Archäologischer Stadtkataster

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Tübingen im Jahr 1616, Aquarell

Nach dem Denkmalpflegerischen Werteplan von 2016 ist mit dem Archäologischen Stadtkataster Tübingen im September 2018 ein weiteres umfangreiches Werk zur Bauforschung erschienen. Er liegt in Buchform mit zwei Bänden vor und kann über das Stadtarchiv bezogen werden. [1]


Die im Jahr 2000 für eine ganze Reihe von Städten gestartete Kataster-Serie weist archäologisch bedeutsame Zonen einer Stadt aus, in denen bei Eingriffen im Boden mit historischen Zeugnissen zu rechnen ist. Dadurch sollen notwendige städtebauliche Veränderungen keineswegs blockiert werden. Vielmehr sollen Chancen aufgezeigt werden, „das einmalige und Identität stiftende Ensemble aus alter Bausubstanz und geschichtlicher Überlieferung im Boden als Erbe unserer Nachwelt weiterzugeben“.

Der Schutz des „unterirdischen Stadtarchivs“ hat eine herausragende Bedeutung, weil es mancherorts schon erhebliche Verluste gegeben hat.

Für den Fachmann ist die gewichtige Materialsammlung „ein qualifizierter Überblick zum aktuellen Wissensstand“. Damit sind denkmalbezogene Stellungnahmen bei Flächennutzungs- und Bebauungsplänen, aber auch bei individuellen Vorhaben möglich.

Rund 300 Städte in Baden-Württemberg kommen aufgrund ihrer Entstehung im Mittelalter oder bereits in römischen Zeiten für ein solches Verzeichnis in Frage. Der Boden dieser Städte birgt ein reiches, weithin immer noch unerschlossenes historisches Archiv. Mit Hilfe dieser zugedeckten „Urkunden“ lässt sich die Geschichte zurückverfolgen bis in jene Zeiten, die deutlich vor der Stadtgründung und in der Regel auch vor den bekanntesten ältesten schriftlichen Nennungen liegen.

Tübingen ist die 41. Stadt im Land, für die ein solcher Kataster vorliegt. [2]


Quellen[Bearbeiten]