Anton Brenner

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Anton Brenner (* 1950 in Rottweil) studierte nach dem Abitur 1969 in Tübingen und kurze Zeit in Fribourg/Schweiz Germanistik und Katholische Theologie. Nach dem Referendariat erhielt er 1977 Berufsverbot, war später viele Jahre als Stadt- und Kreisrat der Linken aktiv. In Tübingen kennt man ihn auch als Verfasser von streitbaren Leserbriefen im Tagblatt, als Chef eines Copyshops/Druckerei, als Weinbauer und Inhaber einer Besenwirschaft in der Haaggasse.

Cover Buch von G. Huber, 2016, Buch im Tagblatt Shop noch zu erwerben.

Gabriele Huber hat in ihrem 2016 erschienenen Buch "Straßenkampf und Kinderladen" 15 Gespräche mit Zeitzeugen von 1968 geführt, darunter ein langes Interview (Seiten 12-25) mit Anton Brenner, dem die folgenden Informationen und Aussagen entnommen sind:

A. Brenner beschreibt seine Politisierung im Arbeitskreis Oberschulen Rottweil und der Erstellung einer Schülerzeitung. Themen waren Notstandsgesetze, Vietnamkrieg und lokale Nazivergangenheit. Politisch sah er sich links von der SPD, war 1970/71 in Tübingen Mitgründer vom Arbeitskreis Marxistischer Studenten und schloss sich dann dem MSB Spartakus an. Mit gewerkschaftlich orientierten Leuten wurde für mehrere Jahre der AStA (Allgemeine Studentenausschuss) übernommen.

"1972 wussten wir natürlich, dass wir Linken als Lehramtskandidaten keine Chance hatten. Da gab es den von der SPD initiierten Radikalenerlass und deshalb die ersten Absetzungsbewegungen von guten Leuten bei uns. Die sagten, das will ich nicht riskieren. (...) Das Berufsverbot hat schon Wirkung gezeigt." (S. 16)

Brenner wurde vom MSB abgeordnet, um linke Kommunalpolitik in Tübingen aufzubauen und um Gerhard Bialas zu unterstützen. Mit Erfolg, 1975 wurden mit G. Bialas und Harald Schwaderer [1] zwei DKP-Leute in den Tübinger Gemeinderat gewählt; 1975 erschien dann auch das kommunalpolitische Magazin "Gläsernes Rathaus".

Anton Brenner orientierte sich dann eher am italienischen Eurokommunismus, zog sich nach innerparteilichen Konflikten teilweise zurück, blieb aber in der DKP. "Mit der Gorbatschow-Manie sind sie von der DKP wieder dahergekommen und haben mich in den Kreisvorstand geholt und haben sich entschuldigt für das Ordnungsverfahren, Dann habe ich wieder mitgemacht." (S- 21)

1999 wurde er für die TÜL/Die Linke in den Gemeinderat gewählt.

"1995 habe ich dann nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Berufsverboten prozessiert wegen Einstellung in den Schuldienst. Das ging fünf Jahre lang, zwischen 1995 und 2000. Bei der Berufsverbotssache gab es dann den Kompromiss, dass die Leute, die noch wollten, in den Schuldienst übernommen wurden." (S. 22) So konnte er von 2000 bis zu seiner Pensionierung 2013 als Deutsch- und Religionslehrer arbeiten.

Im Interview mit G. Huber beschreibt sich Anton Brenner wie folgt:

"Ich bin. was man landläufig darunter versteht, sicher kein typischer Achtundsechziger, auch nicht vom Habitus her. Ich habe mich links von der SPD positioniert und das sehe ich heute noch als richtig an. Ich sympathisiere mit manchen von der SPD, aber ich kann ihr nicht beitreten, sie ist mir zu kompromisslerisch und fällt zu schnell um. Aber mit so Spinnern wie den Maoisten und den Stalinisten hatte ich auch noch nie was am Hut." (S. 23)


Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]