht wenig zum glücklichen Ausgang beigetragen und wird auf den Fortgang der Friedensverhandlungen mit Bayern, die gleichzeitig im Werke sind, von nicht geringem Einflusse sein, zusammen mit dem Schrecken, der in ganz Deutschland die Gegenwart und das Verhalten des Marschalls von Turenne verbreitet.“

Schweigkel am 22. März 1647 in Heilbronn: „Undt daß Ich mit disem bericht nit ehender einkhommen, bitte gehorsamblich umb verzeihung, habe aber vermeint gleich ein außführliches relation zuethun, die ich underweegs des außzugs von Tibingen gegen hiehero nit habe verfertigen khönden, sondern hierzu erresten allhier die zeit nemmen müessen.“

(Nach dem am 14. März 1647 zu Ulm zwischen Kurfürst Maximilian von Bayern und Kur-Köln einerseits, Schweden, Frankreich, Hessen andererseits abgeschlossenen Waffenstillstand, wurde am 31. März Heilbronn von den Kaiserlichen und Bayern, die sich voneinander lostrennten, geräumt und den Franzosen übergeben.)

„Der Große Gott steüre den graußamen würg Schwerdt, und Lendere die bluet dürstige Gedanckhen der Menschen, Erfreue uns auch einmal mit dem erwünschten Edlen Frieden, Amen!“

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Quellen
    • Bericht des bayerischen Kriegskommissars Gottfried Schweigkel an seinen Vorgesetzten, den Kriegsrat und Generalkommissar Johann Bartholomäus Schäffer zu Ulm (veröffentlicht durch Bibliothekar W. Göz [1931] in: „Tübinger Blätter“ [22. Jahrgang, S. 37-43])
    • „Gründ- und Ausführlichen Relation deßen, was sich zwischen der Vöstung Tübingen Belägerung, und Uebergaab, (...), verloffen, und zugetragen.“ (veröffentlicht durch Eifert & Klüpfel [1849] in: „Geschichte und Beschreibung der Stadt und Universität Tübingen.“ [Anhang, S. 319-332]; Tübingen, Verlag Fues)
    • Extrablatt Nr. 42 einer französischen Zeitung (= Quartblättchen) vom 18. April 1647 („N. N. 42. Extraordinaire du 18. Avril 1647, LXV, 126, 4°") mit dem Titel „Die Einnahme der Stadt und des Schlosses Tübingen durch den Herrn d'Hoquincour [Hocquincourt], Generallieutnant der Armee des Königs, unter dem Oberbefehl des Marschalls von Turenne.“ (veröffentlicht in: „Tübinger Blätter“ [4 / 1899, S. 44-48] sowie „Reutlinger Geschichtsblätter“ [8 / 1897, Nr. 4, S. 51ff]; Übersetzung nach Dr. Geiger)
    Kriegskommissar Schweigkel verfasste den Bericht über die folgende Belagerung, nachdem er als Angehöriger der bayerischen Besatzung von Hohentübingen unmittelbar Zeuge derselben geworden war. Die Relation stammt von einem unbekannten Verfasser (wahrscheinl. Prof. Johann Martin Rauscher [1592-1655], Rektor der Universität Tübingen), welcher die Vorgänge im einzelnen aus der Stadt mitverfolgte. Das Extrablatt der französischen Zeitung schildert den Konflikt aus Sicht der Angreifer.

