Anthroposophische Architektur

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Als anthroposophische Architektur wird eine Architekturauffassung bezeichnet, die sich an den Lehren der Anthroposophie von Rudolf Steiner orientiert. In ihren Gestaltungsmitteln lassen sich zeitgebundene Elemente von Jugendstil und Expressionismus erkennen. Die Stilrichtung der anthroposophischen Architektur ist auch als organische Architektur zu verstehen. 


Beschreibung[Bearbeiten]

Die Gestaltung der Gebäude beruht auf der anthroposophischen Lehre, dass Formen in der Natur den Naturgesetzen folgen und ihre Inhalte vermitteln. Aus diesem Grund erscheinen die Gebäude den Formen der Natur nachempfunden. Stilmerkmale sind gerundete organische Formen, aber auch geometrische Formen. Das Dach wird teilweise als Schale oder Kappe entworfen, im Inneren werden natürliche Farben als Lasuren und Materialien wie etwa Holz verwendet. Die anthroposophische Architektur spielt bei der Gestaltung von Innenräumen eine große Rolle. 

Grundlegende Vorbilder der anthroposophischen Architektur sind das erste und zweite Goetheanum in Dornach bei Basel. Nachdem das erste Goetheaneum 1923 durch Brandstiftung niedergebrannt worden war, entwarf Rudolf Steiner das zweite Goetheaneum, diesmal allerdings nicht aus Holz, sondern aus Stahlbeton. Die vielfach verwundenen Flächen und die großen Spannweiten stellten sich dabei als Herausforderung für die Statik und den Schalungsbau dar. Im Inneren befinden sich große Räume mit durch den weitgehenden Verzicht auf rechte Winkel eigentümlichem Charakter, die jedoch nicht mehr von Steiner († 1925) geplant und eingerichtet wurden.

Tübingen[Bearbeiten]

Die Anthroposophie hatte in Tübingen frühzeitig Anhänger. Die "Anthroposophische Gesellschaft, Ludwig-Uhland-Zweig Tübingen" wurde 1911 im Obergeschoss des Schimpfhauses ins Leben gerufen. Rudolf Steiner hielt dabei eine Ansprache. 1922 entstand auch in Tübingen eine selbständige Gemeinde der mit Unterstützung Steiners gegründeten "Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung". 

Schon kurz nach der Verbotszeit im "Dritten Reich" und nach Kriegsende gründete die Gesellschaft die erste Waldorfschule. 1945-49 war sie behelfsmäßig im Wingolf-Haus (Gartenstraße) und in der Melanchthonschule in der Münzgasse untergebracht, bis 1950 ein Neubau in der Wilhelmstraße 63 (heute Martinskindergarten) bezogen werden konnte. 1965/66 kamen größere Anbauten hinzu (heute Musikschule, Frischlinstraße 4).

1962 wurde ein neues Kirchengebäude der Christengemeinschaft an der Frischlinstraße errichtet. Die Kirche erhielt daneben 2012 einen markanten Anbau. 1979 wurde aufgrund beträchtlich steigender Schülerzahlen ein großer Neubau der Freien Waldorfschule auf Waldhäuser-Ost eröffnet, der 1985 noch um ein Gebäude erweitert wurde. 1987 wurde mit dem Rudolf-Steiner-Haus ein neues Domizil für die Gesellschaft bezogen. 

Bauten[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]



Quellen[Bearbeiten]

  1. Architekturführer Tübingen. Neue Architektur im Landkreis Tübingen 1901-2001. (Hrsg.: Architektenkammer Baden-Württemberg, Kammergruppe Tübingen). - Tübingen: Bund Dt. Architekten, Kreisgruppe Neckar-Alb, 2002


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