Beka

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BEKA (Braun und Kemmler), abgebrochenes Firmengebäude, in Tübingen-Lustnau in den 1990er Jahren
Ein "Beka Bio-Schnellko" (-chtopf)

Die Firma BEKA-Qualitätsgeschirr GmbH stellte bis zum Anfang der Neunziger Jahre an der Stelle, wo heute der Hornbach Baumarkt ist, Kochtöpfe und Geschirr her.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma wurde 1899 in Reutlingen-Betzingen von Daniel Braun und Jakob Kemmler gegründet. 1934 erfolgte die Übersiedlung nach Tübingen-Lustnau. Zu den ersten erfolgreichen Produkten gehörte die Herstellung von Pfannen. [1] "Beka" wurde als Kurzform für Braun & Kemmler als Namen gewählt. In den 1960er Jahren wurde im Neckartal in der Gemarkung Vor dem Großholz ein neuer und größerer Firmensitz mit Werk erbaut. In den 1970er Jahren hatte die Firma rund 700 Beschäftigte und war damals nach Eigenangaben Deutschlands größter Hersteller von emailliertem Stahlgeschirr.

1991 eröffnete dann in Wittisheim [1] (Frankreich, Département Bas-Rhin) ein neues Vertriebszentrum. Der Standort Tübingen wurde danach geschlossen.[2] Es bestand aber noch eine Zeit lang ein Fabrikverkauf für Kochgeschirr. Die Firma Sidler nutzte die Halle Vor dem Großholz 1 als Lager- und Logistikzentrum, bis das Unternehmen abgewickelt wurde. 2025 ist dort ein Recyclingunternehmen angesiedelt.

Heute existiert eine nicht mehr in Deutschland produzierende Nachfolge-Gesellschaft Beka Group aus Belgien. Die meisten Gebäude in Tübingen wurden um 1999 abgerissen und an der Stelle der Hornbach-Baumarkt errichtet. Zuletzt gab es dort noch drei hölzerne Baracken, die in der Nacht zum 9. April 2025 abbrannten. [3] Diese Baracken waren in den Jahren 1959 bis 1962 errichtet worden und dienten der Firma Beka zur Unterbringung von Arbeitern, die in Italien angeworben wurden. [4]

In den angrenzenden Berghängen befinden sich Reste von Luftschutzstollen aus dem 2. Weltkrieg, die für die Belegschaft angelegt, aber nie ganz fertiggestellt wurden. [5]

Luftaufnahme der Firma BEKA von 1956. Zur Orientierung: Am unteren Bildrand verläuft die Straße nach Lustnau, deren Verlauf sich seitdem nur wenig verändert hat. Die abgebildeten Firmengebäude wurden 1999 durch den Hornbach Baumarkt ersetzt. Der spitz zulaufende Geländezwickel am oberen Bildrand, zwischen Blaulach (links) und Wald (rechts) wurde erst zwischen 1959 und 1962 mit drei Holzbaracken bebaut, die im April 2025 abbrannten. Luftbild im Stadtarchiv Tübingen.

Weitere Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BEKA Braun & Kemmler, vierseitiger Sonderdruck aus "Die westdeutsche Wirtschaft und ihre führenden Männer [Julius Kemmler, Dieter Kemmler, Richard Braun, Franz Braun]" Frankfurt 1974.
  2. http://www.beka-cookware.com/about-beka/history
  3. Bericht über den Brand im Schwäbischen Tagblatt vom 10. April 2025
  4. Bildunterschrift in: Tübinger Szenenwechsel 1950-1970, Alfred Göhner und seine Pressefotos, hrsg. von Udo Rauch und Antje Zacharias, Tübingen 2006, S.73 (= Tübinger Kataloge Bd. 73); Baugenehmigungen für die Baracken "Vor dem Großholz 3 und 5" im Bauarchiv der Universitätsstadt Tübingen.
  5. https://lostplacewunderland.wordpress.com/tag/luftschutzstollen/, bebilderter Artikel 26.11.2022


Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]