2. ↑ Nachdem der Anführer der Protestantischen Union, Kurfürst Friedrich von der Pfalz, in der Schlacht am Weißen Berg (8. November 1620) geschlagen und der böhmische Aufstand beendet worden war, setzten die Parteigänger des „Winterkönigs“ ihren Kampf gegen Kaiser und Katholische Liga fort. Dabei erlitt der Markgraf von Baden-Durlach in der Nähe von Wimpfen gegen den Feldherrn der Liga - Tilly - und spanische Truppen unter Cordoba eine schwere Niederlage (6. Mai 1622). Tilly verdankte seinen Sieg nicht zuletzt dem Stillhalten der Württemberger. Herzog Johann Friedrich [1608-1628] hatte sich zwar schon 1608 der Union angeschlossen, gebunden an den „Ulmer Vertrag“ (31. Juli 1620) verfolgte er jedoch zunächst eine weitgehende Neutralitätspolitik. Das unbeteiligte Württemberg litt zwischen 1622 und 1625 dennoch unter Durchzügen und Besatzungen katholischer Truppen. Während der „Kipper- und Wipperzeit" (1622-1623) nahm die Inflation stark zu, und auch, nachdem der „Münzverein“, eine Konsortium des schwäbischen, fränkischen und bayerischen Reichskreises, Gegenmaßnahmen ergriffen hatte, hielt die Teuerung weiter an. Ab 1626 traten immer wieder Seuchen auf, besonders verheerend 1635. Anfang des Jahres 1628 rückte eine Armee des kaiserlichen Feldherrn Wallensteins unter Graf Wolfgang von Mansfeld [1575-1638] mit 16.000 Mann in die protestantischen Gebiete des schwäbischen Kreises ein; ein Großteil davon entfiel auf Württemberg. Nach dem Tod Johann Friedrichs [18.07.1628] folgte die vormundschaftliche Regierung seiner zwei Brüder. Durch das Restitutionsedikt von 1629 verlor Ludwig Friedrich [1628-1631] mit 22 Klöstern (darunter auch Bebenhausen) ein Drittel des Herzogtums. Dazu kam unter dem Schutz katholischer Truppen die Gegenreformation ins Land. Wallenstein nahm Hauptquartier in Memmingen und überschwemmte im Sommer 1630 mit 28 (bzw. 31) Kompanien unter dem Obersten Ossa das Herzogtum. Im gleichen Jahr trat Gustav Adolf von Schweden, in den Krieg ein, vorgeblich protestantische Interessen schützend. Die Schweden eroberten Norddeutschland, besiegten Tilly und drangen nach Süden vor. Da vereinten sich die evangelischen Reichsstände durch den „Leipziger Konvent" (Febr. 1631), unter ihnen auch der neue Herrscher von Württemberg, Ludwigs Bruder und Nachfolger Julius Friedrich [1631-1633]. Als aber der katholische Heerführer Graf Egon von Fürstenberg mit mind. 20.000 spanischen und italienischen Söldnern im Land einmarschierte, schickte der Herzog-Administrator seine rund 12.000 Mann zählende Landwehr wieder nach Hause, bevor es bei Tübingen zu einem Treffen kam. So ging der „Kirschenkrieg" unblutig zu Ende, brachte aber dem Land erneut eine Besatzungszeit mit viel Elend und Not. 1632 marschierte Gustav Adolf in Württemberg ein, dessen Kanzler Jakob Löffler [1625-1638] die Hilfe Schwedens erbeten hatte. Uneingeschränkt schloss sich das Herzogtum dem schwedischen König an, dafür erhielt Julius Friedrich in den von Schweden eroberten Gebieten seine Güter zurück und noch weitere als Entschädigung dazu. Im gleichen Jahr noch nahmen württembergische Truppen die Reichsstadt Rottweil ein und belagerten das im österreichischen Besitz befindliche Villingen. Als der Schwedenkönig in der Schlacht bei Lützen (16. November 1632) fiel, setzte sein Kanzler Oxenstierna den Kampf in Deutschland fort. Ihm gelang ein Zusammenschluss von vier Reichskreisen (Schwaben, Franken, Ober- und Kurrhein); der sog. „Heilbronner Bund“ trat 1633 an die Stelle der ehemaligen Union und ein junger Herzog Eberhard III. von Württemberg (1628/33-1674) war Mitglied dieses Bundes. Doch Weimar und Horn, die Generäle der Schweden, erlitten mit ihrem schwedisch-protestantischen Heer in der Schlacht bei Nördlingen (6. September 1634) eine vernichtende Niederlage gegen die vereinigte spanisch-kaiserliche Armee. Allein die württembergische Landesmiliz verlor dabei zwei Drittel ihrer Stärke - mindestens 3000 Mann. Eberhard floh ins Exil nach Straßburg, sein Herzogtum wurde durch die Truppen des Herzogs Karl IV. von Lothringen besetzt und geschunden. Außer dem Hohentwiel wurden schließlich alle Festungen des Landes eingenommen (die Stadt Tübingen und das Schloss unter seinem Kommandanten Johann Georg von Tübingen - genannt „Kapitän Tübinger“ - ergaben sich schon am 14. September). Waiblingen und Calw brannten vollständig nieder. Landwirtschaft und Weinbau - die Existenzgrundlagen Württembergs - aber auch wichtige Produktionszweige wie Tuchfabrikation und Leinwandherstellung gingen weitgehend zugrunde. Kaiser Ferdinand II. zog im September 1634 in Stuttgart ein. Württemberg wurde als ein von Österreich erobertes Gebiet betrachtet und auch dementsprechend verwaltet. Im November 1634 bekam der Heilbronner Bund durch König Ludwig XIII. von Frankreich die Mittel zum Aufbau eines Heeres zugesichert. Im Jahr darauf beendete der „Prager Frieden“ (30. Mai 1635) den Widerstand der protestantischen Reichsstände gegen den Kaiser - Mitglieder des Heilbronner Bundes allerdings waren von den Verhandlungen ausgeschlossen. Bald darauf griff Frankreich direkt in den Konflikt ein. Für das Land an Oberrhein und Neckar begannen nun die schrecklichsten Jahre des Krieges. Herzog Eberhard errang in zähen Verhandlungen seine Berücksichtigung im Prager Frieden und kehrte 1638 in sein Herzogtum zurück. Er fand ein weitgehend verwüstetes, durch Hunger und Seuchen entvölkertes Land vor. Große Teile seines einstigen Herrschaftsgebietes waren katholischen Günstlingen übereignet worden und auch nachdem die Masse der fremden Kriegsvölker abgezogen war, blieben bayerische Besatzungen in den festen Plätzen zurück (so auch ein Oberst Neuneck auf dem Hohentübingen). In einer ganzen Reihe von Gefechten kämpften nun die Schweden gemeinsam mit den Franzosen gegen die Truppen des Kaisers und der Reichsstände und trotz zweier Niederlagen der Franzosen auf württembergischem Boden waren sie insgesamt ihren Gegnern überlegen. Ein entscheidender Sieg aber gelang keiner der beiden Seiten mehr (nach: Geschichtsverein Köngen u. a. Quellen).

3. ↑ Der Hohentübingen wird - auch in ein und derselben Quelle - abwechselnd als Festung, Burg und Schloss bezeichnet; tatsächlich vereint er Bestandteile aller dieser Gebäudeformen.

4. ↑ Es steht wohl fest, dass Turenne mit seinem Angriff auf Tübingen die gleichzeitig stattfindenden Verhandlungen zwischen Frankreich und Bayern in Ulm beeinflussen wollte; dort wurde am 14. März ein Waffenstillstand vereinbart

5. ↑ Die franz. Zeitung schreibt: „Der Herr d’Hoquincour, Generallieutenant der Armee des Königs in Deutschland, unter dem Marschall von Turenne, war am 9./19. Febr. aus dem Hauptquartier in Saulgen …aufgebrochen, überschritt die Donau bei Reithlingen [Riedlingen; Anm. des Bearbeiters], sodann die Alp (...).“ (GEIGER 1897, S. 52)

6. ↑ Die franz. Zeitung schreibt von insgesamt „(...) 1200 Pferden und (...) 200 von Philipsburg kommenden Musketieren des Regimentes Turenne (...).“(GEIGER 1897, S. 52)

7. ↑ Die im Folgenden als „Franzosen“ oder „Bayern“ bezeichneten Söldner waren Kriegsknechte unterschiedlichster Herkunft, welche in diesem Fall entweder dem König von Frankreich oder dem Kurfürsten zu Bayern dienten; die meisten von ihnen sprachen wohl deutsch.

8. ↑ Der Schlagbaum befand sich wahrscheinlich an der Neckarbrücke (erbaut 1482-1489).

9. ↑ „(...) alß aber dießer sein Unverstand Ihme durch einen wizigeren, verwißen worden (...)“ (Relation)

10. ↑ Hakenbüchse von doppeltem Kaliber

11. ↑ Die franz. Zeitung schreibt, dass die Lage des Hohentübingen „(...) sehr günstig ist. (Diese Festung) liegt nämlich auf einem Berge, der nach allen Seiten steil abfällt, außer gegen Süden, wo sie einen großen, breiten Graben hat, der durch einen sehr guten Halbmond und eine mit Schanzpfählen versehene Böschung gedeckt ist. Außerdem flankieren vier gewaltige Türme das rechtwinkelige Hauptgebäude des Schlosses, und vier andere kleinere Türme (in Wirklichkeit nur einer nebst zwei Basteien) an dem Fuße der größeren, die den Abhang des Berges bestreichen, vertreten die Stelle des Unterwalls (faussesbrayes?). Das Thor ist durch eine Art von Halbmond (ravelin) gedeckt und darüber beherrscht eine wohlverkleidete und erhöhte Bastei das ganze Gelände und schützt das Schloß nach der Seite der Stadt, die zu seinen Füßen liegt, was die Garnison auch abhält, auf der Verteidigung der Stadt zu bestehen, da man sie nicht lange behaupten kann, solange andere das Schloß innehaben.“ (GEIGER 1897, S. 52)

12. ↑ Dies geschah evtl. aufgrund der schlechten Versorgungslage in der Stadt.

13. ↑ Die genannten Ränge vieler französischer Offiziere erscheinen zu hoch (siehe Dr. Klaus Koniarek); allerdings schreibt auch die franz. Zeitung „(...) Herr d'Hoquincour, Generalleutnant des Königs in Deutschland (...).“ (GEIGER 1897, S. 52)

14. ↑ Die franz. Zeitung schreibt: „Denn diese Belagerung war ihm durch den Marschall von Turenne anvertraut, der die ganze Zeit über genötigt war, mit dem Rest der Armee in der Nähe von Ulm zu verbleiben, um den Feind in Schach zu halten.“ (GEIGER 1897, S. 52)

15. ↑ Die Bewohner umliegender Dörfer befanden sich als Flüchtlinge in der Stadt.

16. ↑ In der Relation wird dieser französische Obrist mit dem Namen „Flueg“ bezeichnet; es wird sich hierbei um einen Schreib- oder Übersetzungsfehler handeln, denn GÖZ (1931, S. 39, Anm. 6) schreibt in einer Anmerkung zu Schweigkels Bericht: „Thomas Klug, Oberst eines weimarischen Regiments, der auch die Artillerie befehligte. Er war die treibende Kraft während der ganzen Belagerung.“

17. ↑ In der zweiten Hälfte des Krieges stieg die Anzahl von Truppenteilen zu Pferd deutlich an, einerseits, weil die Kavallerie raschere Manöver ausführen konnte, andererseits, weil Berittene auf der Suche nach Versorgungsgütern („furage“) größere Gebiete abzudecken vermochten.

18. ↑ Die franz. Zeitung schreibt von „(...) den Regimentern der Krone, de Nettancourt, Schmidberg, Boninghausen und Rankampf [nach dem Tübinger Bürger: Ranhaubt; Anm. von GEIGER 1897, S. 52] (...)“ sowie Turenne (GEIGER 1897, S. 52).

19. ↑ Schweigkel spricht von vier Halbkartaunen (= Positionsgeschütze für 24pfündige Kugeln), die „Relation“ dagegen von je zwei Halb- und zwei Viertelkartaunen (= Feldgeschütze für 12pfündige Kugeln).

20. ↑ Wall aus einem mit Reisigbündeln bestückten Holzzaun, frontseitig mit Graben und Erdwerk und rückseitig mit erhöhter Brustwehr versehen

21. ↑ Hierbei handelt es sich um einen überdimensionalen Korb ohne Boden, gefüllt mit Erde (wg. der Splittergefahr unter Beschuss wurden keine Steine verwendet).

22. ↑ Damit ist der heutige Alte Botanische Garten gemeint.

23. ↑ Fiel im Zeitalter der Söldnerheere ein befestigter Ort im Sturm, erhielten die siegreichen Truppen oft ein (befristetes) Recht auf Plünderung; Brutalität und Zerstörungswut der Eroberer nahmen dabei immer wieder erschreckende Ausmaße an, z. B. bei der „Sacco di Roma“ (1527) oder der „Magdeburger Hochzeit“ (10.05.1631).

24. ↑ „(...), deßwegen er doch die Thor Schlüßel ausfolgen, (...), laßen wollte, (...).“ (Relation)

25. ↑ am äußeren Schlosstor (erbaut 1604 -1607) befindlich

26. ↑ Die franz. Zeitung schreibt „(...) was die Garnison (..) abhält, auf der Verteidigung der Stadt zu bestehen (...)“ sei, dass „(...) man sie nicht lange behaupten kann, solange andere das Schloß innehaben.“

27. ↑ Wohl eine am Ammerkanal liegende Getreidemühle („Mahlmühlen“)

28. ↑ Die franz. Zeitung schreibt: „Man begann die Belagerung mit Laufgräben und einer Batterie von 6 großen Geschützen. Aber die 24 Fuß dicken Mauern widerstanden den Kugeln so sehr, daß sie nichts ausrichteten.“ (GEIGER 1897, S. 52)

29. ↑ „(Welches ein Jesuiter, der zu Augspurg nachgehendts im Rausch zu todt gefallen, angegeben haben solle:)“ (Relation)

30. ↑ Die Fortschritte der Artillerie in der letzten Hälfte des Krieges wurden oft dadurch beeinträchtigt, dass gelernte Geschützmeister fehlten; der größte Teil der Geschützmannschaften waren kommandierte Infanteristen (Quelle: „Projekt Gutenberg DE“).

31. ↑ Die Aufzeichnungen weichen an dieser Stelle voneinander ab, insofern der bayerische Kriegskommissar von einer feindlichen Mine zu berichten weiß, die von „obbemelter Mühlin“ aus gegen das Schloss vorangetrieben wird und gegen welche nacheinander zwei Ausfälle unternommen werden, was schließlich dazu führt, dass die Anlage von den Franzosen aufgegeben wird.

32. ↑ Die in der Relation erwähnten „Bechfäßlen“ bzw. „Bechring“ darf man sich wahrscheinlich als pechgetränkte Brandsätze vorstellen.

33. ↑ Die zeitgenössischen Abbildungen des Hohentübingen zeigen im Westen einen dreieckigen, von Palisaden gesäumten Wall, der als Vorwerk die gesamte Breite der Burg gegen den Schlossberg deckt; während der Belagerung von 1647 scheint dieser Teil der Festung zumeist unbesetzt zwischen den Fronten gelegen zu haben.

34. ↑ Die franz. Zeitung berichtet davon, dass „(...) einige Sergeanten bei der Eröffnung [?] des Laufgrabens (getötet wurden) (...).“ (GEIGER 1897, S. 53)

35. ↑ Die franz. Zeitung schreibt: „Aber die 24 Fuß dicken Mauern widerstanden den Kugeln so sehr, daß sie [d. h. die französischen Geschütze; Anm. des Bearbeiters] nichts ausrichteten.“ (GEIGER 1897, S. 52)

36. ↑ Wahrscheinlich gruben sich die Belagerer zwischen den Terrassenmauern des Burgweingartens ein.

37. ↑ Schweigkel nennt als genaue Lokalität „ohnweit Dr. Lansen hauß“ (Thomas Lansius [* 1577 † 1657], Professor der Rechte); heute Neckarhalde 15

38. ↑ Die franz. Zeitung schreibt: „Das [d. h. die erfolglose Kanonade; Anm. des Bearbeiters] gab dem Herrn d'Hoquincour Veranlassung, zu Minen seine Zuflucht zu nehmen. (…) Man ließ also Mineure in Thätigkeit treten, sobald man wahrnahm, daß alle anderen Anstrengungen nutzlos waren.“ (GEIGER 1897, S. 52)

39. ↑ „(...), Es haben aber solche Böße liechter etlichen in das Grab und die am besten darVon kommen, in das Barbierhauß gezündet.“ (Relation)

40. ↑ Hierbei handelt es sich um die beim ehem. Hirschauer Tor gelegene Fürstl. Württemberg. Münzstätte (nach 1472), später Königl. Württemberg. Amtsgericht (1818-1906), heute Gebäude Neckarhalde 30.

41. ↑ Ob von Seite der Bayern geplant worden war, erst das Haus in Brand zu setzen und anschließend den (wahrscheinlich mit Holz verschalten) Eingang des Minenstollens, bleibt fraglich.

42. ↑ Damit ist wohl der Weg über die Wurmlinger Kapelle und den heutigen Spitzberg gemeint.

43. ↑ Anscheinend handelte es sich um den aussichtsreichen Anwärter auf einen hohen geistlichen Posten.

44. ↑ (Adelige) Offiziere wurden im 17. Jahrhundert gerne von ihresgleichen gefangen genommen, um anschließend gegen Lösegeld („Ranzion“) in ungefährer Höhe eines Monatssoldes wieder freigelassen zu werden.

45. ↑ Vermutlich handelt es sich hierbei um einen Herrn de Pontaine, welcher, so die franz. Zeitung „(...) erst vor wenigen Tagen aus Frankreich zurückgekommen war, (er) wurde im Laufgraben in der Nähe des Herrn d'Hoquincour getötet (...).“(GEIGER 1897, S. 53)

46. ↑ Schweigkel schreibt: „ (...) der Steinen zu geschweigen, mit welchen doch dem Gegentheil der größte Schaden beschehen, sintemalen wir die stuckh nirgendtshin haben weiters gebrauchen köhnden.“

47. ↑ „Wahrscheinlich Dr. Müllers Wohnung.“ (EIFERT 1849, S. 325, Anm. 1)

48. ↑ Gemeint ist entweder das Evangelische Stift, gegründet 1536 von Herzog Ulrich [1487-1550], oder das Wilhelmsstift (Collegium illustre), auch „Ritterakademie“ oder Konvikt genannt (erbaut 1588-1592).

49. ↑ „(...), haben sie sowohl das Holz ligen laßen, als auch Ihren Zünder, der von oben herab durch den rechten Schenckel geschoßen worden, dafür hinweg tragen müßen.“ (Relation)

50. ↑ Falls der Laufgraben wirklich das steile Burgholz hinauf bis den Rand des Schlosses vorangetrieben wurde, hätten die Franzosen diesen Gang wohl mit einem Schutzdach (etwa aus Planken und Erde) versehen, so wie sie es später bei ihrem „Schänzlin“ in der Neckarhalde taten - was wiederum erklären würde, warum der bayerische Chronist Schweigkel die ganze Anlage für eine weitere feindliche Mine hielt.

51. ↑ Die franz. Zeitung berichtet, dass man bei der Übergabe des Schlosses „(...) zwei Mörser aus Bronze, mit mehreren Bomben und Feuerkugeln (...)“ erbeutete (GEIGER 1897, S. 53).

52. ↑ Die Relation berichtet von „Traat oder hohle Kugeln“, also Drahtkugeln und (absichtlich) gekerbten Projektilen; hierbei ist festzuhalten, dass schon die seinerzeit sehr primitive Herstellungsweise von Bleikugeln - mit der Kugelzange am offenen Feuer - als Ursache für die oft sehr unregelmäßig geformten und mit scharfen Rändern versehenen Geschosse in Frage kam (nach HUF, H. [2004]: „Mit Gottes Segen in die Hölle.“, S. 131).

53. ↑ „(...), und wann er mit mundlicher Relation nicht sicher zukommen können, solches aufgeschrieben, samt ettl. Stückhlen Tabacc in ein Schneeball gemacht, und ihnen hineingeworffen (...).“ (Relation)

54. ↑ Entweder ist hiermit die Tübinger Fruchtschranne , das Kornhaus (1453) oder der Brotstand auf dem Marktplatz gemeint.

55. ↑ Zum Glühen gebrachte Eisenkugeln, aus Mörsern verschossen, durchschlugen Mauerwerk und setzten Gebäude in Brand.

56. ↑ Der Begriff „Wase“ steht im Süddeutschen allgemein für eine (feuchte) Grünland- oder Weidefläche.

57. ↑ Bei den hier genannten „Waßen“ wäre etwa an Grassoden oder Erdklumpen zu denken, evtl. auch an Reisigbündel aus Weidenruten o. ä.

58. ↑ Schweigkel berichtet über die Zeit nach dem Brand am Mittwoch, dem 17. Februar, dass „(...) das minirn .. nit mehr (hatt) verwehrt werden köhnden, (...).“

59. ↑ Der Verfasser der „Relation“ verblüfft immer wieder mit derartigen Details.

60. ↑ Mit „Wöhrd“ oder „Wörd“ bezeichnet man in Süddeutschland in oder an Flüssen gelegenes Gelände wie Uferstreifen oder Inseln (Auen).

61. ↑ F. A. Köhler beschreibt in seiner Tübinger Ansicht von 1791 die Reste einer alten Schanze beim heutigen Wildermuth-Gymnasium; diese Anlage - Köhler nennt sie „Fortresse“ - bestand aus einer kleinen Zitadelle (die durchschnittliche Länge einer „Courtine“ betrug nur 20 Schritt) mit fünf Eckbasteien, gegen Stadt und Mühlbach hin durch zwei vorgelagerte Abschnitte („Raveline“ und „Tenaille“) geschützt; Köhler schätzt für den Bau der Befestigung, die evtl. 1647 den Franzosen zum Schutz ihrer von der Neckarseite ausgehenden Angriffe diente, „wenigstens 40 etliche Tage fort arbeitende Menschen.“ (KOEHLER 1791)

62. ↑ „(...) ist doch auf solchen Orth, der von dem Schloß mit doppelhackhen wohl zueraichen, nicht ein einziger Schuz abgegangen.“ (Relation)

63. ↑ Nach Auskunft der franz. Zeitung handelte Hoquincourt dergestalt, „(...) um (...) der Bitte zu entsprechen, die der Fürst von Wirtemberg an ihn hatte gelangen lassen, wenn möglich, dieses Schloß, das stärkste und schönste des Herzogtums (..), zu erhalten.“ (GEIGER 1897, S. 52)

64. ↑ Schweigkel berichtet hingegen von einem Capitain, einem Sergeanten und einem Trommler, die als französische Geißeln in die Festung geschickt werden.

65. ↑ Schweigkel schreibt: „Ehe aber erstgedachter Lieutenant zue besichtigung solcher mine abgeordnet gewest, haben wir Unns zuvor redlich undt bestendig resolviert gehabt (...) es seie ein oder mehr mininen verfertigt (...). Wie dann auch allß der Lieutenant wider in das Schloß hinauff khommen (...), uff dessen begehrn, wir unns erklert, Unsererseits zu erwarten, was sie gegen Unns zu tentirn vermeint, (...).“

66. ↑ Hierbei handelt es sich wohl um Brandbomben oder Sprenggranaten; „Die Stückher, so von solcher Granate (die man doch nicht ganz bekommen können) zugegen, wägen 80. Pf.“ (Relation)

67. ↑ Von dieser Episode der Belagerung existiert „Eine bildliche Darstellung, die in der Ausgabe einer der Universitätsbibliothek gehörigen Schrift von Balth. Raith, Tubinga sedes sat congrua Musis 1677, dem Titelblatt gegenüber eingeklebt ist (LXV.4).“ (GEIGER 1899)

68. ↑ „Die Krone, die mit der Vorderseite gegen den Markt lag, dürfte an der Stelle des heutigen Euler'schen Hauses gestanden haben.“ (GÖZ 1931, S. 39, Anm. 7); Schweigkel schreibt: „(...) nahe des Wertz Kienlins hauß, alwo mein gnedig gebietender herr mit zue Tübingen gewesten refraichier quartier das logiament gehabt (...).“ und meint damit den Aufenthalt seines Vorgesetzten (des bayer. Kriegsrats und Generalkommissars Johann Bartholomäus Schäffer) in Tübingen von Februar bis Juni 1643, während das gesamte bayerische Heer dort sein Hauptquartier hatte.

69. ↑ EIFERT (1849, S. 37) schreibt: „Der älteste Teil der sog. unteren Stadt, in der Ammerniederung gelegen, befand sich am Hangfuß des nördlichen Schloßberges, 'unterm Haag' (nach dem dort befindlichen Vorwerk der Burg) und breitete sich an beiden Seiten der Ammer gegen den 'Brühl' (= nasser, waldiger Grund) hinab aus, daher stammt auch die Namen einzelner Gassen (z.B. der Froschgasse).“

70. ↑ Schweigkel spricht von mehreren Steinen, die mit dem Mörser auf die Stadt abgeschossen wurden, „(...) worauff sich darin ein großer alarme erweckht, die Burger und Inwohner in großer angst gewest, undt mit allen glockhen zuesammen gelitten worden.“

71. ↑ Damit sind wahrscheinlich Schuttschwaden und umher fliegende Gesteinstrümmer gemeint.

72. ↑ „(...) darauf man dann alsobald einen Rauch und das zur Mina gehendte lauff Feüer ersehen, auch Niemand anderster vermeint, dann es werde nun in solchem Augenblick die halbe Schloß Seiten in den Himmel fliegen müßen.“ (Relation)

73. ↑ „(...) daß Ihme die Rinne so nicht aneinander gehäfftet an etl. Orthen offen, und nur mit Ziegeln zugedeckhet, durch den BurgWeingart hinab gelegt geweßen, von denen auf dem Schloß mit Steinen verworffen, dahero auch das Pulver verzettelt worden, und das Lauff Feüer nicht zusamen gegangen seye.“ (Relation)

74. ↑ „Plötzlich aber ersieht mann Rauch und Feüer, gleich darauf des trefflichen mit großer Summa Gellts erbauten Thurns Güpffel und Fachwerckh sich herauswärts Beügen, Nach gehends das ganze Corpus, gleichsam als ob seine Costbarkeit dieße Unschuldige Injuri nicht erleyden könnte, von einem starckhen HerzensPrast entzwey börsten, und in den Burgweingart hinunter von einander fallen.“ (Relation)

75. ↑ Wahrscheinlich sind damit „Fuß“ gemeint.

76. ↑ Die franz. Zeitung schreibt davon, „(...) dass der große Turm gänzlich niedergeworfen und der kleinere zu seinen Füßen durch seinen Fall zerstört und verschüttet wurde.“ (GEIGER 1897, S. 52)

77. ↑ Johann von Reuschenberg (bayerischer, dann kaiserlicher General) (GÖZ 1931, S. 40, Anm. 9)

78. ↑ Schweigkel schreibt: „(...) alwo sonsten allezeith eine wacht: dise aber, villeichten zue sonderbahren glück, wenige zeit zuvor (...) abgefordert gewest, und alleinich obiger Mann, uff solchem zur wacht gelassen worden.“

79. ↑ „Der Generalmajor Herr du Tot wollte unter denen sein, die den Sturm eröffneten, ebenso die freiwilligen Edelleute Henard und Marome, wobei der letztgenannte durch einen Musketenschuß am Bein verwundet wurde.“ (GEIGER 1897, S. 53) „Und unerachtet ihrer etl. ab der Maur mit Großen Steinen Beede Schultern entzwey geworffen, und die köpff zerquetscht worden, doch wie Mauren gestanden (...)“ (Relation)

80. ↑ Schweigkel berichtet an dieser Stelle von sechs Halbkartaunen.

81. ↑ Hierbei handelt es sich um die Kapelle des hl. Johannes; 1180 erstmals erwähnt; 1481 zur Pfarrkirche erhoben; 1495 mit eigener Pfarrei (= Pfründe, Taufstein u. Begräbnisrecht) ausgestattet und 1516 aufgehoben.

82. ↑ Damit kann eigentlich nur der zweite Rundturm auf der Südwestseite der Burg gemeint sein, der sog. „Haspelturm“.

83. ↑ Schweigkel „referiert“ in einer „beilag“ über neun Tote und drei Verwundete bei den Bayern (GÖZ 1931, S. 40, Anm. 9); die Relation berichtet von 48 toten und verwundeten Franzosen; die franz. Zeitung meldet namentlich als gefallen „(...) den Freiwilligen Herrn du Sautor (...)“, als verwundet „(...) durch einen Steinwurf der Herr de Beaufort-de-Camps (...)“ und weiter: „Der Generalmajor Herr du Tot wollte unter denen sein, die den Sturm eröffneten, ebenso die freiwilligen Edelleute Henard und Marome, wobei der letztgenannte durch einen Musketenschuß am Bein verwundet wurde.“

84. ↑ Schweigkel schreibt, bei derKapelle habe sich infolge der Kanonade „(...) schon an zweien orten des Schwibbogens gesetzet (...).“

85. ↑ Die Bayern begehren zunächst drei Tage Waffenstillstand, um, wie Schweigkel schreibt „(...) zu unsrer Generalitet nach Ulm zueschicken, sich allda fernern verhalts willen einer resolution zu erholen“, sie werden jedoch von Hoquincourt abschlägig beschieden, welcher Pürck mitteilen lässt: „Es komme der Abgeordnete in solchen 2 tag oder nicht, er bringe auch was es für resolution immer sein wolle, daß ohnerachtet dessen daß Schloß in verflossenen 2 tag ein allß andern weeg dem Gegentheil eingeraumbt werden solle.“ (Relation)

86. ↑ Schweigkel hält in seinem Bericht zweimal fest: „(...) daß wir gesehen, daß der feindt nach erst gesprengter mine alsogleich und starckh in verfertigung einer andern begriffen (...).“ (s. a. Anmerkung Nr. 90)

87. ↑ Der Krieg wurde im 17. Jahrhundert auch wie ein Geschäft betrieben; wenn man adelig war und etwas Geld zu investieren hatte, konnte man sich bei einer der kriegführenden Parteien ein Offizierspatent kaufen, eigene Truppen anwerben und dann in zugewiesenen Gebieten seine Schutzbriefe anbieten, Kontributionen eintreiben oder auch konfiszieren und plündern; aus solchen Zuständen rührt auch die vermeintliche Unbotmäßigkeit vieler Offiziere, die sich nicht für bloße Befehlsempfänger, sondern eher als Filialleiter eines kriegerischen Unternehmens sahen.

88. ↑ Dies ist wohl ein Hinweis auf die seinerzeit übliche Prügelstrafe am Schulpult.

89. ↑ Die augenscheinliche Knappheit der Schlossbesatzung an Waffen und Munition bewegt die bayerischen Unteroffiziere laut Schweigkel zu der Frage: „(...) was Sie thun wollten, stuenden gantz bloß und khönden uff solche weiß khein sturmb mehr abschlagen.“

90. ↑ Schweigkel hält zur Begründung der Übergabe fest: „ (...) nemblich 1.) vorgeschribener der Soldaten von sich gegebener resolution, 2.) daß wir unns kheines succurs zue getrösten, 3.) weilen wir auff unsere vom 22. Febr. gethone schreiben khein resolution erhalten:. undt auch weiters khein schreiben haben fortbringen köhnden, und 4.) daß wir gesehen, daß der feindt nach erst gesprengter mine alsogleich undt starckh in verfertigung einer andern begriffen (...).“ (s. a. Anm. 86)

91. ↑ An dieser Stelle erfährt man zum ersten Mal von einem solchen Schreiben, wahrscheinlich einer Bitte um Unterstützung an das Hauptquartier der bayerischen Armee in Ulm.

92. ↑ Die franz. Zeitung schreibt: „Da aber die Belagerten die Entschlossenheit der Unsrigen erkannten und einsahen, daß sie zu entfernt von Hilfe waren, um auf sie warten zu können, ehe sie bezwungen wurden, weil dann jede Hoffnung für sie verloren war, begannen sie an Unterhandlungen zu denken und gaben das Zeichen.“ (GEIGER 1897, S. 52)

93. ↑ Schweigkel hält fest: „Unsere puncten, worauf wir zu accordirn vermeint, waren dise, die guarnison mit denen auß hailbronn undt weilerstatt eingezogener Mannschaft, Artillori: und proviantbedienten (.mich wie auch den arrestirten: gewesten Commissarium Webern ebenfahls darmit eingeschlossen.) mit weibern, sackh undt Packh, Ober undt Undergewehr [mit „Gewehr“ ist jede Art von Waffe gemeint, das „Obergewehr“ wurde auf der Schulter (= Spieß, Muskete) und das „Untergewehr“ am Gürtel getragen (= Pistole, Degen); Anm. des Bearbeiters], doppelt brennenden lunten, Kuglen im mundt undt allem deme, was belagertem theil zuegehörig ohnausgeschlossen der Jenigen Mannschaft, so vorhero bei dem Gegentheil gedient, oder freiwillig heriber khommen, ohnaufgehalten abziehen: Item 2 metalline falconet mit darzu gehörigen Kuglen, einer thonnen pulver undt 3 Centner lunten, benötigten vorspann, auch des herrn Generalwachtmeisters Kolben [nach Göz (1931, S. 41, Anm. 12) handelt es sich dabei um den Landsassen und bayerischen Reiterführer Andreas Kolb von Raindorf; Anm. des Bearbeiters] zuegehörige: Herr Hauptmann Pürckhen in verwahr gegebene 2 heerpauckhen, frei undt ungehindert passirn zlassen.“

94. ↑ „ (...) Allßo, daß noch solchen Abendt ein völliger Accord beschloßen und subscribirt worden, in deßen Verrichtung Hr. Obrister Flueg [sic] den mächtsten Theil bemüehet gewesen.“ (Relation)

95. ↑ Nun zählte allerdings Hohentübingen zu den „Landesfestungen“ der Württemberger Herzöge und Könige (neben dem Hohentwiel, dem Hohenasperg, dem Hohenneuffen, dem Hohenurach, der Feste Schorndorf und der Burg Teck).

96. ↑ Genannte beide Festungen wurden 1644 bzw. 1646 von den Franzosen erobert (GÖZ 1931, S. 41, Anm. 13).

97. ↑ In der „Relation“ steht: „(...), die überloffene aber (deren nicht wenig auf dem Schloß geweßen, und in dießer lezten Nacht den mehren Teil widerum durchgegang sein sollen) seind auf dem Schloß behallten worden.“

98. ↑ Die Angaben widersprechen sich hier, Schweigkel schreibt in der „beilag“ zu seinem Bericht über 56 Mann (GÖZ, 1931, S. 41, Anm. 15); in der franz. Zeitung dagegen steht „Auf Grund der Abmachung traten 88 Soldaten, die früher im französischen und schwedischen Heere gedient hatten, wieder in die alten Dienste.“ (GEIGER 1897, S. 53)

99. ↑ Schweigkel berichtet: „Es hatt auch Einer vom löbl. Ruischenbergischen Regiment [s. Anm. 77; Anm. des Bearbeiters] wieder zue ruckh bleiben müessen, welcher schon über 20 Jahr bestendig darunder gewest. Der ist ungern daran khommen, undt hatt deßwegen bitterlich geweinet.“

100. ↑ Auch hier widersprechen sich die Angaben, die „Relation" erwähnt 72 Mann „(...) alles zusammen gerechnet (...)“, eine herrschaftlichen Kutsche [wahrscheinlich für die Offiziere und/oder deren Anhang; Anm. des Bearbeiters] und fünf „gemeine“ Trosswagen; die franz. Zeitung beschreibt den Abzug von: „(...) 130 Soldaten, einem Lieutenant, einem Fähnrich und einem Kommissar des Herzogs von Bayern.“ (GEIGER 1897, S. 53)

101. ↑ „(...) Allda die Hrn. Officier jenige so Ihnen zu vorhin gedient, und von Bayr. gefangen worden (deren zusammen in 44. geweßen sein) widerum heraus genommen (...)“ (Relation)

102. ↑ Schweigkel berichtet: „Inn unsern anfangs zue accordirn übergebenen puncten seindt zwar dise heerpauckhen gedacht, Gegentheil aber hat solcher niemals in den schriftlichen accordt wollen einkhommen lassen, sondern nur allezeit gesagt, man werde solche nit aufhalten undt in solch schriftlichen accord zu erzwingen seindt wir nicht mächtig gewest, haben aber in deren abnamb erfahren, warumb Gegentheil solche niemals in den schriftlichen accord hatt einverwilligen wollen.“

103. ↑ Nach dem Bericht Schweigkels handelte es hierbei sich um rund 400 Gulden.

104. ↑ „Vom Regiment Ehm der weimarischen Armee.“ (GÖZ 1931, S. 42, Anm. 16)

105. ↑ Am 23. Juli 1647 berichtet der Burgvogt Deggeler: „(...) daß der Kommandant L’Aubergat Ordre empfangen (habe), daß ihm ein Ingenieur solle zugeschickt werden, damit das Haus fortifiziert werde.” Im August gelangt besagter Ingenieur nebst einem Generaladjudanten von Heilbronn aus in Tübingen an und inspiziert die Festung. Der Burgvogt hält fest, daß er „(...) so viel wohl bemerkt habe, daß die Franzosen gar ein großes Werk daraus machen wollen.” Es wird demnach beschlossen, eine starke Mauer von der ehemaligen Mine bis unter das Schlossgewölbe zu führen, mit einem engen, von Palisaden gedeckten Gang bis zum Schieferturm. Die Zwingermauer, welche vom Hirschauer Tor hinauf zur Burg verläuft, soll repariert, mit einem Blockhaus versehen und verstärkt werden, ebenso die Mauerverbindung zwischen Haagtor und Schloss. Der Bericht des Vogts vermerkt für den 2. Oktober, daß „(...) das vorhabende Werk von der Zwingermauer außerhalb des Zeugwartsthurms (= Haspelturms) und dem Pulvergewölblein gegen der Stadtmauer um etwas eingestellt (wurde), dagegen das Werk inwendig der Stadtmauern von der Münz (Neckarhalde Nr. 30) hinauf oben an das Schloß mit Aufführung einer hohen Mauer, als dann oben darauf ein Werk mit Faschinen und Erdreich zu legen (sei), angefangen hat.” Sein Bericht fährt am 12. November damit fort, “(...) daß die Mauer verfertigt (sei), das Werk aber noch viel Arbeit brauche. Vor solchem Eck sind auch Pallisaden gesetzt (worden), dem versprungenen, auch dem Schieferturm vorbei bis an die Mauer zwischen dem untern und obern Thor und gemachtem Laufgraben außerhalb solchem auch Sturmpfähle gesetzt, wie denn der Wengert (Burgweingarten) über ein Drittel, so durch die Mine versprengt (ist), auch der andere Theil, so sich auf etlich und zwanzig Gräben belauft, samt den Mauern verderbt (ist).”

106. ↑ Sohn des Superintendenten Ogier Fuchs zu Mömpelgard, vermählt 1634 mit Agnes Marie (*01.05.1617 als Tochter des Forstmeisters Joh. Jacob Koch in Heidenheim und der Marg. Varenbühler; +15.12.1674 in Tübingen) seit 1642 kaiserlicher, danach Herzogl. Württembergischer Oberst, 1649 in den Adelsstand erhoben, gestorben 1674 in Tübingen

107. ↑ Zur Beseitigung der Schäden werden zunächst die Fenster wieder eingehängt (Kosten: 27 Kreuzer). Das vom gestürzten Turm eingerissene Eck wird abgeräumt und frisch aufgemauert, eine neue Stockwand und im beschädigten Südwestflügel des Schlosses ein halber Giebel samt Balken und Durchgang eingezogen. Fünf eingefallene Kamine werden neu gesetzt oder ausgebessert und das ganze Dach repariert, indem man versprengte Latten und Sparren abräumt und die von Kanonenschüssen verursachten Löcher mit Platten bedeckt. Etliche Hohlkehlen des Daches - von bayerischen Soldaten durch die Entnahme des Bleis zum Kugelgießen beschädigt - werden repariert. Die vom stetigen „kanonisieren” stark beschädigte Schlosskapelle verschlägt man zunächst mit Balken und Brettern und setzt sie später wieder instand. Auch das Pflaster im Burghof (zwischen den beiden Dohlen), welches während der Belagerung von der Schlossbesatzung teilweise ausgehoben und als Wurfmaterial verwendet wurde, erfährt eine Ausbesserung. Vom Schieferturm bricht man ein Stockwerk ab und verwendet das dabei anfallende Material zur Ausführung eines mächtigen Strebepfeilers dort, wo die Reste des gesprengten Turmes mit dem Schlossflügel zusammenstoßen. Gleichermaßen wird das obere Schlossportal gesäubert, ausgebessert und frisch angemalt. Der Taglohn für einen Meister für diese Tätigkeiten beträgt 24 Kreuzer, ein Geselle erhält 20, ein Junggeselle 16 Kreuzer. Für 100 Ziegel od. Backsteine zahlt man 56 Kreuzer, ein Scheffel Kalk kostet 23 Kreuzer, ein Brett gilt 7 ½ Kreuzer, ein Zweiling 15 Kreuzer und 1 Bündel Latten 15 Kreuzer. „Nachdem so das Schloß restauriert worden war, konnten wieder fürstliche Personen es bewohnen.” Während der Anwesenheit von Herzog Eberhard III. im Jahre 1660 droht im Schloss ein Brand auszubrechen; nicht nur aus diesem Grund wird beschlossen, „(...) die großen und kleinen Handgranaten, wie auch Petarden bisher im Zeughaus hinter der großen Altane gelegen, (...), in das Gewölb bei den Handmühlen als einen gelegeneren und besseren Ort zu legen, (...)." Auch werden die Basteien wieder instand gesetzt, vor allem die zwei Schiefertürmlein auf der Bastei gegen die Stadt, „(...) die seit dem höchst leidigen Kriegswesen übel verderbt und ruiniert gewesen (...)", zudem die Fenster ausgebessert (dabei insgesamt 12978 kleine Butzenscheiben eingesetzt) und „(...), um willen die Gemächer allerort im Schloss bei etlichen Jahren niemals recht gesäubert und gefegt worden, dies Jahr 33 Zimmer gefegt." Die herumliegenden Steine des von der franz. Mine gesprengten Turmes sammelt man zwischen dem neuen Strebepfeiler und dem Schieferturm, „(...) als haben die bestellten Handfröhner 114 Tage zugebracht." Von April 1667 bis zum Jahr 1672 dauerte der Bau des neuen Fünfeckturmes. Doch erst müssen der Schieferturm sowie die Reste des gesprengten Turmes abgetragen werden, wodurch es beinahe zu einem Unglück kommt: „Ein Stück des Thurms [ist] ohngefährlich da oben hangen geblieben, daß man solches mit Gefahr herunter thun müssen. Indem nun dasselbe endlich herunter gefallen [..], ist das Stück Mauerwerk heruntergewichen, (...), solches auch vom Schloss herunter bis in die Neckarhalden ungestümmlich heruntergesprungen, von demselben [ist] auch des Dr Lamosin [Dr. Lansius? Anm. des Bearbeiters] Kellerthür getroffen, selbige ganz zerschmettert und zu Grund gerichtet [worden]." (Tübinger Blätter 1906, Nr. 3 / 4, S. 52- 53)

108. ↑ In der franz. Zeitung namentlich erwähnt werden:

  • Herr de Pontaine, Adjudant (im Laufgraben gefallen)
  • Herr d'Orlodat, Kadett und Lieutenant im Regiment Nettancourt (gefallen)
  • Herr de Sautor, Freiwilliger (beim Sturm gefallen)
  • Herr d'Orignac, Adjudant (durch einen Musketenschuß am Arm verwundet)
  • Herr de Baufosse-de-Camps, Freiwilliger (beim Sturm durch einen Steinwurf verwundet)
  • Herr du Marome, Freiwilliger (verwundet)
  • ein Fähnrich des Regiments der Krone
  • ein Fähnrich vom Regiment Turenne

Quellen[Bearbeiten]

Neben den in Anm. 1 genannten Quellen wurden verwandt:

DECKER-HAUFF, H. & QUARTHAL, F. & SETZLER, W. (Hrsg.): "Die Pfalzgrafen von Tübingen." in: Sigmaringen (1981), Jan Thorbecke Verlag

EIFERT, M. & KLÜPFEL, K. (1849) "Geschichte und Beschreibung der Stadt Tübingen" in: Scientia Verlag (1977, 324 S.)

FRAHM, E. & SETZLER, W. (Hrsg.): "Friedrich August Koehler 'im kleinen alles vereint' - Eine Beschreibung Tübingens aus dem Jahre 1791." in: Tübingen, Verlag Schwäbisches Tagblatt (2000)

GEIGER, K. (1897) "Die Belagerung von Hohentübingen 1647." in: ReutlingerGbll 8, S. 49 (www.phil.uni-erlangen.de/~p1ges/zfhm/reutlingen.html)

GMELIN, H. (1898) "Der Kriegszug des Grafen Franz Egon von Fürstenberg gegen Württemberg im Jahr 1631, der sog. Kirschenkrieg." in: WürttVjhhLG NF 7, S. 104-123

GÖZ, W. (1937[?]) "Die Belagerung Hohentübingens im J. 1647 [durch d. Franzosen]." in: WürttVjhhLG, S. 58-111

HAAS, E. (1996) "Die sieben württembergischen Landesfestungen - Hohenasperg, Hohen-Neuffen, Hohentübingen, Hohenurach, Hohentwiel, Kirchheim/Teck, Schorndorf, Reutlingen" in: Harwalik Verlag, Reutlingen (413 S.)

HAUSNER, H.-E. (Hrsg.) "Zeitbild - Der Dreißigjährige Krieg" in: Ueberreuter Verlag, Wien (1977, 239 S.)

HUF, H.-C. (2003) "Mit Gottes Segen in die Hölle - Der Dreißigjährige Krieg." in: List Verlag, München (2004, 383 S.)

KOEHLER, F.: "im kleinen alles vereinigt - Eine Beschreibung Tübingens aus dem Jahre 1791." in Tübingen, Verlag Schwäbisches Tagblatt (168 S.)

MEIER (1915/1921): "Die Anfänge der Stadt Tübingen." in: Tübinger Blätter, 2 / 16, S. 49-55

ROSENDOERFER, H. (2006) "Deutsche Geschichte - Der Dreißigjährige Krieg." in: München, DTV (176 S.)

Senatsprotokolle der Jahre 1643-1647, "Acta et Protocolla Senatus Academici"; Sig. 3/3, 40, Universitätsarchiv Tübingen (UAT)

SETZLER, W. (1997) "Tübingen - Auf alten Wegen Neues entdecken." in: Tübingen, Verlag Schwäbisches Tagblatt (159 S.)

SCHÖN, T. (1904): "Geschichte von Hohentübingen. Erster Teil: Von der ältesten Zeit bis zum Umbau des Schlosses unter Herzog Ulrich." in: Tübinger Blätter 2 / 3, S. 30-35

SCHÖN, T. (1905): "Geschichte von Hohentübingen. Zweiter Teil: Vom Umbau des Schlosses durch Herzog Ulrich bis zur Uebergabe an die Kaiserlichen (1534-1634)." in: Tübinger Blätter 8 / 4, S. 59-71

SCHÖN, T. (1906): "Geschichte von Hohentübingen. Dritter Teil: ”Von der Uebergabe des Schlosses an die Kaiserlichen bis zur Ueberweisung des ganzen Schlosses an die Universität (1634-1816)." in: Tübinger Blätter 3 / 4, S. 46-58

SYDOW, J. (Hrsg.) (1980) "Bilder zur Geschichte der Stadt Tübingen." in: Laupp'sche Buchhandlung, Tübingen

SYDOW, J. (1978): "Aus der Geschichte des Schlosses Hohentübingen." in: Sonderbeilage der Volksbank Tübingen anlässlich der 900-Jahr-Feier der Universitätsstadt Tübingen

WEDGEWOOD, C. (1965): "Der 30jährige Krieg." in: List Verlag, München (1994, 517 S.)

WEIß, M. (1996): "Das Tübinger Schloß - Von der Kriegsfeste zum Kulturbau." in: Tübingen, Verlag Schwäbisches Tagblatt (114 S.)